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US Aktien - preiswerter ist noch nicht preiswert


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Parocorp:

US Aktien - preiswerter ist noch nicht preiswert

 
03.08.04 20:15
Amerikanische Aktien - preiswerter ist noch nicht preiswert

US Aktien - preiswerter ist noch nicht preiswert 1596504
02. August 2004 Viele amerikanische Anleger, Vermögensverwalter und Fondsmanager sind unverbesserliche Optimisten. So dürfte es wenig verwundern, wenn aktuell immer wieder Analysen durch den Raum geistern nach dem Motto: „Die Aktien im Standard & Poor's 500 Index sind so günstig wie zuletzt vor sieben Jahren“.

Das mag zwar stimmen, erweckt allerdings einen falschen Eindruck. Denn wenn unbescholtene Anleger beim Lesen von solchen Analysen und Berichten denken sollten, die amerikanischen Aktien seien zu wahren Schnäppchen geworden, dann liegen sie schlicht und einfach falsch: „So günstig wie zuletzt vor sieben Jahren“ heißt noch lange nicht preiswert. Das wären sie erst dann, wenn die Bewertungen der Aktien im Durchschnitt tatsächlich unterdurchschnittlich hoch wären. Das sind sie allerdings nicht.

Kurs-Gewinnverhältnisse günstiger, aber nicht richtig günstig

Ein Blick auf die angehängte Graphik zeigt erstens, daß die Kurs-Gewinnverhältnisse (KGV) der Aktien des S&P 500-Index in den vergangenen fünfzig Jahren zugenommen haben. Das zeigt sich an der leicht ansteigenden Regressionsgerade. Wie immer man es auch theoretisch begründen mag - mit der Bereitschaft der Anleger, mehr zu zahlen, mit sinkenden Zinsen et cetera -, es ist zunächst einmal nur Fakt. Zweitens liegt der langjährige Durchschnitt der KGVs tiefer liegt. Bezogen auf den langjährigen Durchschnitt sind damit amerikanische Aktien nicht nur keine Schnäppchen, sondern immer noch leicht überbewertet.

In den vergangenen Jahren wurde damit in einer Kombination zwischen fallenden Kursen und steigenden Gewinnen die massive Überbewertung abgebaut. Allerdings kann man im Durchschnitt noch lange nicht von Schnäppchenkursen reden. Vor allem auch dann nicht, wenn die extrem niedrigen Zinsen berücksichtigt. Sie führen auf Grund des Bewertungsmechanismus automatisch zu höheren Kursen. Gleichzeitig haben sie aber auch die Wirtschaft kurzfristig aktiviert und zu einer starken Verschuldung der Haushalte und auch des Staates geführt. Sollten die Zinsen weiter steigen - was notwendig und sehr wahrscheinlich ist -, wird nicht nur einem Teil der Bewertung die Basis entzogen, sondern gleichzeitig dürfte auch die künstlich gepushte Konjunktur an Dampf verlieren. Beides wäre nicht gut für die Aktien.

Solche Argumente stehen im Gegensatz zu den „bullischen Otpimisten“. Etwa Craig Callahan, Chief Investment Officer für die Kapitalanlagen bei Icon Advisers: "Es gibt gerade ganz außergewöhnliche Schnäppchen", sagt er. Denn "das Gewinnwachstum ist ganz beachtlich, die Zinsen sind etwa da, wo sie Anfang des Jahres waren und die Gewinnaussichten sind auch gut." Amerikanische Aktien dürften zur Zeit 19 Prozent unterbewertet sein, lautet sein Fazit. Er stützt seine Bewertung von insgesamt 1.700 Unternehmen unter anderem auf Kriterien wie Gewinn und Zinsniveau.

Sind Aktien preiswert genug geworden?

Das Kurs-Gewinnverhältnis für die Unternehmen im S&P 500 Index hatte im Jahr 2000 mit 65,8 einen Höchstwert erreicht und ist seither um mehr als zwei Drittel gefallen. Das durchschnittliche KGV seit 1954 liegt indes bei 15. "Sie sind preiswerter geworden, die Frage ist nur, ob die Aktien preiswert genug geworden sind", bringt es Wendell Perkins, Vermögensverwalter bei Johnson Family of Fund s in Racine, Wisconsin, auf den Punkt. Die Aktienkurse werden im kommenden Jahr etwa acht bis zehn Prozent zulegen, die Gewinne dürften im gleichen Ausmaß steigen, erwartet Perkins.

Andere Strategen sind nicht ganz so optimistisch. „Die Gewinnprognosen für den Rest des Jahres beeindrucken die Analysten nicht“, schrieb etwa Francois Trahan, Chief Investment Strategist bei Bear Stearns in einem Bericht in der vergangenen Woche. "In den Ergebnissen für das zweiten Quartal findet sich kein einziger Grund für Analysten, optimistischer für das zweite Halbjahr zu sein", so Trahan. Das Gewinnwachstum wird sich im dritten Quartal auf 14,7 Prozent verlangsamen, und im vierten bei 15,6 Prozent liegen, geht aus Umfragen von Thomson hervor. Für das gesamte nächste Jahr rechnen die Befragten lediglich noch mit 10,1 Prozent Wachstum, nach 18,7 Prozent im Jahr 2004.

Insgesamt wird deutlich, daß die amerikanischen Aktien zwar günstiger geworden sind als in den vergangenen Jahren. Aber richtig günstig sind sie noch lange nicht. Auch die Markttechnik kann nicht überzeugen. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, die weitere Entwicklung kritisch zu betrachten, um rechtzeitig reagieren zu können. Sei es, wenn die Börsen richtig nach unten drehen. Oder sei es, weil sie - aus welchem Impuls auch immer - neue spekulative Dynamik entwickeln. Das sicherste dürfte sein, auf ausgewählte Aktien und Einzeltrends zu setzen. Allerdings immer verbunden mit entsprechenden Absicherungsstrategien.



Text: @cri
Bildmaterial: Bloomberg 
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Parocorp:

Bild

 
03.08.04 20:16
US Aktien - preiswerter ist noch nicht preiswert 1596506
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Parocorp:

Zu hohes Gewinnwachstum negativ für Aktienkurse

 
03.08.04 21:21
Hohe Gewinnzuwächse oft eine Bürde für die Börsen


03. August 2004 Die Berichtssaison über die Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal neigt sich in Amerika schon wieder ihrem Ende zu. 80 Prozent der Firmen aus dem S&P 500 Index haben inzwischen berichtet und die bisherige Zwischenbilanz kann sich sehen lassen.


Während die Analysten bei Standard & Poor´s im Vorfeld der Berichtssaison davon ausgegangen waren, daß die Gewinne verglichen mit dem Vorjahreszeitraum im zweiten Quartal im Schnitt um 24 Prozent zulegen werden, zeichnet sich inzwischen ein Gewinnplus von 27 Prozent ab. Nach Angaben der auf die Interpretation von Quartalszahlen spezialisierten Analysten bei Thomson First Call beträgt das Gewinnwachstum auf Basis der bisher bekannten Zahlen 25,9 Prozent, nachdem dieser Wert eine Woche zuvor noch bei 24 Prozent lag.

Drittes Quartal mit Gewinnzuächsen von über 25 Prozent zeichnet sich ab

Damit läuft alles auf das dritte Quartal in Folge mit Gewinnzuwächsen von über 25 Prozent hinaus, was der besten Gewinnserie seit 1973 entsprechen würde. Schon jetzt steht aber fest, daß sich die Zahlen durch die Bank sehen lassen können. So haben bisher 69 Prozent der Unternehmen die Prognosen der Analysten geschlagen, 17 Prozent schnitten wie erwartet ab und 14 Prozent verfehlt die Erwartungen. In einem typischen Quartal betragen diese Relationen 58, 22 und 20 Prozent.

Die Vorhersagen werden dieses Mal bislang mit einer Rate von 4,3 Prozent übertroffen, was ebenfalls über der normalen Rate von drei Prozent liegt. Verschlechtert hat sich allerdings das Verhältnis von negativen zu positiven Ausblicken. Die Quote für das dritte Quartal beträgt derzeit 1,8, während sie für das zweite Quartal bei 1,1 lag und auch im ersten Quartal bei niedrigeren 1,5. Aber auch der jetzt wieder höhere Wert liegt noch immer unter dem langfristigen Durchschnitt, der bei 2,2 liegt.

Anleger rechnen mit abnehmenden Gewinnwachstumsraten

Die Analysten von Standard & Poor´s weisen zudem darauf hin, daß sich auch die Aussichten für das Gesamtjahr noch einmal verbessert haben. So winkt bei den S&P 500 Unternehmen nun im Schnitt ein Ergebnisplus von 22 Prozent. Bisher wurde hier mit plus 21 Prozent gerechnet. Und das ermutigende daran ist, daß die erfreulichen Quartalsausweise nicht nur auf Kosteneinsparungen beruhten, sondern daß im zweiten Quartal vermutlich auch die Umsätze um immerhin elf Prozent gestiegen sind.

Was hat dann die Anleger aber dazu bewogen, zuletzt mehr Aktien zu verkaufen als zu kaufen, fragt man sich bei Standard & Poor´s? Und als selbstgefundene Antwort verweist man darauf, daß die Börsianer offenbar davon ausgehen, daß das Beste „hinter uns liegt“. In der Tat rechnet man auch bei Standard & Poor´s nach der für 2004 erwarteten Gewinnwachstumsrate von 22 Prozent und dem im Vorjahr verbuchten Plus von 18,8 Prozent für das kommende Jahr nur noch mit einem daran gemessen geringeren Anstieg von zehn Prozent.

Das Tempo dürfte demnach bereits im dritten und vierten Quartal 2004 nachlassen. Hier rechnen die Analysten von Standard & Poor´s jedenfalls nur noch mit Zuwächsen bei den Gewinnen von im Schnitt 15 und 17 Prozent. Mit den Faktoren Ölpreis, Terrorismus, steigende Zinsen, abnehmendes Gewinnwachstum und den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen haben die Marktteilnehmer somit genügend Punkte, über die sie sich Sorgen machen können.

Zu hohes Gewinnwachstum oft negativ für die Aktienkurse

Bei Standard & Poor´s trauen die Analysten dem S&P 500 Index bis zum Jahresende trotzdem noch Kursgewinne zu. Zur Begründung verweisen sie auf die Annahme sich im weiteren Jahresverlauf beruhigender Ölpreise, soliden konjunkturellen Aussichten sowie eine aus ihrer Sicht moderaten Aktienbewertung. Außerdem hoffen sie darauf, daß sich mit der Zeit alle Sorgen, mit denen sich die Börsianer momentan herumschlagen müssen, weitgehend in Luft auflösen werden.

Vielleicht haben die Experten bei ihrem Optimismus aber eine auf den Daten von achtzig Börsenjahren basierende Studie des Aktienexperten Martin Zweig übersehen. Der hat nämlich herausgefunden, daß die Aktienmärkte ausgerechnet dann schlecht abschneiden, wenn die Unternehmensgewinne mit einer Rate von über 20 Prozent wachsen. Noch grotesker an dem dabei ermittelten Ergebnis ist, daß die Börsen speziell dann gut laufen, wenn die Gewinne um zehn bis 25 Prozent schrumpfen.

Nach Interpretation der Analysten bei Net Davis Research könnte dieser bemerkenswerte Zusammenhang eventuell damit erklärt werden, daß alle Anleger davon ausgehen, daß steigende Gewinne die Kurse antreiben werden und folglich schon vorab voll positioniert sind. Bei schlechten Gewinnaussichten verhalten sie sich dagegen abwartend und halten Kasse vor, die sie dann, wenn sich eine Besserung abzeichnet, wieder investieren. Ganz unbrauchbar scheint diese These umgemünzt auf die aktuelle Situation nicht zu sein.


Text: @JüB
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calexa:

Sehr interessant

 
03.08.04 21:31
Und ist auch meine Meinung. Zwar mögen Aktien so "billig" sein wie lange nicht mehr, aber das reicht einfach nicht. Immer noch sind Aktien nicht billiger als der Durchschnitt.

Man muß es sich mal so überlegen: warum sollte man als Anleger Aktien kaufen, wenn diese "angemessen" bewertet sind oder sogar immer noch im Vergleich zum Durchschnitt "leicht überbewertet"? Jeder will doch ein "Schnäppchen machen, daß geht nur, wenn man Aktien zum Discountpreis abgreifen kann. Und das ist zur Zeit, trotz der Gewinnsteigerungen der Unternehmen in den letzten Quartalen, einfach nicht der Fall. Besonders wenn man bedenkt, daß viele Unternehmen die Situation im Wettbewerb nicht unbedingt rosig sieht....

So long,
Calexa
www.investorweb.de
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Parocorp:

warum die märkte nicht drehen...

 
04.08.04 08:28
gruss
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Parocorp:

immer noch zu teuer

 
05.08.04 17:35
im schnitt...
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