Oft lese ich im Forum welche Investitionsfehler beim Kaufen und Verkaufen der Steinhoff-Aktie gemacht werden. Es sind Emotionen, Angst ist die eine Ursache, Gier die andere. Der «Konzern im Umbau», insbesondere auch die häufige Kritik an der Führungsmannschaft, hat aber solche Emotionen nicht verdient. Er wird vermut-lich alle Anleger, die noch an Bord sind, in der (nahen) Zukunft noch positiv über-raschen.
Ich räume ein: Die derzeitige sichtbare Faktenlage mag den Kurs der Aktie nicht er-klären.
Über Aktien von Unternehmen, deren finanzielle Situation oft durch Medienschelte und Manipulation dem konservativen Anleger angsteinflößend und bedenklich er-scheinen, sollte man mehr als einmal nachdenken, wenn man sie aufgrund von Emotionen verkaufen will. Steinhoff ist ein gutes Beispiel, Gesten war wieder so ein Tag.
Ich kenne das Unternehmen, seit es vor knapp vier Jahren in die Schlagzeilen ge-riet und der Kurs quasi pulverisiert wurde. Heute um Nachhinein fällt mir kaum ein anderes Unternehmen ein, dessen Aussichten so extrem vom Markt unterschätzt wird.
Die Lage ist heute wesentlich besser als noch vor Jahren.
Entsprechend der Planung des Managements wurde und wird Steinhoff gerade erfolgreich umstrukturiert. Das zuvor vereinbarte Lock-Up-Agreement schützt den Konzern vor den Gläubigern bis Ende nächsten Jahres. Viele Beteiligungen mit belastenden Ergebnissen wurden abgestossen (Z. B. Conforama F+CH), Cash-Positionen auf- und ausgebaut. Die Tochtergesellschaften florieren trotz der welt-weiten Corona Pandemie. Vergleichsverhandlungen im Hintergrund sollen nun-mehr die Basis für eine nachfolgende Umschuldung und für den Fortbestand von Steinhoff vorbereiten. Zwei Drittel der Gläubiger haben bereits zugestimmt. Die Er-gebnisse der beiden Töchter Pepco und Pepcor verdeutlichen die Überlebensfähig-keit, so auch Matress Firm, von den anderen Gesellschaften ganz zu schweigen. Man könnte noch viele Fakten und Beispiele aufzählen, die eine positive Sichtwei-se rechtfertigen würde.
Aber die Summe der Fakten, die in verschiedenen Foren von klugen Leuten erar-beitet wurde, muss ich hier nicht wiederholen.
Nun sind wir kurz vor der Zielgeraden!
Warum verfallen dennoch so viele Anleger nach all den positiven Fakten ihren Ängsten und verkaufen ihre Aktien, m. E. zur Unzeit.
Ich weiss es nicht!
Aber ich finde es nur schade. Ein wenig Geduld müsste doch aufzubringen sein, oder? Angst war noch nie ein guter Ratgeber!