30.09.2002 - 10:54 Uhr
Italienische Regierung senkt Einnahmen- und Körperschaftssteuer
Rom (vwd/APA) - Die italienische Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat den ersten Teil ihrer Steuerreform verabschiedet. Im Rahmen des Budgetentwurfs 2003, der am Sonntagabend beschlossen wurde, hat die Mitte-Rechts-Regierung eine Senkung der Einkommenssteuer verabschiedet, die 28 Millionen Italiener betreffen wird. Von der Steuerentlastungen, die zum Januar kommenden Jahres in Kraft tritt, sollen vor allem Italiener mit einem Jahresbruttoeinkommen bis zu 25.000 EUR profitieren. Die Steuerentlastung wird bei einem Jahreseinkommen von 10.000 EUR zirka 500 EUR betragen, bei einem Jahreseinkommen von 20.000 EUR rund 250 EUR.
Auch Unternehmen werden von der Reform profitieren. Die Körperschaftssteuer wird um zwei Prozentpunkte reduziert. Nicht nur die Steuerentlastung soll die Italiener zu stärkerem Konsum anregen. Die Regierung verabschiedete auch erneut einen Strafnachlass für Steuersünder Auf diese Weise will die Regierung 800.000 anhängige Steuerverfahren beenden. Mit der Zahlung eines Teilbetrages sollen die Betroffenen ihren Streit mit dem Fiskus beilegen.
Geplant ist außerdem eine Neuauflage der Steueramnestie für Fluchtkapital. Die selbe Maßnahme war bereits im November 2001 verabschiedet worden und hatte den Staatskassen Einnahmen im Wert von fast 60 Mrd EUR beschert. Die Regierung setzt auch Ministerien auf Entschlackungskur. Sie sollen ihre Ausgaben um bis zu 10 Prozent kürzen. Die Maßnahme betrifft unter anderem die Staatsbahnen, die ihre Ausgaben um 2,5 Prozent reduzieren müssen. Außerdem wurde in der öffentlichen Verwaltung 2003 ein Aufnahmestopp verhängt.
vwd/30.9.2002/cv