(zweiter Versuch.)
Und nein, das meine ich ausnahmsweise mal nicht sarkastisch. ;-)
Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Ingenieure bei Tesla hervorragende Arbeit leisten und beeindruckende technische Lösungen entwickeln.
Nur wird dabei gerne eine Kleinigkeit übersehen: Eine herausragende Ingenieursleistung ist noch lange kein erfolgreiches Produkt.
Der fliegende Roadster ist sicherlich eine beeindruckende technische Herausforderung. Starship ebenfalls. Und auch im Cybercab steckt zweifellos jede Menge Ingenieurskunst.
Aber was nützt die genialste technische Lösung, wenn es dafür keinen ausreichend großen Markt gibt, das Geschäftsmodell nicht funktioniert oder das Produkt an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden vorbeientwickelt wurde?
Und da wären wir wieder bei der Fehlerkultur.
Gute Ingenieure können auch hervorragende Lösungen für völlig falsche Produktentscheidungen entwickeln. Entscheidend ist deshalb, ob sie solche Entscheidungen hinterfragen dürfen und ob ihre Einwände beim Management überhaupt Gehör finden.
Denn eines sollte man nicht vergessen: Die Ingenieure werden für ihre Arbeit bezahlt, nicht für den wirtschaftlichen Erfolg des Produkts. Selbst wenn sich das Ergebnis später als milliardenschwerer Flop herausstellt, kann die technische Arbeit trotzdem erstklassig gewesen sein.
Ingenieurskunst beweist, dass man etwas bauen kann. Sie beweist weder, dass man es bauen sollte, noch, dass irgendjemand bereit ist, dafür zu bezahlen.
Und genau diesen Unterschied scheinen manche Tesla-Fans konsequent auszublenden.