Zusammenbruch 1929
Die Kleinanleger wurden sich Mitte Oktober vage der Gefahr bewusst. Die Kurse lagen zwar noch auf hohem Niveau, aber sie stagnierten. Viele erkannten, dass sie so ihre Kredite nicht würden zurückzahlen können. Der Kapitalzufluss brach ein, das Handelsvolumen nahm deutlich zu. Die gesamte Woche vor dem eigentlichen Zusammenbruch war von Hektik und Angst gekennzeichnet. Makler arbeiteten bis tief in die Nacht und die Polizei sperrte vorsorglich die Gegend um die New York Stock Exchange ab. Am 23. Oktober lag der Dow Jones bei nur noch knapp über 300 Punkten.
Am 24. Oktober 1929 lagen die Nerven vieler Händler blank. Dennoch begann der Handel ruhig. Gegen 11 Uhr änderte sich das schlagartig – ohne erkennbaren Auslöser. Massive Verkäufe brachten die Kurse in den Sturzflug. In Panik wurden viele Händler angewiesen, zu jedem Preis zu verkaufen, der Handel brach mehrfach zusammen. Zwei Stunden später war der Gesamtwert der börsennotierten Unternehmen um 11 Milliarden US-Dollar gefallen, ungefähr 1,5 % des damaligen Jahres-Bruttosozialproduktes der USA.
!!!!!!!!!!Die Banken versuchten mit Hilfe beschwichtigender Meldungen und massiver Stützungskäufe die Stimmung zu beruhigen. !!!!!!!!!
In ihrem Auftrag sowie in dem des Verwaltungsrates erschien Richard Whitney, der damalige Vizepräsident und spätere Präsident der New Yorker Börse, persönlich und orderte etliche Aktien besonders von Spitzenpapieren über dem aktuellen Marktpreis. Sein Auftritt brachte ihm einigen Ruhm ein. Dies hatte zunächst Erfolg, der Handel schloss mit einem Verlust von gerade einmal 2,1 % bei 299 Punkten. Es waren über 13 Millionen Aktien gehandelt worden, mehr als viermal soviel wie an einem normalen Tag.
Der britische Schatzkanzler und spätere Premierminister Winston Churchill befand sich an diesem Tag zufällig als Besucher in der New Yorker Börse. In seinen Memoiren findet sich eine lebendige Schilderung dieses Schicksalstages für die westlichen Gesellschaften.
Am Freitag setzte sich der Trend unverändert fort. Die Nachricht hatte nun auch die europäischen Börsen erreicht, aber die europäischen Wertpapiermärkte reagierten zunächst eher optimistisch auf den Zusammenbruch der riesigen Spekulationsblase an der New Yorker Börse.
Man erwartete, dass die amerikanischen Kreditgeber künftig ihr Geld wieder nach Europa verleihen würden, statt es, wie in den anderthalb Jahren zuvor, an der Wall Street zu investieren. Die US-Banken versuchten weiter den Markt zu stützen und erreichten an diesem Tag sogar ein kleines Plus, trotz eines Handelvolumens von 8 Millionen Aktien und Kursverlusten einzelner Aktien von bis zu 30 %.
Endgültig brach der Markt erst am darauffolgenden Dienstag zusammen. Die Kurse waren zu weit gefallen, um die Kredite noch decken zu können – die Banken forderten nun ihr Geld zurück und zwangen oft die Anleger, ihre als Sicherheit hinterlegten Aktien zu verkaufen. Dies sorgte nun für massive Verkäufe zu jedem Preis, das Handelsvolumen stieg immer weiter, der Dow Jones fiel auf 260 Punkte. Die Kurse trudelten weiter nach unten, und der Kurswert der Unternehmen fiel um weitere 14 Milliarden Dollar. Am darauf folgenden Dienstag wuchs das Handelsvolumen sogar auf 16,5 Millionen, einige Aktien waren um 99 % gefallen. Einige Anleger nahmen sich das Leben; das Bild des Managers, der sich aus dem Bürofenster stürzt, ist bis heute bekannt. Dennoch ist es geschichtlich nicht zu belegen, dass es nach dem Crash zu einer Selbstmordwelle kam. John Kenneth Galbraith wies in seinem bekannten Werk „The Great Crash 1929“ sogar nach, dass die Anzahl der Selbstmorde in den Monaten Oktober und November 1929 deutlich niedriger war als in den Sommermonaten, als die Börse noch boomte.
Quelle. wikipedia
MfG
ath