mit zweitniedrigsten Investitionsgrad
Handelsblatt 09.12.2008
MOSKAU. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) hat zum ersten Mal seit neun Jahren russische Staatsanleihen herabgestuft - von BBB+ auf BBB, dem zweitniedrigsten Investitionsgrad. Der Ausblick für die langfristige Verschuldung des Landes in Fremdwährungen bleibe "negativ" gab S & P gestern bekannt.
S & P begründete den Schritt vor allem damit, dass die Währungsreserven rapide zurückgegangen seien. Russlands Zentralbank setzt die Reserven vor allem dafür ein, den Rubel zu stützen. Die Währungshüter lassen zwar eine langsame Abwertung zu, aus politischen Gründen wollen sie aber harte Schritte vermeiden. Premierminister Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche den Bürgern zugesichert, dass der Rubel stabil bleibe. Zum Dollar hat er seit August aber bereits 20 Prozent eingebüßt.
Während der großen Währungskrise vor zehn Jahren hatte ein Sturm der Sparer auf die Banken eingesetzt, der Russland in wirtschaftliche Turbulenzen stürzte. Das Risiko bestehe nun darin, dass die Korrektur des Rubelkurses nur herausgeschoben werde. Erfolge sie aber zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Stand der Währungsreserven niedriger sei, hätte dies "weitaus gravierendere Folgen für den privaten Sektor", heißt es bei S & P.
Russland hat im vergangenen Monat bereits zweimal die Zinssätze angehoben und rund ein Viertel seiner Devisenreserven verloren, die im Sommer noch bei rund 600 Mrd. Rubel standen – die dritthöchsten der Welt. Die Regierung hat bisher mehr als 200 Mrd. Dollar zugesichert, um Banken und Unternehmen in der Krise zu stützen.
Die ist inzwischen voll auf Russland durchgeschlagen: Jüngst reduzierte die OECD ihre Wachstumsprognose für 2009 auf 2,3 Prozent, nach Raten von rund sieben Prozent in den vergangenen Jahren. Auch das Wirtschaftsministerium hat seine Erwartungen mit dem fallenden Ölpreis konstant nach unten revidiert und rechnet nun in einem "Basis Szenario" mit 3,5 Prozent. Die russische Industrieproduktion ging im November sogar stärker zurück als im Jahr der Russlandkrise 1998.
Die Herabstufung wird sich nach Ansicht von Analysten in Moskau aber nicht direkt auswirken. Die internationalen Finanzmärkte seien für russische Unternehmen derzeit sowieso nicht zugänglich heißt es bei Unicredit in Moskau. S & P habe zudem in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass strukturelle Reformen in Russland fehlten, und das Land vor allem wegen seiner hohen Währungsreserven heraufgestuft.
Aber: Der aktuelle Schritt werde sicherlich die Stimmung gegenüber Russland weiter trüben und den Kapitalabfluss verstärken.
Handelsblatt 09.12.2008
MOSKAU. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) hat zum ersten Mal seit neun Jahren russische Staatsanleihen herabgestuft - von BBB+ auf BBB, dem zweitniedrigsten Investitionsgrad. Der Ausblick für die langfristige Verschuldung des Landes in Fremdwährungen bleibe "negativ" gab S & P gestern bekannt.
S & P begründete den Schritt vor allem damit, dass die Währungsreserven rapide zurückgegangen seien. Russlands Zentralbank setzt die Reserven vor allem dafür ein, den Rubel zu stützen. Die Währungshüter lassen zwar eine langsame Abwertung zu, aus politischen Gründen wollen sie aber harte Schritte vermeiden. Premierminister Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche den Bürgern zugesichert, dass der Rubel stabil bleibe. Zum Dollar hat er seit August aber bereits 20 Prozent eingebüßt.
Während der großen Währungskrise vor zehn Jahren hatte ein Sturm der Sparer auf die Banken eingesetzt, der Russland in wirtschaftliche Turbulenzen stürzte. Das Risiko bestehe nun darin, dass die Korrektur des Rubelkurses nur herausgeschoben werde. Erfolge sie aber zu einem späteren Zeitpunkt, wenn der Stand der Währungsreserven niedriger sei, hätte dies "weitaus gravierendere Folgen für den privaten Sektor", heißt es bei S & P.
Russland hat im vergangenen Monat bereits zweimal die Zinssätze angehoben und rund ein Viertel seiner Devisenreserven verloren, die im Sommer noch bei rund 600 Mrd. Rubel standen – die dritthöchsten der Welt. Die Regierung hat bisher mehr als 200 Mrd. Dollar zugesichert, um Banken und Unternehmen in der Krise zu stützen.
Die ist inzwischen voll auf Russland durchgeschlagen: Jüngst reduzierte die OECD ihre Wachstumsprognose für 2009 auf 2,3 Prozent, nach Raten von rund sieben Prozent in den vergangenen Jahren. Auch das Wirtschaftsministerium hat seine Erwartungen mit dem fallenden Ölpreis konstant nach unten revidiert und rechnet nun in einem "Basis Szenario" mit 3,5 Prozent. Die russische Industrieproduktion ging im November sogar stärker zurück als im Jahr der Russlandkrise 1998.
Die Herabstufung wird sich nach Ansicht von Analysten in Moskau aber nicht direkt auswirken. Die internationalen Finanzmärkte seien für russische Unternehmen derzeit sowieso nicht zugänglich heißt es bei Unicredit in Moskau. S & P habe zudem in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass strukturelle Reformen in Russland fehlten, und das Land vor allem wegen seiner hohen Währungsreserven heraufgestuft.
Aber: Der aktuelle Schritt werde sicherlich die Stimmung gegenüber Russland weiter trüben und den Kapitalabfluss verstärken.
