Die US-Märkte mussten am Dienstag mit teils deutlichen Abschlägen aus dem Handel gehen. Zuvor hatten besonders die positiven Daten zum US-Verbrauchervertrauen für gute Stimmung gesorgt. Im Handelsverlauf sorgte dann die erwartungsgemäße Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent für schlechte Stimmung.
Ungeachtet der Zinsentscheidung preschten Aktien von Level 3 Communications um über 16 Prozent nach oben. Zuvor meldete der Anbieter von Kommunikationsnetzwerken, dass die bisherigen Prognosen für das erste Quartal erfüllt oder übertroffen werden. Freundlich notierten zudem Papiere des Baukonzerns Lennar, der im abgelaufenen Quartal mehr als erwartet verdient hatte.
Leicht negativ tendierten dagegen die Anteilsscheine des weltgrößten Autobauers General Motors, nachdem dieser bekannt gegeben hatte, einige hundert Vollzeit-Arbeiter in den USA abzubauen. Die Aktien von Pfizer zeigten sich ebenfalls schwächer. Auslös! er war ein Pressebericht, wonach sich der Pharmakonzerns derzeit mit einer Klage eines Mitarbeiterversicherungsfonds konfrontiert sieht, der ihm den Betrug im Rahmen des Medicaid-Programms vorwirft. Bis zum Abend gaben die Papiere rund 1,6 Prozent nach. Bei Apple ging es heute ebenfalls rund 1 Prozent abwärts. Hier sorgten Presseberichte nach denen Steve Jobs, Chairman und CEO von Apple, auf fast die Hälfte seiner Beteiligung an dem Unternehmen verzichtet hat.
Der Dow Jones Industrial Average schloss am Dienstag mit einem Minus von 0,85 Prozent bei 11.154,54 Zählern. Der NASDAQ Composite ging mit einem Minus von 0,48 Prozent auf 2.304,46 Punkte aus dem Handel.
Steve Jobs, Chairman und CEO des Computerherstellers Apple Computer Inc. (ISIN US0378331005/ WKN 865985), hat nach Presseangaben zufolge auf fast die Hälfte seiner Beteiligung an dem Unternehmen verzichtet, um Steuerauflagen für seine rund zehn Millionen mit einer Haltefrist versehenen Aktien zu erfüllen, die ihm! diesen Monat übertragen werden sollen. Wie das "Wall Street Journal" am Montagabend berichtete, hat Apple in einer SEC-Mitteilung von letzter Woche bekannt gegeben, dass man 4,5 Millionen Anteilsscheine von Jobs im Wert von 296 Mio. Dollar zurückbehalten wird. Damit verbleiben dem Apple-Chef noch 5,4 Millionen Aktien im Wert von 323 Mio. Dollar, hieß es weiter. Im März 2003 wurden Jobs rund zehn Millionen Unternehmensaktien gewährt, die jedoch mit einer Haltefrist von drei Jahren versehen wurden.
Der US-Automobilkonzern General Motors Corp. (GM) (ISIN US3704421052/ WKN 850000) gab heute bekannt, dass er einige hundert Vollzeit-Arbeiter in den USA abbauen wird, um sein Nordamerika-Geschäft wieder in die Gewinnzone zu bringen.
Demnach wird der weltgrößte Automobilhersteller weniger als 500 Stellen an 30 Standorten in den Vereinigten Staaten streichen. Die Kürzungen entsprechen dabei rund 1,3 Prozent der gesamten US-Belegschaft an Vollzeit-Arbeitern (36.000). Insgesamt will der Konzern in diesem Jahr jedoch 7 Prozent dieses Personals abbauen. Vor knapp einer Woche hatte sich GM mit der Gewerkschaft UAW (United Auto Workers) geeinigt, dass man seinen 113.000 Teilzeitkräften Frühpensionierungs-Angebote unterbreiten wird, um damit bis 2008 das Ziel zu erreichen, das Teilzeitpersonal um 30.000 Mitarbeiter zu reduzieren und zwölf Werke zu schließen.
Der US-Pharmakonzern Pfizer Inc. (ISIN US7170811035/ WKN 852009) sieht sich derzeit mit einer Klage eines Mitarbeiterversicherungsfonds aus New Jersey konfrontiert, der ihm den Betrug im Rahmen des Medicaid-Programms vorwirft. Dies berichtet das "Wall Street Journal" heute. Der Zeitung zufolge wird der weltgrößte Pharmakonzern beschuldigt, sein Cholesterin-Medikament Lipitor an eine breitere Patientengruppe als gesetzlich vorgeschrieben vermarktet zu haben. Darüber hinaus würden die Staatsanwälte in New York eine mögliche so genannte Off-Label-Vermarktung des Präparats prüfen. Lipitor ist das weltweit bestverkaufte Medikament. Pfizer hat damit im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Umsatz von 12,1 Mrd. Dollar erwirtschaftet. Ko nkret wird dem US-Konzern in der Klage vorgeworfen, Ärzte ab 2001 dazu ermutigt zu haben, Lipitor auch bei Patienten mit einem mittelhohen Herzinfarkt-Risiko einzusetzen, obwohl gesetzliche Richtlinien hier eine Behandlung über Änderungen im Lebensstil vorsehen.
Die Lennar Corp. (ISIN US5260571048/ WKN 851022), drittgrößte US-Baukonzern für Eigenheime, konnte Umsatz und Gewinn im ersten Geschäftsquartal (per 28. Februar 2006) steigern. Wie das Unternehmen heute erklärte, erhöhten sich die Umsatzerlöse auf 3,24 Mrd. Dollar, nach 2,41 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Dies bedeutet ein Plus von 35 Prozent. Ferner wuchs der Nettogewinn um 34 Prozent von 193,2 Mio. Dollar oder 1,17 Dollar je Aktie auf nun 258,1 Mio. Dollar bzw. 1,58 Dollar pro Aktie. Analysten hatten durchschnittlich nur ein EPS von 1,54 Dollar prognostiziert. Für das laufende zweite Quartal 2006 gehen Analysten von einem Gewinn pro Aktie von 1,95 Dollar bei Umsatzerlösen in Höhe von 3,75 Mrd. Dollar aus.
Der US-Telekommunikationsausrüster Lucent Technologies Inc. (ISIN US5494631071/ WKN 899868) und sein französischer Konkurrent Alcatel S.A. (ISIN FR0000130007/ WKN 873102) arbeiten derzeit an einem Plan, um Sicherheitsbedenken der USA bei dem geplanten Zusammenschluss der beiden Unternehmen auszuräumen. Dies berichtet das "Wall Street Journal" heute. Der Zeitung zufolge beinhaltet der Plan, dass man einige der sensibelsten verteidigungsrelevanten Forschungsaktivitäten von Lucent unter die Aufsicht eines separaten Boards stellt, das ausschließlich aus US-Amerikanern besteht. Die Ausräumung dieser Sicherheitsbedenken sei eine wesentliche Bedingung für die Genehmigung der geplanten Fusion, die ein Volumen von 33 Mrd. Dollar hat. Der genannte Plan könnte frühestens in dieser Woche bekannt gegeben werden, hieß es weiter.
Die Level 3 Communications Inc. (ISIN US52729N1000/ WKN 912667), ein US-Anbieter von Kommunikationsnetzwerken, meldete heute, dass sie davon ausgeht, ihre bisherigen Prognosen für das erste Quartal zu erfüllen oder zu übertreffen. Man rechnet für das laufende Quartal nun jedoch mit einem operativen Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisation von 140 bis 150 Mio. Dollar, nach ursprünglich erwarteten 105 bis 125 Mio. Dollar. Im Gesamtjahr soll dieses Ergebnis 600 bis 650 Mio. Dollar betragen, gegenüber zunächst kommunizierten 550 bis 600 Mio. Dollar.
Die amerikanische Juwelierkette Tiffany & Co. Inc. (ISIN US8865471085/ WKN 872811) musste im vierten Quartal trotz gestiegener Umsatzerlöse einen Gewinnrückgang hinnehmen. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch von einem steuerlichen Sondereffekt in Zusammenhang mit einem Beteiligungsverkauf profitiert. Wie die Juwelierkette heute bekannt gab, lag der Nettogewinn im Berichtszeitraum bei 140,26 Mio. Dollar bzw. 97 Cents je Aktie, nach 217,04 Mio. Dollar bzw. 1,48 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz verbesserte sich von 810,12 Mio. Dollar auf 858,45 Mio. Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 84 Cents sowie Umsatzerlöse von 870 Mio. Dollar erwartet. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Tiffany & Co. einen Anstieg der Umsatzerlöse in Höhe von 10 Prozent sowie ein Ergebnis je Aktie im Bereich von 1,77 bis 1,82 Dollar. Angesichts der bisherigen Entwicklung im ersten Quartal geht der Konzern für die ersten drei Monate des laufenden Fiskaljahres von einem Ergebnis auf dem Vorjahresniveau oder leicht darüber aus. Im ersten Quartal des Vorjahres lag das EPS bei 27 Cents. Analysten gehen für das laufende Fiskaljahr von einem EPS von 1,81 Dollar sowie einem Umsatz von 2,61 Mrd. Dollar aus. Für das erste Quartal liegen die Analystenerwartungen bei einem EPS von 30 Cents sowie einem Umsatz von 553 Mio. Dollar.
Gruß Moya 