Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 6. Oktober getroffen. Diese sieht vor, „dass die Solar Millennium AG neben dem Rückfluss ihrer gesamten US-Projektinvestitionen einen maßgeblichen Anteil am Gewinn bei Realisierung der US-Kraftwerke erhält", heißt es aus Erlangen. Beide Gesellschaften rechnen den Angaben zufolge noch im Oktober mit einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen, in deren Rahmen solarhybrid bereits erste Zahlungen auf den Kaufpreis geleistet habe.
Solar Millennium will sich künftig „auf die Realisierung bereits geplanter und neuer Solarthermie- und Hybridkraftwerke in Europa, Asien, Nordafrika und Lateinamerika konzentrieren und seine entsprechenden Technologie-Plattformen erweitern". In den USA stehe man „als Projektpartner bereit, wenn dort die Nachfrage nach speicherbarer Solarenergie wieder wächst, auf die sich das Unternehmen mit seiner Parabolrinnen-Technologie spezialisiert hat".
Die solarhybrid AG tätigt die Transaktion über ihre Tochtergesellschaft solarhybrid USA LLC, die unter anderem als Generalunternehmer das Engineering, den Komponenteneinkauf und den Bau der Kraftwerksprojekte übernehmen soll. Bereits im Frühjahr kündigte die Muttergesellschaft an, sich nach 2011 auf das internationale Projektgeschäft zu konzentrieren und die Geschäftsaktivitäten im deutschen Photovoltaikmarkt einzustellen. „Aufgrund der von der Bundesregierung beschlossenen weiteren massiven Einschnitte bei der Einspeisevergütung für den produzierten Strom, können aus Sicht der solarhybrid AG das PV-Großprojektgeschäft sowie die PV-Distribution spätestens ab Januar 2012 in Deutschland nicht mehr profitabel betrieben werden", teilte das Unternehmen im März mit. Nachdem 2010 Solarstrom-Kraftwerke mit rund 60 MW Gesamtleistung in Deutschland entwickelt wurden, hat solarhybrid in diesem Jahr Freiflächenanlagen mit 120 MW in Planung. Dazu zählt unter anderem die Erweiterung des Solarparks FinowTower im brandenburgischen Finowfurt um 60 auf 84,5 MW. Im Ausland verfügte das Unternehmen bislang über eine Projektpipeline mit etwa 40 MW.
Für künftige solare Großprojekte stehen Standorte in Nordamerika, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Saudi Arabien und in Südafrika im Fokus. Im Sonnengürtel der Erde will das Unternehmen mittelfristig auch in Asien, insbesondere in Indien und China, sowie in Australien aktiv werden. „In diesen Ländern kann aufgrund der in den letzten zwei Jahren stark gesunkenen Systempreise und die starke solare Einstrahlung bereits ohne Einspeisevergütung günstiger Solarstrom erzeugt werden", heißt es aus Brilon. Nach 145 Mio. Euro Umsatz und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 2 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 erwartet das Unternehmen für dieses Jahr einen Umsatzanstieg auf 340 Mio. Euro und ein Ebit von 16,4 Mio. Euro.