Millionen-Schulden: Telekom kappt Internet Provider die Leitungen
Kunden des Münchner Internet Providers Streamgate dürften in den nächsten Stunden einen ziemlichen Schock bekommen, wenn sie telefonieren oder per DSL surfen wollen. Die Deutsche Telekom hat Streamgate mit Wirkung ab heute 15 Uhr die Leitungen abgeschaltet. Der Grund: Aussenstände von Streamgate bei der Telekom in Höhe eines fast zweistelligen Millionenbetrages in Euro.
Zuvor habe die Deutsche Telekom mit der Streamgate AG intensive Gespräche zur Lösung des Problems geführt, wie Frank Domagalla, Pressesprecher der Telekom, gegenüber PC-WELT erklärte. Die Deutsche Telekom sei auch weiterhin verhandlungsbereit, falls es neue Lösungsvorschläge gebe.
Für die Kunden und sicherlich auch für viele Mitarbeiter von Streamgate dürfte die Stilllegung der Leitung ein Schock sein. Streamgate hatte anscheinend bis Redaktionsschluss seine Kunden nicht von der Leitungsabschaltung informiert, wie PC-WELT von erbosten Kunden erfuhr. Besonders für Kunden, die die DSL-Flatrate beruflich nutzen, stellt die Abschaltung eine gravierende Maßnahme dar. Sie müssen sich jetzt kurzfristig einen neuen Anbieter suchen. Bis der neue DSL-Anschluss bei einem anderen Anbieter frei geschaltet ist, dürfte jedoch einige Zeit vergehen - Zeit, in der sie nicht arbeiten können. Die Deutsche Telekom darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen für diese Kunden kein beschleunigtes Verfahren bei der Vergabe von DSL-Anschlüssen anbieten, wie Domagalla auf Nachfrage der PC-WELT erläuterte.
Abschaltung früher als erwartet
PC-WELT wurde heute von einem Streamgate-Kunden von der bevorstehenden Abschaltung der Telefon- und DSL-Verbindungen informiert. Der Kunde war jedoch keineswegs offiziell von Streamgate in Kenntnis gesetzt worden, sondern hatte von seinem baldigen "Offline-Dasein" aus informellen Quellen erfahren. Außerdem hieß es zunächst, die Leitungen würden erst ab Freitag, den ersten März, gekappt. Die Hotline von Streamgate konnte dem Kunden keinerlei Auskunft zur bevorstehenden Leitungsstilllegung geben.
Nicht nur Kunden von Streamgate, auch Freenet -Nutzer könnten von der Abschaltung betroffen sein. Streamgate fungierte nämlich für Freenet als technischer Dienstleister beim Aufbau eines DSL-Netzes, wie Elke Rüther, Unternehmenssprecherin von Freenet, gegenüber PC-WELT erklärte.
Rund 500 Kunden von Freenet hängen im Raum München am DSL-Netz von Streamgate. Freenet habe seine von der Streamgate-Abschaltung betroffenen Kunden gestern Abend noch telefonisch von den Problemen bei Streamgate informiert.
Bei Freenet geht man jedoch davon aus, dass es für die Freenet-Kunden zu keinen Ausfallzeiten kommen wird, da das Unternehmen mit der Deutschen Telekom bereits verhandelt hat, damit die Internet-Zugänge für Freenet-Kunden freibleiben. Zudem habe es mit Streamgate Gespräche über eine Auffanglösung gegeben, diese seien jedoch gescheitert.
Keine Reaktion von Streamgate
Bis Redaktionsschluss war von Streamgate trotz mehrmaliger Anfragen keine Stellungnahme zu bekommen. Der Pressemitteilung von Freenet zufolge hat die Streamgate AG Insolvenz angemeldet. Weiter heißt es: "Streamgate konnte die nötigen Finanzierungsrunden zum angestrebten bundesweiten DSL-Rollout in 40 deutschen Großstädten nicht realisieren." Freenet führe bereits Gespräche mit anderen City Carriern und anderen Anbietern mit dem Ziel, einen DSL-Zugang anbieten zu können.
Streamgate war im Sommer 2001 durch aggressive Werbung für sein DSL-Angebot aufgefallen. Streamgate hatte unter dem Motto "6 oder 1000" mit Kunden gewettet, ihnen einen DSL-Anschluss in sechs Wochen bereitstellen zu können und versprochen, bei Nichterfüllung 1000 Mark zu zahlen. Ein nicht genannter Mitbewerber mahnte jedoch Streamgate ab, woraufhin das Unternehmen diese Kampagne abändern musste.
Das Angebot von Streamgate umfasste einen kombinierten DSL- und Telefonanschluss (wahlweise Analog- oder ISDN) sowie eine zeitlich und volumenmäßig unbegrenzte Flatrate. Der Downstream ist mit 1024 Kilobits pro Sekunde höher als beim DSL-Angebot der Deutschen Telekom mit 768 Kilobits pro Sekunde, der Upstream mit 128 Kilobits pro Sekunde identisch.
Außerdem wurden jedem Kunden fünf Megabyte Speicherplatz für seine Homepage sowie fünf Mailadressen angeboten. Im Preis enthalten waren außerdem ein DSL-Router, der Modem und Splitter ersetzt. Die für den PC erforderliche Netzwerkkarte musste sich der Kunde selbst besorgen.
Kunden des Münchner Internet Providers Streamgate dürften in den nächsten Stunden einen ziemlichen Schock bekommen, wenn sie telefonieren oder per DSL surfen wollen. Die Deutsche Telekom hat Streamgate mit Wirkung ab heute 15 Uhr die Leitungen abgeschaltet. Der Grund: Aussenstände von Streamgate bei der Telekom in Höhe eines fast zweistelligen Millionenbetrages in Euro.
Zuvor habe die Deutsche Telekom mit der Streamgate AG intensive Gespräche zur Lösung des Problems geführt, wie Frank Domagalla, Pressesprecher der Telekom, gegenüber PC-WELT erklärte. Die Deutsche Telekom sei auch weiterhin verhandlungsbereit, falls es neue Lösungsvorschläge gebe.
Für die Kunden und sicherlich auch für viele Mitarbeiter von Streamgate dürfte die Stilllegung der Leitung ein Schock sein. Streamgate hatte anscheinend bis Redaktionsschluss seine Kunden nicht von der Leitungsabschaltung informiert, wie PC-WELT von erbosten Kunden erfuhr. Besonders für Kunden, die die DSL-Flatrate beruflich nutzen, stellt die Abschaltung eine gravierende Maßnahme dar. Sie müssen sich jetzt kurzfristig einen neuen Anbieter suchen. Bis der neue DSL-Anschluss bei einem anderen Anbieter frei geschaltet ist, dürfte jedoch einige Zeit vergehen - Zeit, in der sie nicht arbeiten können. Die Deutsche Telekom darf aus wettbewerbsrechtlichen Gründen für diese Kunden kein beschleunigtes Verfahren bei der Vergabe von DSL-Anschlüssen anbieten, wie Domagalla auf Nachfrage der PC-WELT erläuterte.
Abschaltung früher als erwartet
PC-WELT wurde heute von einem Streamgate-Kunden von der bevorstehenden Abschaltung der Telefon- und DSL-Verbindungen informiert. Der Kunde war jedoch keineswegs offiziell von Streamgate in Kenntnis gesetzt worden, sondern hatte von seinem baldigen "Offline-Dasein" aus informellen Quellen erfahren. Außerdem hieß es zunächst, die Leitungen würden erst ab Freitag, den ersten März, gekappt. Die Hotline von Streamgate konnte dem Kunden keinerlei Auskunft zur bevorstehenden Leitungsstilllegung geben.
Nicht nur Kunden von Streamgate, auch Freenet -Nutzer könnten von der Abschaltung betroffen sein. Streamgate fungierte nämlich für Freenet als technischer Dienstleister beim Aufbau eines DSL-Netzes, wie Elke Rüther, Unternehmenssprecherin von Freenet, gegenüber PC-WELT erklärte.
Rund 500 Kunden von Freenet hängen im Raum München am DSL-Netz von Streamgate. Freenet habe seine von der Streamgate-Abschaltung betroffenen Kunden gestern Abend noch telefonisch von den Problemen bei Streamgate informiert.
Bei Freenet geht man jedoch davon aus, dass es für die Freenet-Kunden zu keinen Ausfallzeiten kommen wird, da das Unternehmen mit der Deutschen Telekom bereits verhandelt hat, damit die Internet-Zugänge für Freenet-Kunden freibleiben. Zudem habe es mit Streamgate Gespräche über eine Auffanglösung gegeben, diese seien jedoch gescheitert.
Keine Reaktion von Streamgate
Bis Redaktionsschluss war von Streamgate trotz mehrmaliger Anfragen keine Stellungnahme zu bekommen. Der Pressemitteilung von Freenet zufolge hat die Streamgate AG Insolvenz angemeldet. Weiter heißt es: "Streamgate konnte die nötigen Finanzierungsrunden zum angestrebten bundesweiten DSL-Rollout in 40 deutschen Großstädten nicht realisieren." Freenet führe bereits Gespräche mit anderen City Carriern und anderen Anbietern mit dem Ziel, einen DSL-Zugang anbieten zu können.
Streamgate war im Sommer 2001 durch aggressive Werbung für sein DSL-Angebot aufgefallen. Streamgate hatte unter dem Motto "6 oder 1000" mit Kunden gewettet, ihnen einen DSL-Anschluss in sechs Wochen bereitstellen zu können und versprochen, bei Nichterfüllung 1000 Mark zu zahlen. Ein nicht genannter Mitbewerber mahnte jedoch Streamgate ab, woraufhin das Unternehmen diese Kampagne abändern musste.
Das Angebot von Streamgate umfasste einen kombinierten DSL- und Telefonanschluss (wahlweise Analog- oder ISDN) sowie eine zeitlich und volumenmäßig unbegrenzte Flatrate. Der Downstream ist mit 1024 Kilobits pro Sekunde höher als beim DSL-Angebot der Deutschen Telekom mit 768 Kilobits pro Sekunde, der Upstream mit 128 Kilobits pro Sekunde identisch.
Außerdem wurden jedem Kunden fünf Megabyte Speicherplatz für seine Homepage sowie fünf Mailadressen angeboten. Im Preis enthalten waren außerdem ein DSL-Router, der Modem und Splitter ersetzt. Die für den PC erforderliche Netzwerkkarte musste sich der Kunde selbst besorgen.