Aldi-Navigationssystem im Schnelltest
Wegweisendes Angebot fürs Auto
Aldi verspricht viel: "Mobil und flexibel" sowie "überall einsetzbar" sei das Navigationssystem. Das stimmt - fast: Das GPS-Gerät weist nur im Auto den Weg. Wanderer oder Radfahrer werden enttäuscht sein. Der Navigationsteil braucht den 12 Volt-Anschluss des Zigarettenanzünders. Den gibts nur im Auto. Doch wer fürs Auto eine Alternative zum fest installierten GPS-System sucht, findet bei Aldi ein Schnäppchen.
Flotter Einbau
Noch auf dem Aldi-Parkplatz kann das Gerät installiert werden: Eine Schwanenhalshalterung wird mit einem Saugnapf innen an die Windschutzscheibe geklebt, der Pocket-PC in die Halterung gesteckt. Jetzt noch den GPS-Empfänger auf dem Armaturenbrett befestigen und das Ganze mit dem Zigarettenanzünder verkabeln. Und los gehts.
Warten auf die erste Ansage
Mit Navigieren allerdings muss der Fahrer noch eine Weile warten. Erst nach einer Viertelstunde kann er ein Ziel aus der Datenbank auswählen und den Weg dahin von der netten und gut verständlichen Frauenstimme ansagen lassen. Doch das betrifft nur die erste Inbetriebnahme. Beim nächsten Mal steht die Satellitenpeilung schon nach wenigen Sekunden - schneller als bei vielen anderen GPS-Empfängern. Nicht geeignet ist der Aldi-Navigierer für Offroadfans: Das Ziel kann nicht über Koordinaten bestimmt werden. Mit anderen Worten: Was nicht auf der Karte eingezeichnet ist, kann nicht satellitengestützt angesteuert werden. Weitere Einschränkung: Die Position wird nur in Grad, Minuten und Sekunden angezeigt. Andere Koordinatensysteme, wie das international übliche UTM, sind nicht möglich.
Gutes Material
Wer Ziele erreicht, will häufig auch wissen, wie er hingekommen ist. Viele GPS-Empfänger haben dafür die so genannte Brotkrumenspur-Funktion. Am Ziel angekommen, kann der gefahrene Weg nachvollzogen werden. Auch diese Funktion fehlt beim Medion-Gerät. Abgesehen von der langsamen und trägen Zielauswahl ist die Handhabung gut. Das mitgelieferte Kartenmaterial ist sehr genau und detailliert. Allein solche Software kostet normalerweise viel Geld.
Genaue Standortbestimmung
Noch ein Nachteil: Das Gerät liefert im Gegensatz zu allen GPS-Empfängern aus test 6/03 keine Höhenangabe. Bei Autofahrten durchs Gebirge kann diese Information durchaus interessant sein. Was die Navigation in der Fläche betrifft, ist das Aldi-Produkt ziemlich genau. Die Abweichung liegt unter fünf Metern. Und der Empfänger ist zuverlässig. Auch im Wald findet der Fahrer den rechten Weg.
Alternatives Angebot
Real bietet seit diesem Montag ein ähnliches Navigationssystem an: von Yakumo für 499 Euro. Das Aldi- und das Yakumo-Paket sind fast identisch. Im Real-Angebot fehlt allerdings die Speicherkarte und die Navigationssoftware ist nicht auf dem neuesten Stand. Die beiden PDAs sind baugleich und solide. Verlässt der Fahrer das Auto, hat er einen mobilen Klein-PC, mit dem er seine Termine verwalten, kleine Texte schreiben oder Tabellen kalkulieren kann. In Verbindung mit dem Handy kann er auch E-Mail checken oder im Internet surfen.
test-Kommentar: Schnäppchen für Autofahrer »
Quelle: Stiftung Warentest 24.06.2003