Telekom!!! KURS einstellig!!!


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Telekom!!! KURS einstellig!!!

 
24.05.02 11:42
Telekom: Sommer im Gegenwind - Kurs bald einstellig?

Revidiert endlich die UMTS-Lizenzen!
 
Jetzt bezieht die Deutsche Telekom auch von der Rating-Agentur Moody’s Prügel. Sie blickt skeptisch in die Zukunft und senkt den Ausblick auf die Kreditwürdigkeit von „stabil" auf „negativ". Dies und die Kurszielreduktion von 20,30 auf 16,10 Euro durch Morgan Stanley ließ die T-Aktie gestern auf ein neues Rekordtief fallen und durchkreuzt die Pläne des Bonner Konzerns, seine Schulden neu zu ordnen.

Der magenta-farbene Riese wollte ursprünglich gestern eine Anleihe im Volumen von rund 5 Mrd. Euro begeben. Im Vorfeld war von einer mehrfachen Überzeichnung gesprochen worden, wobei das im Anleihemarkt lediglich eine unverbindliche Willensbekundung darstellt. Der Versuch, die Anleihe zu platzieren, soll heute durchgeführt werden – allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen, als zunächst geplant. Mancher Beobachter glaubt schon, dass mit dieser Anleihe wegen der erhöhten Rendite mehr verdient werden kann als mit der Volksaktie.

Wenn die Kreditwürdigkeit tatsächlich abgestuft wird, müsste die Telekom nach Angaben des Konzernchefs Ron Sommer rund 100 Mio. Euro mehr Zinsen im Jahr für ihre Anleihen zahlen. Der Schuldenberg von mehr als 67 Mrd. Euro belastet die Gesellschaft derzeit mit 4,4 Mrd. Euro Zinsen im Jahr. Aus Unternehmenskreisen heißt es jedoch, Moody’s werde das Rating mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden 18 Monaten nicht herabsetzen. Das muß man nicht glauben, denn Anlässe dazu wird es noch genügend geben.

Moody’s begründet den Schritt mit dem Festnetzgeschäft der Telekom, dessen Wachstum nachlässt und dessen Ertrag im ersten Quartal drastisch eingebrochen ist . Hier zeichnet sich keine Entspannung ab. Unter anderem droht jetzt die Öffnung des Ortsnetzes für Konkurrenten. Das führt wahrscheinlich zu einem ähnlichen Preiskrieg wie seinerzeit bei den Ferngesprächen.

Auch sonst bleiben zahlreiche Fragezeichen. So erscheinen die Pläne zum Schuldenabbau etwas irreal. Der Verkaufswert der magentafarbenen Immobilien ist im Gerede. Auch wie der profitable Verkauf der TV-Kabelsysteme gelingen soll, ist einstweilen unklar. Die Regulierungsbehörde RegTP verlangt, das Fernsehkabel mit einem Internet- und Telefonanschluss aufzurüsten. Die damit verbundenen Kosten sind immens. Die immer kleiner werdende Zahl der Betreiber von Kabelnetzen hat schon genug andere Probleme.

Den Börsengang der Mobilfunktochter T-Mobile kann man auch zunächst vergessen. Er wäre wohl im vergangenen Jahr noch möglich gewesen. Mittlerweile haben sich die Bedenken gegenüber UMTS und dem Mobilfunkgeschäft insgesamt dermaßen verdichtet, dass noch viel Zeit ins Land gehen wird, bis sich die Bedingungen wieder verbessern. In diesem Zusammenhang wird auch der Kauf der US-Mobilfunktochter VoiceStream immer stärker hinterfragt. Sommer hatte – nicht nur - im vergangenen Jahr mehr Größe als Rentabilität im Kopf, als er einen vielleicht für damalige europäische Maßstäbe gerechtfertigten Preis gezahlt hat. Die geringere Bevölkerungsdichte in den USA bedingt jedoch deutlich höhere Kosten beim Netzausbau, sodass der Kaufpreis allgemein als viel zu hoch eingeschätzt wird.

Ob Sommer noch lange an der Spitze der Telekom steht, wird sich bald zeigen. Auf der Hauptversammlung in der nächsten Woche wird er sich herber Kritik von Fondsmanagern, Aktionärsschützern und Aktionären stellen müssen. Da nützt es wenig, dass ihm der seit Jahren eifrig nickende Aufsichtsrat, sowie die Politik, allen voran Medienkanzler Gerhard Schröder und Finanzminister Hans Eichel, die Stange hält. Was soll man auch anderes tun, wenn es an Alternativen mangelt. Auch begabtere Manager dürften bei diesem Schuldenstand Schwierigkeiten haben, das Ruder herumzureißen.

Sommer steht allerdings nicht alleine vor dem Scherbenhaufen ehemaliger Großmannssucht. Das war die Krankheit der Telekommunikationswirtschaft der vergangenen Jahre, als nur Größe zählte und die Finanzmärkte reichlich billiges Geld bereithielten. Jetzt ist Heulen und Zähneklappern angesagt. Der Pleitegeier kreist über der Branche.

Wenn die Politik Sommers statt mit hohlen Worten mit Taten helfen wollte, sollte sie schleunigst dem französischen Beispiel folgen und die Preise für die UMTS-Lizenzen nachträglich revidieren .


w:o Autor: Klaus Singer, 10:47 24.05.02    

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