Harald Petersen der hier im Aufsichtsrat sitzt wurde von der F.A.Z. heute beleuchtet......im warsten Sinne......die Rolle dürfte klar sein....
Also schön aufpassen!
Solar Millennium
Anlegerschützer spielen dubiose Rolle
27.12.2011 · Die Insolvenz des Solarunternehmens Solar Millennium weist Parallelen zu Strafverfahren auf, denen sich frühere Funktionäre der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger wegen des Verdachts der Kursmanipulation stellen müssen.
Von Joachim Jahn, Berlin
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Im brandenburgischen Finowfurt baut Solarhybrid das größte Solarkraftwerk Europas
K
aum hat die Sonnenwärmefirma Solar Millennium aus Erlangen einen Insolvenzantrag gestellt, melden sich Anlegerschützer zu Wort. Prompt rief in der vergangenen Woche die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) - der deutlich kleinere der beiden Aktionärsverbände in Deutschland - die Geldgeber des Erlanger Unternehmens dazu auf, sich bei ihr zu melden. „Wir werden das Insolvenzverfahren aktiv begleiten und die Interessen der Anleiheinhaber auch auf den aller Voraussicht nach zukünftig stattfindenden Gläubigerversammlungen vertreten“, ließ die Organisation verlautbaren.
Tatsächlich sind bei Solar Millennium mehr als 200 Millionen Euro im Feuer, die Investoren dem vermeintlichen Öko-Unternehmen geliehen haben. Bricht der weltweit tätige Projektentwickler für Solarkraftwerke (“Wir entwickeln die Zukunft“) zusammen, könnte das Geld verloren sein: Bei einer Insolvenz stehen die Gläubiger von Unternehmensanleihen an vorletzter Stelle, wenn es um die Verteilung des restlichen Vermögens geht - nur die Aktionäre haben dann noch schlechtere Karten.
Steuerberater steht im Zwielicht
Was die Investoren zusätzlich bangen lässt: Die bisherige Führungsmannschaft von Solar Millennium hat erhebliche Probleme mit der Justiz. Staatsanwaltschaft und Finanzaufsicht ermitteln gegen den erst vor wenigen Wochen zurückgetretenen Aufsichtsrat Hannes Kuhn wegen des Verdachts auf Insiderhandel. Doch auch wegen anderer Geschäftsaktivitäten steht der millionenschwere Steuerberater im Zwielicht. So wurde er in Düsseldorf kürzlich wegen seines Engagements auf dem grauen Kapitalmarkt angeklagt: Die Strafverfolger gehen beim Zusammenbruch der Gesellschaft „DM Beteiligungen AG“ von gewerbsmäßigem Betrug aus.
Der Zusammenbruch dürfte 35.000 Privatleute rund 600 Millionen Euro gekostet haben; gemeinsam mit der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West soll sie zu einem Schneeballsystem gehört haben. Kuhns ehemalige Steuerberaterkanzlei Balance AG hat den Ermittlungen zufolge etliche der Tochtergesellschaften betreut. Kuhn, der die Kanzlei mittlerweile verkauft hat und nicht am operativen Geschäft beteiligt gewesen sein will, beteuert hingegen seine Unschuld. Zusätzlich angekratzt hat den Ruf von Solar Millennium der Ausstieg des früheren ENBW-Vorstandschefs Utz Claassen: Der schillernde Manager verließ den fränkischen Solarthermiebetrieb in Rekordzeit und erhebt seither schwere Täuschungsvorwürfe gegen seinen früheren Kurzzeit-Arbeitgeber.
Seit über einem Jahr in Untersuchungshaft
Doch auch das Engagement der Anlegerschützer für die Finanziers weist Merkwürdigkeiten auf. Die Presseerklärung der SdK endet mit dem Hinweis, dass ihr Vorstandsmitglied Harald Petersen sich bei den verbandsinternen Beschlüssen zu Solar Millennium der Stimme enthalten hat. „Herr Petersen ist Aufsichtsratsvorsitzender und Aktionär der Solarhybrid AG, die mit der Solar Millennium AG in der Vergangenheit in geschäftlichem Kontakt stand und ebenfalls deren Gläubiger ist.“ Eine Aufklärung, die die SdK nicht ohne Hintergrund vornimmt: Zwei ihrer früheren Funktionäre - Markus Straub und Tobias Bosler - sitzen seit über einem Jahr in Untersuchungshaft, weil sie mit öffentlichen Verlautbarungen Aktienkurse beispielsweise des Zahlungsdienstleisters Wirecard manipuliert haben sollen, um damit Millionen mit dem Kauf oder Verkauf von privat gehaltenen Aktien oder Derivaten zu verdienen. Der Vereinsvorsitzende Klaus Schneider nahm nach den Vorwürfen ebenfalls seinen Hut.
Doch Petersen, der ansonsten Partner einer kleinen Anwaltskanzlei in Bayreuth ist, nimmt ohnehin eine ungewöhnliche Rolle bei diesen Vorgängen ein. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Solarhybrid - ebenfalls ein Errichter von Sonnenstrom-Kraftwerken - war er noch bis vor kurzem an dessen Versuch beteiligt, die Amerikasparte des weitaus größeren Konkurrenten Solar Millennium zu schlucken. Auch sonst entfaltet der Anlegerschützer mancherlei Managementfunktionen. So sitzt der Jurist im Vorstand des Energiedienstleisters Ispex und steht dem Aufsichtsrat der Aragon vor, einer Beteiligungsholding für Finanzvertriebe.
„Typische Shortangriffe auf börsennotierte Unternehmen“
Dieses Unternehmen gehörte zu einem Viertel der HCI Capital. Dort ist wiederum im vergangenen Sommer die Münchmeyer Petersen & Co. GmbH aus Hamburg mit mehr als 50 Prozent der Anteile eingestiegen. Diese ist wiederum ein Hauptgesellschafter des Emissionshauses MPC Capital, das in den Branchen Immobilien, Schiffen und Energie Beteiligungen auflegt - und jüngst auch noch den von einer Korruptionsaffäre gebeutelten Industriedienstleister Ferrostaal schlucken wollte.
Und auch bei Solar Millennium ist Petersen schon zuvor in Erscheinung getreten. Vor einem Jahr schrieb er an den damaligen Aufsichtsrat von Solar Millennium. Darin bestätigte er ihm, der vorangegangene Kursverfall beruhe offenbar auf einem Illustriertenbericht zu Börsengerüchten, dass jemand 500.000 Aktien abstoßen wolle. All dies habe ihn fatal an „typische Shortangriffe auf börsennotierte Unternehmen“ erinnert, formulierte der Anwalt auch unter Hinweis auf seine Funktionen in der SdK und dem Münchner Börsenrat - also an gezielt gestreute Verdächtigungen von Marktteilnehmern, die bestimmte Wertpapiere möglichst billig kaufen wollen, nachdem sie zuvor selbst Verkaufsoptionen darauf veräußert haben.
Mit einer „blutigen Nase“ zurückschlagen
In diesem Fall ging es - wie bei Wirecard - um eine angebliche Bilanzfälschung. Mehrere Investoren hätten sich mittlerweile bei ihm gemeldet, erklärte Petersen dem Kontrollorgan; diese erwarteten „eine Reaktion der Gesellschaft, die über das, was bisher geschehen ist, deutlich hinausgeht“. Als Rezept empfiehlt der Anlegerschützer unter anderem einen Aktienrückkauf durch das Unternehmen selbst, um eine starke Nachfrage zu schaffen. Man müsse den Angreifer mit einer „blutigen Nase“ zurückschlagen.
Ein bemerkenswerter Gleichklang mit dem bald darauf verhafteten SdK-Sprecher Bosler, der kriminelle Profite aus einem von ihm selbst künstlich erzeugten Auf und Ab von Börsenkursen gezogen haben soll. „Im Namen von Dutzenden professionellen Kapitalmarktteilnehmern“, die zusammen mehr als eine halbe Million Anteile hielten, verlangte er von Claassen und den Aufsichtsräten um Kuhn Maßnahmen gegen den Preissturz der Aktie, schreibt Bosler auf dem Briefpapier der TFB Capital GmbH nur vier Tage später. „Es muss mit allen Mitteln verhindert werden, dass die Staatsanwaltschaft auf eine mit Sicherheit hochprofessionell verfasste Strafanzeige hin Ermittlungen einleitet“, droht er. Petersen streitet jede Zusammenarbeit mit Bosler hierbei ab.
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/...le-11580870.html
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"Entweder wir brechen gemeinsam auf zum Erfolg, oder wir sterben in Schönheit."