30.10.2009 15:12Wenn selbst gute US-Daten nicht helfen
Die Stimmung unter den Chicagoer Einkaufsmanagern ist überraschend auf den höchsten Stand seit September 2008 geklettert. Normalerweise sollte nun auch die Stimmung unter den Investoren an den Aktienmärkten steigen.
Zumal auch der Index des US-Verbrauchervertrauens laut der zweiten Schätzung im Oktober bei 70,6 Punkten lag – und damit die Erstschätzung von 69,4 Punkten nach oben revidiert wurde. Das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima fiel damit besser aus, als am Markt erwartet worden war. Volkswirte hatten mit einem Stand von 70,0 Punkten gerechnet.
Die Stimmung unter den US-Konsumenten wird an den Finanzmärkten weltweit kritisch beäugt, sind die dortigen Verbraucher doch für rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft der Welt verantwortlich.
Frühindikator knackt Wachstumsmarke
Auch der bereits um 14.45 Uhr veröffentlichte Chicagoer Einkaufsmanagerindex erfährt für gewöhnlich an den Märkten große Beachtung, ihm wird die Rolle eines Frühindikators für den nationalen Einkaufsmangerindex ISM und damit für die Konjunktur in den Vereinigten Staaten zugewiesen.
Sollte er dieser Rolle gerecht werden, so müssten Anleger eigentlich aufatmen können: Der Index kletterte nämlich erstmals seit über einem Jahr überraschend über die Expansionsschwelle von 50 Punkten auf exakt 54,2 Zähler. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg auf 49,0 Punkte erwartet. Indexstände von über 50 Punkten signalisieren eine wirtschaftliche Belebung, während Werte darunter auf einen Rückgang hinweisen.
Begeisterung hält sich schwer in Grenzen
Doch am Freitag kann selbst dieser unerwartet positiv ausgefallene Frühindikator die Anleger zunächst nicht zu Käufen verführen. Der deutsche Leitindex Dax und sein Kompagnon in den USA, der Dow-Jones-Index, zuckten nur kurzfristig nach oben, bevor sie wieder den Verlustpfad einschlugen und ihre Abwärtsbewegung sogar verschärften.
Markbeobachter werteten dies als Zeichen, dass nach der gestrigen Rally nun schon wieder die Bären das Zepter an den Börsen übernommen haben.
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