USA planen Angriffe auf weitere Staaten

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USA planen Angriffe auf weitere Staaten Hartkore_Diablo
Hartkore_Diab.:

USA planen Angriffe auf weitere Staaten

 
08.10.01 21:59
#1
ftd.de, Mo, 8.10.2001, 7:43, aktualisiert: Mo, 8.10.2001, 17:36  
UN-Diplomaten: USA planen Angriffe auf weitere Staaten

Die Vereinigten Staaten haben den UN-Sicherheitsrat darüber informiert, dass sie nach den Angriffen auf Afghanistan möglicherweise auch Aktionen gegen andere Länder planen.

Dies teilten Diplomaten der Vereinten Nationen am Montag in New York mit. In einem Brief an den UN-Sicherheitsrat hieß es demnach, die USA könnten zu dem Schluß kommen, "dass unsere Selbstverteidigung weitere Aktionen gegen andere Organisationen und Staaten erfordert". Die Angriffe gegen afghanische Ziele begründete die US-Regierung in dem Schreiben mit ihrem "Recht auf Selbstverteidigung".

 



Ein Taliban-Sprecher sagte der afghanischen Nachrichtenagentur AIP, man werde die USA ebenso wie früher die russischen Invasionstruppen bekämpfen. Zudem habe die Regierung die Truppenverstärkung an einigen Stützpunkten im Land beschlossen. Es bleibe bei der Haltung der Regierung, den von den USA gesuchten Islamisten Osama Bin Laden nicht auszuliefern.



Taliban mit museumsreifen Panzern


Militärtechnisch können die Taliban den britischen und amerikanischen Truppen wenig entgegensetzen. Noch aus den Kämpfen gegen den Sowjetunion verfügen die "Gotteskrieger" über rund 1000 Panzer älterer Bauart vom Typ T-54, T-55 und T-62. Ferner können sie rund 30 Raketen vom Typ Typ Scud und Frog-7 auf Bodenziele lenken.


Luftbodenangriffe könnten die Taliban mit ihren Mig-21 und Mig-23 Kampfflugzeugen fliegen. Wie viele der Düsenjäger allerdings einsatzbereit sind, ist nicht bekannt. Die Ersatzteilversorgung dürfte schwierig sein, da die beiden Flugzeugtypen in anderen Ländern bereits im Museum stehen.



Erfolge der Luftangriffe unterschiedlich bewertet


Bei den Luftangriffen auf Afghanistan sind nach Angaben des Taliban-Regimes etwa 20 Zivilisten getötet worden. Der Taliban-Gesandte in Pakistan, Abdul Salam Saif, beschrieb die Angriffe am Montag als "gewaltig". Es sei kein Unterschied zwischen militärischen und zivilen Bereichen gemacht worden. Ernsthafte Schäden habe es indes nicht gegeben. Die Zerstörungen an den Stromgeneratoren in Kabul sollen bereits zwei Stunden nach dem Angriff wieder behoben worden sein, hieß es. Der Angriff auf Herat habe ein unbedeutendes Öllager zerstört, sagte der lokale Taliban-Gouverneur Chairullah Chairchwa zur afghanischen Nachrichtenagentur AIP.


Nach Angaben der in Pakistan ansässigen AIP seien zehn Menschen nahe des Kabuler Flughafens getötet worden; zehn weitere am Sitz des Taliban-Senders Radio Scharia, berichtete die in Pakistan ansässige AIP. Fünf Taliban-Mitglieder seien auf dem Luftwaffenstützpunkt Schin Dand in der westafghanischen Provinz Farah an der Grenze zu Iran umgekommen.


Anders beurteilte der britische Außenminister Jack Straw die Lage: Die Angriffe hätten "erheblichen Schaden an den Zielen - nicht neben den Zielen" verursacht, sagte er am Montagmorgen in London. Er habe mit UN-Generalsekretär Kofi Annan gesprochen und ihm versichert, dass bei den Angriffen sehr sorgfältig gezielt werde und die Aktionen angemessen sein müssten. Sir Micheal Roye, Generalstabschef der britischen Streitkräfte, betonte am Montag, dass die meisten Ziele weit außerhalb von Städten gelegen haben. Nach Angaben von Straw könnten die Angriffe indes noch "Wochen" dauern. Die Aktion sei "sicherlich keine Angelegenheit von Tagen, es sei denn, ein spektakuläres Ereignis tritt ein", sagte Straw.




Die Stunde der Nordallianz


Etwa eine Stunde nach Beginn der Luftangriffe verstärkten die Mudschahedin der Nordallianz ihren militärischen Druck auf die Taliban-Miliz. Sie griffen etwa 40 Kilometer nördlich von Kabul Stellungen der Taliban bei Tscharikar an, wie AP-Korrespondent Alexander Merkushev aus diesem Ort berichtete. Die Kämpfe flauten am frühen Montagmorgen zunächst wieder ab. Ein Diplomat der Nordallianz kündigte für die nächsten Tage eine Offensive gegen die Hauptstadt Kabul an.


Unterdessen ist die von den Taliban festgehaltene britische Journalistin Yvonne Ridley nach pakistanischen Angaben wieder frei. Die 43-Jährige war vor mehr als einer Woche unter dem Vorwurf der illegalen Einreise in Afghanistan festgenommen worden.




Sechs Ziele der USA


US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat in einer ersten Stellungnahme am Sonntagabend sechs Ziele der Militäraktion in Afghanistan genannt:

1) Die Beschaffung von Geheimdienstinformationen, die zur Planung weiterer Angriffe gegen die von Osama bin Laden geführte Organisation El Kaida erforderlich sind;

2) Eine allmähliche Verschiebung des militärischen Kräfteverhältnisses, indem den Taliban die Waffen genommen werden, die sie jetzt im Kampf gegen die Nordallianz und oppositionelle Gruppen im Süden des Landes einsetzen;

3) Den Aufbau von Beziehungen zu Gruppen in Afghanistan, die zu den Taliban und zu El Kaida in Opposition stehen;

4) Eine Entwicklung, die es der El Kaida schwerer macht, Afghanistan frei als Operationsbasis zu nutzen;

5) Das Signal an die Führung der Taliban und ihre Unterstützer, dass die Aufnahme von Terroristen nicht hingenommen wird;

6) Die Bereitstellung humanitärer Hilfen für Afghanen, die unter den Taliban leiden.



USA werfen Radios ab



Die USA begleiten ihre Militärschläge mit einer umfangreichen Aufklärungskampagne. Neben Flugblättern würden auch Radios über Afghanistan abgeworfen werden, so ein Pentagon-Sprecher. Die batterie-unabhängigen aufziehbaren Radios sollen es der Bevölkerung erlauben, Nachrichten des US-Militärs in der Landessprache zu empfangen, die von einem speziellen Flugzeug aus ausgestrahlt werden. Zu den Sendern gehört unter anderem auch das Programm der afghanischen Redaktion der Deutschen Welle. Der Sender begann bereits zwei Stunden nach den Angriffen mit der Ausstrahlung von Nachrichten in mehreren afghanischen Dialekten. Das Radio ist im von den Taliban beherrschten Teil von Afgahnistan die einzige Informationsquelle, da Fernsehen sowie Zeitungen verboten sind. Durch das fehlende Schulsystem kann ohnehin nur ein geringer Teil der Afghanen lesen.



Lebensmittel-Transporte der UNO ausgesetzt


Die Vereinten Nationen setzten ihre Lebensmitteltransporte für die Bevölkerung Afghanistans aus. "Wir können keine Konvois losschicken, wenn zur gleichen Zeit Luftangriffe geflogen werden", sagte eine Sprecherin.


Allerdings werfen die USA im ganzen Lande Medikamente und Lebensmittel für die notleidende Bevölkerung ab. Die US-Luftwaffe setzte in der Nacht zum Montag insgesamt 37.500 Notrationen ab. Jede Ration verfügt nach US-Angaben über 2.200 Kalorien und soll damit für einen Tag ausreichen. Die USA verfügen über zwei Millionen dieser Tagesrationen.

USA planen Angriffe auf weitere Staaten ecki
ecki:

Sehr bedenklich! Angriffe gegen Staaten?

 
08.10.01 22:03
#2
Bisher ging es offiziell um Bekämpfung der Terrorismus-Nester. Nun doch der Krieg gegen Staaten? Schwere Bürde für die Kriegskoalition. Das die mal nicht schnell auseinanderbricht und doch zum Kampf der Kulturen/Religionen wird.....
USA planen Angriffe auf weitere Staaten Expropriateur
Expropriateur:

Bush hat zwar die Formulierung

 
08.10.01 22:08
#3
"crusade" zurückgenommen - aber hat er auch seine Ansicht geändert?
Glaubt das hier ernsthaft jemand?

Gruß
EXPRO
USA planen Angriffe auf weitere Staaten calexa

Ich glaube es.

 
#4
Denn Bush hatte niemals einen "Kreuzzug" vor, warum sollte er auch. Er will niemandem ein bestimmtes System aufzwingen. Aber tatenlos in der Ecke sitzen kann er auch nicht. Das Wort "crusada" war einfach unglücklich gewählt. Auf der anderen Seite solltem man bedenken, daß besonders die Kreuzzüge der "christlichen Missionare" (soweit man dies so bezeichnen kann) oft große Ausdauer erforderten, wie jetzt auch der Kampf gegen den weltweiten Terrorismus. Und somit hat dieser Kampf schon etwas von einem Kreuzzug. Natürlich ist aber dieses Wort "Kreuzzug" mit einer schweren negativen historisch-religiösen Hypothek belastet. Aus diesem Grund war das Waort unglücklich gewählt, und wurde von Bush auch dann zurecht wieder "abgewählt".

So long,
Calexa


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