Nach etlichen Verlusttagen in Folge sieht es am heutigen Tag zunächst nicht nach weiteren Kursabschlägen aus. Für die positive Stimmung sorgen zum einen Aussagen des US-Finanzministers vor dem G7-Treffen in Kanada; O’Neill sieht die Talsohle durchschritten. Zum anderen stuft die Investmentbank UBS Warburg den Chiphersteller Texas Instruments von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und deutet damit an, dass sie ebenfalls mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage gerade im Technologiebereich rechnet.
Die Technologiebörse Nasdaq kann jedoch zunächst nur kurzzeitig von der Stimmung profitieren, neue Enthüllungen im jüngsten Skandal um verschleierte Devisenverluste bei der Allfirst und die Nachwirkungen des pessimistischen Marktausblicks bei Cisco drücken die Nasdaq in die Tiefe. Händler sehen in den billigen Kursen allerdings auch langsam wieder ein Chance zum Einstieg. Kurz vor Parkettschluss scheinen diese Meinung immer mehr Anleger zu teilen. Bei steigender Nachfrage kann die Technologiebörse noch einmal zu einem furiosen Schlussspurt ins Wochenende ansetzten und beendet den Handel mit einem Plus von 36,62 Punkten oder 2,1 Prozent bei 1.818,73 Punkten.
Tageschart Nasdaq Composite Index
Unternehmen des Tages
Das Investmenthaus JP Morgan stuft die Aktie des Telekommunikationskonzerns WorldCom nach den positiven Quartalszahlen von zuvor „LT Buy“ auf „Buy“ herauf. JP Morgan sieht für die Aktie ein deutlich erhöhtes Aufwärtspotenzial und beziffert das neue Kursziel für die Aktie mit 12 Dollar. Die unternehmerischen Zielsetzungen seien auf einem realistischen Maß abgekommen und mit negativen Überraschungen sei nicht mehr zu rechnen. Bei einem Einsetzen der Konjunkturverbesserung sehen die Analysten sogar ein überdurchschnittliches Aufwärtspotenzial. Die Aktie klettert um 8,78 Prozent auf 8,18 Dollar.
Auch heute liegt der Mischkonzern Tyco bei den meistgehandelten Aktien wieder ganz weit oben. Händler gehen davon aus, dass das jüngst entflammte Misstrauen der Anleger gegen Unternehmen mit komplexen Strukturen und deren Bilanzierungspraktiken nur von kurzer Dauer ist und der Handel mit den Werten dieser Konzerne wieder auf ein normales Maß zurückgeht. Tyco habe durch die Telefonkonferenz am Vortag erheblich Vertrauen wieder gutmachen können. Die Aktie legt um 6,42 Prozent auf 29,85 Dollar zu.
Der drittgrößte Lebensversicherer der USA, Cigna, kommuniziert für das vierte Quartal 2001 einen operativen Gewinn vor Sonderposten von 277 Mio. Dollar oder 1,92 Dollar je Anteilsschein. Im Vorjahr lag das Ergebnis je Aktie bei 1,81 Dollar. Experten gingen im Vorfeld von einer Stagnation des Ergebnis je Aktie aus und wurden positiv überrascht. Im Gesamtjahr liegt der operative Gewinn vor Sonderposten bei 1,1 Mrd. Dollar oder 7,22 Dollar je Aktie, dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 6 Prozent. Das Papier verteuert sich daraufhin um 1,03 Prozent auf 90,60 Dollar.
(Quelle: informer2.comdirect.de)
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