
Notwendig sei jetzt eine gemeinsame Linke Liste, sagte Lafontaine der „Bild”-Zeitung nach einem am Dienstag verbreiteten Vorabbericht aus der Mittwochausgabe. Es sei nicht sinnvoll, wenn zwei kleine Parteien wie die SPD-Abspaltung WASG und die PDS links von der SPD anträten.
„Bin bereit mitzumachen”
„Wenn es zu einer gemeinsamen Liste kommen sollte, bin ich bereit mitzumachen”, sagte Lafontaine. Die aus Protest gegen die Reformpolitik der Bundesregierung von Gewerkschaftern und ehemaligen SPD-Mitglieder entstandene Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) hatte bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2,2 Prozent der Stimmen gewonnen.
Lafontaine war im März 1999 nach einem Zerwürfnis mit Schröder als Bundesfinanzminister und SPD-Vorsitzender zurückgetreten. Er hatte sich seitdem immer wieder als Kritiker des Kanzlers hervorgetan. Lafontaine ist nach wie vor SPD-Mitglied. Es war erwartet worden, daß er nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen aus der Partei austritt. Am Wahlabend sagte er jedoch, er wolle zunächst abwarten, ob die SPD ihren Kurs ändere. Bleibe es bei Hartz IV, dann werde er die Partei nicht unterstützen.
Gysi will diese Woche entscheiden
Die seit der Bundestagswahl 2002 nur noch mit zwei Abgeordneten im Parlament vertretene PDS hofft für die im Herbst anstehende Wahl auf eine erneute Kandidatur ihres einstigen Spitzenmannes Gregor Gysi. Nach Angaben der Partei will sich Gysi noch in dieser Woche erklären.
Gysi war 2002 als Berliner Wirtschaftssenator zurückgetreten, weil er dienstlich erworbene Bonus-Meilen privat genutzt hatte. In der PDS hieß es am Dienstag ergänzend zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der WASG, die Sozialisten seien wie schon früher bereit, mit offenen Listen anzutreten. Dazu fänden derzeit Gespräche statt, sagte PDS-Sprecher Hendrik Thalheim ohne zunächst Einzelheiten zu nennen.
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