Solarworld vs. Suntech: „Wir haben keine Angst vor den Chinesen“
Florian Söllner
Photon Consulting ist von der Wettbewerbsfähigkeit von Solarworld überzeugt. Zwar holen die Chinesen bei den Kosten auf, Solarworld punktet jedoch mit einer hohen Produktqualität.
„Wir haben keine Angst vor den Chinesen“, so Frank Asbeck, Vorstandschef der Solarworld AG, im Gespräch mit dem AKTIONÄR. Berichte, wonach die chinesische Konkurrenz einen extremen Kostenvorteil habe, könne er nicht nachvollziehen: "Denn aufgrund unserer guten Silizium-Langfristverträge stellen wir unsere Wafer äußerst günstig her. Unsere Modulproduktionskosten sind daher unterm Strich auf einem sehr niedrigen Niveau.“
Dem AKTIONÄR vorliegende Zahlen belegen das. Suntech gab bislang 1,65 Dollar pro Watt für Wafer aus und Solarworld nur 0,87 Dollar. Zwar punktet Suntech offensichtlich bei nachgelagerten Prozesskosten, doch unterm Strich hat Solarworld bisher sogar einen Kostenvorteil: Suntech produzierte bis zuletzt Module für 2,42 Dollar/Watt, Solarworld für nur 2,27 Dollar/Watt.
In Zukunft könnte der Wafer-Kostenvorteil für Solarworld jedoch schwinden, da auch asiatische Hersteller Zugriff auf günstiges Silizium bekommen: Der Siliziumpreis am Spotmarkt ist gemäß Photon Consulting von ca. 384 US-Dollar im Oktober 2008 auf ca. 79 Dollar im Mai 2009 gefallen.
Bestens positioniert
Dennoch kommt am Solarriesen Solarworld so leicht keiner vorbei. Photon-Europa-Pressesprecher Bernd Schüßler sagte dem AKTIONÄR: "Solarworld gehört laut einer Untersuchung von Photon Consulting genauso wie Suntech zu den weltweit bestpositioniertesten Solarunternehmen. Solarworld deckt große Teile der Wertschöpfungskette selbst ab und verfügt über günstige Wafer, weil sie diese im eigenen Haus produziert."
Langfrist-Favorit
Der Preisdruck wird durch die aufstrebende asiatische Konkurrenz größer. Doch Solarworld hat viele Trümpfe in der Hand, aus dem Verdrängungskampf als Sieger hervorzugehen. Neben den hohen liquiden Mitteln, besonders leistungsstarken Solarmodulen und einer vollautomatisierten Fertigung überzeugt die Vor-Ort-Produktion im Wachstumsmarkt Nordamerika. Wenngleich die Aktie vor wenigen Tagen ausgestoppt wurde, sollte Solarworld weiterhin auf keiner Watchlist fehlen.
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