Hagemeyer: Warten auf den Turn-around
 Hagemeyer-Chart in Euro (Grafik: T-Online AG) | |
Der niederländische Großhändler für elektronische Bauteile Hagemeyer hat harte Zeiten hinter sich. Doch die vor geraumer Zeit eingeleitete Sanierung schreitet voran. Noch ist der Aktienkurs gedeckelt, doch das langfristige Chartbild kann sich sehen lassen.
Aufräumarbeiten fast abgeschlossenDas Platzen der new economy und die anschließende kurze Rezession erwischten Hagemeyer vor Jahren auf dem falschen Fuß. Die Lager waren prall gefüllt, die Fehleinschätzung der konjunkturellen Entwicklung führte zu millionenschweren Abschreibungen. Doch mit einem Rundumschlag, dessen Kernstück eine gewaltige Kapitalerhöhung war, gelang dem Traditionsunternehmen Ende 2002 der Befreiungsschlag. Im Frühjahr 2003 wurde zudem der Vorstandsvorsitzende ausgetauscht. Allmählich zeigt der harte Sanierungskurs erste Früchte. Die Verschuldung wurde deutlich abgebaut, das Kerngeschäft fokussiert und organisatorische Schwächen ausgemerzt. Für das laufende Schlussquartal erwartet Hagemeyer erstmalig wieder einen positiven Cashflow.
Doppelter BodenDer sich anbahnende Turn-around bei Hagemeyer hat bislang kaum Widerhall in der Aktienkursentwicklung gefunden. Die Investoren sitzen in den Startlöchern, im Vorfeld der jüngsten Quartalszahlen kam es zum Fehlstart. Im Anschluss an die recht ordentlichen Periodenzahlen gab der Aktienkurs deutlich nach, offensichtlich stiegen kurzfristig orientierte Trader wieder aus, nachdem sich die Hoffnung auf eine flotte Rallye noch nicht erfüllt hatten.
Überzeugender LangfristchartDer Langfristchart des niederländischen Nebenwertes (WKN
851254) kann überzeugen. Knapp unter 1,40 Euro fand der Titel im Januar und zuletzt Anfang November einen tragfähigen Boden. Damit lockt die Ausbildung eines klassischen Doppel-Tiefs. Die nunmehr fast einjährige Bodenbildung des Titels bietet dem längerfristig orientierten Investor auf dem aktuellen Niveau bei 1,48 Euro ein interessantes Einstiegsniveau. Nach unten hin sollte die Aktie gut abgesichert sein. Vorsichtshalber sollte aber ein Stop-Loss-Limit bei 1,34 Euro gesetzt werden. Nach oben hin dürfte sich mit einem Run über die mittelfristige Abwärtstrendlinie bei aktuell rund 1,60 Euro ein möglicher neuer Haussezyklus anschließen. Zu Glanzzeiten notierte die Hagemeyer-Aktie einst bei über 30 Euro. Sollte der Turn-around (siehe
Analyse mit Chart-Vergrößerung) des Handelsunternehmen nachhaltig gelingen sind Kurse über drei Euro langfristig durchaus möglich. Der Titel wird spesengünstig in Frankfurt gehandelt. Aufgrund der nicht allzu hohen Handelsvolumina sollten Aufträge aber nur limitiert erteilt werden.