Tach auch!
Gehöre meist eher zur lesenden Fraktion hier. Und es ist Wahnsinn was hier teilweise für ein Blödsinn geschrieben und gefordert wird.
Ja thyssenkrupp hat seine Probleme und verdient zu wenig Geld. Aber es ist bei weitem nicht so schlecht wie hier dargestellt.
Wenn man sich die aktuellen Zahlen anschaut, haben von den aktiven Einheiten lediglich zwei keinen positiven EBIT-Beitrag geleistet. Industrial Solutions und Components Technology.
Alle anderen haben wenn auch teilweise einen kleinen Beitrag geleistet.
Wer thyssenkrupp verfolgt und auch die Stahlwirtschaft weiß das es im Stahlbereich immer ein schwankendes Geschäft aufgrund der Konjuktur gibt es gibt immer einige gute bis sehr gute Jahre und danach gibt es wieder einige schlechte Jahre. Das ist genau der Grund warum thyssenkrupp in den letzten Jahren die Geschäfte diversifiziert hat, um genau diese Ergebnis-Schwankungen aufzufangen. Das heißt man kann davon ausgehen das im übernächsten Geschäftsjahr das Stahlgeschäft wieder deutlich anders aussieht.
Dann muss man auch noch schauen woher dieses Minus von 300 Mio tatsächlich kommt. Thyssenkrupp hat klar kommuniziert das ein dreistelliger Millionenbetrag für eine Kartellstrafe im Stahlbereich zurück gestellt wurde. Ein dreistelliger Millionenbetrag für Umstrukturierungsmaßnahmen. Hinzu kommen die Kosten die im letzten Geschäftsjahr für das nicht zustande gekommene Joint Venture und für die nicht realisierte Aufspaltung des Konzerns entstanden sind sicherlich auch ein dreistelliger Millionenbetrag. Wenn man diese außerordentlichen Kosten abzieht hat man direkt ein leicht positives Ergebnis (wenn auch natürlich viel zu klein für so ein großen Konzern). Natürlich muss thyssenkrupp die Geschäfte und Zahlen derzeit noch schlechter darstellen als sie vielleicht sind um die Umstrukturierungsmaßnahmen bei Mitbestimmung durchzubekommen. Weil jeder weiß wie stark die IG Metall bei thyssenkrupp ist.
Das größte Problem worunter thyssenkrupp heute noch leidet sind die versenkten Milliarden in Brasilien. Daher resultieren auch noch die hohen Schulden.
Zum Elevator IPO oder Verkauf. Ich finde das erstaunlich wieviele hier meinen wie schnell ein Konzernunternehmen welches komplett in einer Struktur eingebunden ist verkauft werden kann. Das Unternehmen muss erstmal auf komplett eigene Beine gestellt werden und eigenständig arbeiten können, bevor man es verkaufen oder an die Börse bringen kann. Dafür müssen Strukturen geschaffen werden die einige Monate in Anspruch nehmen. Ebenso gibt es keinen Käufer der die Katze im Sack kauft, auch ein Investor will genaue Aufstellungen haben wie ein Unternehmen aufgestellt ist. Auch dieses kann nicht per Knopfdruck realisiert werden.
Es ist richtig das sich thyssenkrupp neu aufstellen muss und vor allem den riesigen Wasserkopf in der Verwaltung verkleinern muss. Aber diese Maßnahmen dauern Ihre Zeit auch aufgrund der geltenden Mitbestimmung. Fakt ist es wurde ein Stellenabbau von 6.000 FTE angekündigt. Bei Elevator ist man schon in Gesprächen mit Investoren. Die Bereiche Industrials und Components werden aufgelöst und es werden Partner oder Käufer hierfür gesucht. Bei Steel und Materials laufen Umstrukturierungsmaßnahmen inkl. Arbeitsplatzabbau.
Mitarbeiter freizusetzen kostet Geld. Eine neue Struktur aufzubauen kostet Geld. Und alles benötigt Zeit. Und daher hat die Merz schon richtigerweise angekündigt das das laufende Geschäftsjahr natürlich nicht positiv sein. Abgesehen natürlich wenn die positiven Sondereffekte wie Elevatorverkauf oder der Verkauf von anderen Firmen realisiert werden kann. Wovon man ausgehen kann.
Meines Erachtens hat thyssenkrupp das erste mal seit Jahren die richtigen Wege eingeschlagen.