DJ: UPDATE: Steigende Nachfrage beflügelt SMA Solar
(NEU: Hintergrund, Analyst, Aktienkurs)
Allein im Juli sind nach Zahlen der Bundesnetzagentur Anlagen mit einer
Leistung von 300 MW neu installiert worden. Insgesamt rechnet der Bundesverband
Solarwirtschaft mit einem Wachstum des deutschen Marktes in diesem Jahr auf
2.000 MW von 1.650 MW im Jahr 2008.
Von Martin Rapp
DOW JONES NEWSWIRES
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die SMA Solar Technology AG verspürt wieder eine
kräftige Nachfrage und hat ihre Prognosen überraschend erhöht. Nachdem die
Unternehmen der Solarbranche mit den negativen Folgen der Wirtschaftskrise zu
kämpfen hatten, deuten die Zahlen des TecDAX-Unternehmens ein Ende der
Marktschwäche an.
Der Aktienkurs von SMA schnellte am Dienstag nach oben. Bis zum Nachmittag
steigt das Wertpapier um mehr als 13% auf über 66,92 EUR. Der TecDAX selbst
legt gleichzeitig nur um 0,3% zu.
Für 2009 rechnet das Unternehmen nun mit Erlösen zwischen 760 Mio und 810 Mio
EUR. Die Marge vor Zinsen und Steuern soll zwischen 21,5% und 23,5% liegen. Die
zuletzt zur Bekanntgabe der Halbjahreszahlen Mitte August kommunizierte
Prognose hatte auf Erlöse zwischen 680 Mio und 730 Mio EUR gelautet. Vor Zinsen
und Steuern wollte der Zulieferer der Photovoltaikbranche eine Marge zwischen
18% und 20% erzielen.
SMA Solar bezeichnete die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal als "sehr
positiv". Die anhaltend hohe Nachfrage nach den von dem Unternehmen
hergestellten Photovoltaik-Wechselrichtern habe zu einer Umsatzsteigerung von
rund 38% geführt. In den drei Monaten von Juli bis Oktober erzielte SMA Solar
Einnahmen von rund 312 Mio EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
erreichte 86 Mio EUR nach 63 Mio EUR im Vorjahr.
Die Erlöse lagen deutlich über den im Vorjahr erzielten 226,7 Mio EUR und
waren damit das umsatzstärkste Vierteljahr der Unternehmensgeschichte. Zum
Vergleich: Im ganzen Jahr 2007 hatte das Unternehmen aus dem hessischen
Niestetal einen Umsatz von 327 Mio EUR gemacht.
Nach neun Monaten wurde die Schwäche des ersten Halbjahres damit nahezu
ausgeglichen. Bis Ende September ergab sich ein Umsatzplus von 8% auf 559 Mio
EUR, nachdem nach sechs Monaten noch ein Minus von 16% verzeichnet worden war.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich auf rund 120 Mio EUR.
Das sind knapp 12 Mio EUR weniger als im Vorjahr. Damit liegt die entsprechende
Marge von 21,5% noch deutlich unter den 2008 erzielten 25,4%.
Wechselrichter sind wesentliche Bestandteile von Anlagen, die mittels
Photovoltaik aus Sonnenenergie Strom erzeugen. Der entstehende Gleichstrom muss
mit den Geräten zur Einspeisung ins Netz in Wechselstrom "umgerichtet" werden.
Bei diesen Apparaturen sieht sich SMA Solar mit einem Anteil von fast 40% als
weltweiter Marktführer.
Dieser hohe Marktanteil sorgte auch dafür, dass das Unternehmen den Einbruch
der Nachfrage für Photovoltaik-Anlagen zu spüren bekam. Zur Finanzkrise, die
größere Projekte schwerer finanzierbar gemacht hat, kam noch die Kappung der
Subventionen in Spanien hinzu. War das Land mit einer Leistung von über 2
Gigawatt vergangenes Jahr noch der größte Markt weltweit, wurde für dieses Jahr
für die Förderung eine Obergrenze von 500 Megawatt (MW) festgelegt.
Damit brach ein großer Teil der Nachfrage weg und muss nun von anderen
Ländern aufgefangen werden. Weithin wird damit gerechnet, dass Deutschland in
diesem Jahr der größte Markt sein wird. Hier kommt auch zum Tragen, dass mit
der neuen Regierung aus Unionsparteien und FDP mit einer stärkeren Absenkung
der Einspeisevergütungen ab 2010 gerechnet wird, was die Nachfrage treibt.
Allein im Juli sind nach Zahlen der Bundesnetzagentur Anlagen mit einer
Leistung von 300 MW neu installiert worden. Insgesamt rechnet der Bundesverband
Solarwirtschaft mit einem Wachstum des deutschen Marktes in diesem Jahr auf
2.000 MW von 1.650 MW im Jahr 2008.
Mit dem starken Aufschwung für SMA Solar haben selbst Fachleute nicht
gerechnet. "Die Zahlen kamen überraschend und waren überraschend gut", sagte
Robert Schramm, Analyst bei der Commerzbank. Die Erlöse des dritten Quartals
hätten zwischen 25% und 30% über der eigenen Schätzung gelegen. Der Analyst
sieht einen Vorteil für SMA Solar darin, als deutsches Unternehmen auf dem
weltgrößten Markt heimisch zu sein. Auch wenn zukünftig China einen stärkeren
Anteil einnehmen wird, rechnet Schramm damit, dass das Unternehmen weiter
deutlich zulegen wird.
Webseite: www.sma.de
- Von Martin Rapp, Dow Jones Newswires; +49 (0) 211 13 87 214;
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