de.wikipedia.org/wiki/..._Immigration_and_Customs_Enforcement
Das ICE steht in der Kritik, bei Verhaftungen aggressive, militärische Taktiken einzusetzen und exzessive Gewalt anzuwenden, was der Gouverneur von Illinois, JB Pritzker, auf CNN mit den Worten beschrieb: „Sie feuern Tränengas und Rauchgranaten ab und lassen es so aussehen, als wäre es ein Kriegsgebiet.“[26] Pritzker fügte hinzu: „Sie führen Razzien in Wohngebieten durch, wo sie, anstatt die Kriminellen zu verfolgen, einfach braunhäutige und schwarze Menschen festnehmen und dann deren Ausweispapiere überprüfen.“[27] Auch wird es dafür kritisiert, dass es maskiert Migranten verhaftet, ohne sich auszuweisen.[28] Darüber hinaus werden die Haftbedingungen der inhaftierten Migranten kritisiert (schmutzige Toiletten, schlechtes Essen, Schlafen auf dem Fußboden).[29]
Jason Stanley schrieb 2024, das ICE ähnele „faschistischen paramilitärischen Organisationen“. Es sei „eine Spezialeinheit, geschaffen während einer antidemokratischen Phase der amerikanischen Geschichte“ (2003, kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September), „die über polizeiähnliche Befugnisse verfügt und sich gegen Randgruppen innerhalb [der Vereinigten Staaten] richtet“ und dessen Leiter Trump nahestehe. Das ICE ähnele einer Polizei, sei aber keine. Es kooperiere zwar oft mit den ‚echten‘ Strafverfolgungsbehörden und der Polizei, seine Ziele liefen aber häufig diesen Institutionen zuwider. Die Organisation schüre Angst unter Einwanderern, sodass diese weniger bereit seien, Verbrechen anzuzeigen. Ziel des ICE sei nicht, Amerika sicherer zu machen, sondern die Unterscheidung zwischen Amerikanern und Nicht-Amerikanern weiter zu verstärken.[30]
Im Januar 2026 kam es in Minneapolis zu einem Zwischenfall, bei dem eine 37-Jährige Frau durch Schüsse eines ICE-Beamten tödlich verletzt wurde. Nach Angaben der Polizei befand sich die 37-Jährige Renee Nicole Good in ihrem Auto und blockierte eine Straße. Als sich ein ICE-Beamter dem Fahrzeug näherte, setzte sich dieses in Bewegung und es fielen mindestens zwei Schüsse. Die 37-Jährige erlitt dabei eine Kopfverletzung und wurde später im Krankenhaus für tot erklärt. Laut Heimatschutzministerin Kristi Noem und US-Präsident Donald Trump habe die Frau versucht, die Einsatzkräfte zu überfahren, welche dann in Notwehr geschossen hätten. Jacob Frey, Bürgermeister von Minneapolis und Tim Walz, Gouverneur von Minnesota, widersprachen dieser Darstellung.[31] Laut Frey habe die Frau versucht, vom Einsatzort zu flüchten und nicht versucht, die Einsatzkräfte anzugreifen. Walz kritisierte, dass die US-Regierung versuche, die Ermittlungen durch Landesbeamte zu behindern und rief die Bevölkerung Minnesotas auf, friedlich zu demonstrieren.[32] Der Tod der Frau sorgte für Proteste in Minnesota, sowie in weiteren großen Städten der USA, wie Houston, Washington, D.C. oder Philadelphia.[33]