FRANKFURT (Dow Jones) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag im frühen Geschäft ein neues Jahreshoch erklommen. "Die Woche hat viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt", sagt ein Händler. Viele Investoren hätten auf einen Rücksetzer am Aktienmarkt gesetzt. "Jetzt zieht der Markt nach oben durch. Viele müssen nun in die Zitrone beißen und bei höheren Kursen wieder einsteigen", schildert er die Situation am Morgen. Der DAX zeigt um 10.00 Uhr ein Plus von 0,4% oder 27 Punkte auf 6.361 zu. Das neue Jahreshoch beträgt 6.387 Punkte.
Mit Spannung wird im Handel auf den US-Arbeitsmarktbericht gewartet, der die Weichen für die kommenden Tage stellen dürfte. Wie bereits in den vergangenen Monaten wird die Kennziffer "Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft" dabei von dem Effekt der befristet eingestellten Volkszähler verzerrt sein. Während sie im ersten Halbjahr die Statistik noch positiv beeinflussten, werden sie nun peu a peu die Volkszähler wieder nach Hause geschickt und belasten das Zahlenwerk zur Beschäftigung.
Die Erwartungen an die um diesen Effekt bereinigten Daten sind allerdings nicht sonderlich hoch. Zwar lautet der Konsens noch auf ein Plus von 110.000 Beschäftigten in der Privatwirtschaft gegenüber dem Vormonat. Nach dem bereits veröffentlichten ADP-Arbeitsmarktbericht und den am Donnerstag vorgelegten Erstanträgen auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung haben sich die Hoffnungen auf eine rasche Erholung der Beschäftigungslage aber großteils schon wieder zerstreut. Im Juni wurden in der Privatwirtschaft der USA 83.000 Jobs geschaffen.
"Die Zahlen müssen daher schon desaströs sein, um den Markt noch zu schocken", sagt der Marktteilnehmer. Dass zwar die Richtung, nicht aber das Tempo am US-Arbeitsmarkt stimme, sei seit Monaten deutlich. Dies zeige auch das vergleichsweise ordentliche späte Geschäft an Wall Street am Vortag, in dem der Markt recht schnell die schwache Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe abgeschüttelte habe.
