Ares Capital Corp. ist aus meiner Sicht eine der robusteren börsennotierten BDCs, aber man muss sauber einordnen, was man hier kauft: kein klassisches Wachstumsunternehmen, sondern in erster Linie eine große Ertragsmaschine im Private-Credit-Markt. ARCC ist eine marktführende Business Development Company, nach eigener Darstellung eine der größten Direct Lender in den USA und zum 31. Dezember 2025 die größte börsennotierte BDC nach Marktkapitalisierung. Das Unternehmen finanziert private Middle-Market-Firmen über Revolver, First-Lien-, Second-Lien-, Unitranche- und Nachrangdarlehen sowie teilweise Eigenkapital und nutzt dabei die Origination-, Research- und Kapitalmarkt-Plattform von Ares. Genau diese Größe, der Zugang zu Sponsor-Deals und die breite Plattform sind der Kern der Investmentstory. (Ares Capital Corporation)
Fundamental steht Ares Capital auf einer für eine BDC sehr respektablen Basis. Zum 31. Dezember 2025 lag das Investmentportfolio bei rund 29,5 Milliarden US-Dollar Fair Value, verteilt auf 603 Portfoliounternehmen und 254 verschiedene Private-Equity-Sponsoren. 2025 erzielte ARCC 3,052 Milliarden US-Dollar Total Investment Income, 1,415 Milliarden US-Dollar Net Investment Income und 2,01 US-Dollar Core EPS je Aktie; die regulären Dividenden beliefen sich auf 1,92 US-Dollar je Aktie. Der NAV je Aktie lag Ende 2025 bei 19,94 US-Dollar, die Debt-to-Equity-Ratio bei 1,12x. Dazu kamen 638 Millionen US-Dollar Cash sowie rund 5,5 Milliarden US-Dollar zusätzliche Finanzierungskapazität unter bestehenden Kreditlinien. Das ist kein schwaches Konstrukt, sondern ein sehr groß skaliertes Kreditvehikel mit ordentlicher Liquidität. (Business Wire)
Wichtig ist aber auch die andere Seite: Die Erträge sind nicht mehr auf dem Hochpunkt. Das sieht man daran, dass das Core EPS 2025 auf 2,01 US-Dollar zurückging, nach 2,33 US-Dollar im Vorjahr; auch das GAAP-Ergebnis je Aktie fiel von 2,44 auf 1,86 US-Dollar. Gleichzeitig lagen die im Januar 2026 neu zugesagten Investments im Schnitt bei einer Rendite von 9,0 Prozent, während die im gleichen Zeitraum auslaufenden oder zurückgezahlten Investments im Schnitt 10,0 Prozent brachten. Das ist ein klares Signal: Sinkende Basiszinsen und Reinvestitionsdruck können die laufende Ertragskraft belasten. Wer ARCC kauft, darf deshalb nicht einfach die Top-Erträge der Hochzinsphase in die Zukunft fortschreiben. (Business Wire)
Trotzdem ist die Kreditqualität nach den zuletzt gemeldeten Zahlen noch ordentlich. Der gewichtete Durchschnitts-Score des Portfolios lag Ende 2025 unverändert bei 3,1, und Non-Accruals machten 1,8 Prozent des Portfolios zu amortisierten Kosten beziehungsweise 1,2 Prozent zu Fair Value aus. Das ist kein Alarmzustand. Zudem verweist das Management darauf, dass die reguläre Quartalsdividende seit mehr als 16 Jahren stabil oder steigend gewesen ist. Man sollte das nicht romantisieren, denn auch ARCC ist kreditzyklisch und in einer echten Rezession nicht immun. Aber gemessen an Größe, Diversifikation und bisheriger Kreditdisziplin gehört das Unternehmen klar eher in die obere Qualitätsklasse des Sektors. (Business Wire)
Zur Aktie selbst: Am 11. April 2026 liegt der Kurs bei 18,09 US-Dollar. Damit wird ARCC nur mit rund 0,91x des zuletzt gemeldeten NAV bewertet. Auf Basis der zuletzt erklärten regulären Quartalsdividende von 0,48 US-Dollar entspricht das hochgerechnet einer laufenden Dividendenrendite von rund 10,6 Prozent, und auf Basis des 2025er Core EPS liegt die Aktie ungefähr beim 9-fachen Jahresertrag. Für eine große, liquide und historisch relativ disziplinierte BDC ist das keine teure Bewertung. Im Gegenteil: Der Markt preist hier bereits einen gewissen Margendruck und normale Kreditrisiken ein. Dass der Verwaltungsrat das Aktienrückkaufprogramm bis zum 15. Februar 2027 verlängert hat und bis zu 1,0 Milliarde US-Dollar unter NAV zurückkaufen kann, ist zusätzlich ein sinnvoller Puffer zugunsten der Aktionäre. (Business Wire)
Mein 12-Monats-Basiskursziel liegt bei 20,50 US-Dollar. Das ist kein Fantasieziel, sondern im Kern die Annahme, dass ARCC wegen seiner Qualität und der noch vernünftigen Kreditkennzahlen wieder näher an den NAV heranrücken kann, ohne dass man dafür eine aggressive Neubewertung unterstellen muss. In einem bullischen Szenario halte ich 22 bis 23 US-Dollar für möglich, wenn die Ausfallquoten niedrig bleiben, die Dividendendeckung stabil bleibt und der Bewertungsabschlag weiter schließt. In einem schwächeren Szenario mit deutlicheren Kreditausfällen, fallenden Portfolioerträgen und allgemeiner Risikoaversion im BDC-Sektor sehe ich auch 16 bis 17 US-Dollar als realistisch an. ARCC ist also für mich eher ein Fall von asymmetrisch ordentlichem Einkommen mit begrenztem, aber vorhandenem Aufwertungspotenzial, nicht die Story einer explosiven Kursvervielfachung. (Business Wire)
Für die nächsten 5 bis 15 Jahre gefällt mir das Unternehmen grundsätzlich, aber auch hier muss man sauber bleiben: Der langfristige Reiz liegt vor allem in der Kombination aus laufender Ausschüttung, Größenvorteilen, Dealflow über die Ares-Plattform und einer breiten Diversifikation im Middle Market. ARCC adressiert gezielt einen Markt, dessen Finanzierungsbedarf von klassischen Banken seit Jahren nicht vollständig gedeckt wird, und genau das ist strukturell ein gutes Feld für Direct Lender mit Skalenvorteilen. Der Haken ist, dass externe Verwaltung, Kreditzyklen, Refinanzierungskosten und regulatorische Vorgaben die Renditen immer wieder begrenzen. Deshalb sehe ich ARCC über 5 bis 15 Jahre nicht als High-Growth-Compounder, sondern als sehr brauchbaren Einkommens- und Total-Return-Titel, dessen Gesamtrendite überwiegend aus Dividenden kommen dürfte. Für fünf Jahre halte ich in einem normalen Umfeld Kurse im Bereich von 24 bis 28 US-Dollar für plausibel; für zehn oder fünfzehn Jahre wäre ein exaktes Punktziel unseriös, weil dafür Zinsniveau, Kreditverluste, Regulierung und Bewertungsmultiplikatoren schlicht zu unsicher sind. Seriös ist hier nur die Aussage, dass ARCC bei vernünftiger Kreditqualität und ohne schwere Krise ein guter Langfrist-Lieferant für laufenden Cashflow sein kann, aber sehr wahrscheinlich kein Titel für spektakuläre Kurswunder. (Ares Capital Corporation)
Unterm Strich halte ich Ares Capital zum Stand 11. April 2026 für attraktiv bis moderat attraktiv. Nicht deshalb, weil das Unternehmen ohne Risiken wäre, sondern weil Qualität, Diversifikation, Dividendendeckung und aktuelle Bewertung in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Wer eine Aktie sucht, die in erster Linie laufenden Ertrag liefern soll und zyklische Kreditrisiken aushält, findet hier aus meiner Sicht einen der besseren Namen im BDC-Sektor. Wer dagegen starkes Gewinnwachstum, multiple Expansion und große operative Hebel sucht, ist hier falsch. ARCC ist eher ein nüchternes Arbeitsgerät für Income-Investoren als eine aufregende Wachstumsstory. (Business Wire)
Autor: ChatGPT