Chartanalyse - Auswertungstechniken
Grundlagen Point + Figure Chart-Technik
1. Was sind Point- und Figure Charts?
Welche Unterscheidung zu Linien- und Balkencharts existieren?
Die Kursänderungen werden in einem Point- und Figure Chart unabhängig von dem Zeitraum aufgezeichnet, in dem sie sich vollziehen. Solange die Kursbewegung in die gleiche Richtung geht, werden die Zeichen (x für Aufwärtsbewegungen, o für Abwärtsbewegungen) über- bzw. untereinander eingetragen. Am Beispiel von MB Software werden die fallenden Kurse (von 21,50 Euro auf 17,5 Euro) als Kreise aufgezeichnet.
MB Software

In der ganzen Zeit kam es zu keiner nennenswerten Kurserholung.
Die Kreise werden untereinander so lange fortgeführt, bis sich eine Kurserhöhung um einen
rechnerisch festgelegten Betrag ergibt. In unseren Charts handelt es sich dabei um 4 % oder auf das Beispiel MB-Software angesetzt, heißt das, ein Anstieg vom Tiefpunkt 17,5 auf 18,20 Euro muss erfolgen. Diese Bewegung wird dann durch Darstellung von Kreuzen in der nächsten Spalte dargestellt.
Die von die-boersenseiten.de dargestellten Charts sind sogenannte 2 Punkte Umkehrcharts, was bedeutet, dass bei 2 x 2 % Kursbewegung ausgehend vom Tiefstkurs oder Höchstkurs der aktuellen Kursbewegung eine neue Spalte mit mindestens 2 Zeichen begonnen wird. Als Bezugsgröße wird der jeweilige Tagesschlusskurs angesetzt. Dies ist trotz stärker werdenden Tagesausschlägen hinreichend genau und filtert kurzfristige Übertreibungen der Kurse in die ein oder andere Richtung aus. Da nur die prozentuellen Veränderungen für die Bewertung und Kursprognosen relevant sind, ist der Maßstab der Kursaufzeichnung logarithmisch gewählt.
Das Hauptunterscheidungsmerkmal zu Linien- und Balkencharts besteht darin, dass Point- und Figure Charts nicht zeitabhängig sind. Das heißt, bei gleichbleibenden oder wenig veränderten Kursen ergibt sich im Gegensatz zu Liniencharts keine graphisch dargestellte Bewegung. Point- und Figure Charts basieren rein auf den Kursbewegungen, also den Trends der Aktie.
2. Warum Point- und Figure Charts
1. Kursbewegungen über längere Zeiträume können auf weniger Platz dargestellt werden. Das resultiert daraus, dass für Zeiten, in denen keine Kursbewegungen stattfinden, keine Eintragungen erfolgen, und dass in Zeiten, in denen sich die Kurse nur in einer Richtung bewegen, nur eine Spalte benötigt wird.
2. Point- und Figure Charts haben den Vorteil, dass Perioden, in denen heftige Bewegungen stattfinden, ausführlich dargestellt werden, unter Umständen ausführlicher als in einer Grafik mit Zeitachse, bei der, wie in Langzeitcharts, die Darstellungseinheit der Zeitskala einen großen Zeitraum umfasst.
3. Trends werden deutlicher erkennbar. Kursziele sind leichter zu bestimmen. Widerstands- Unterstützungs- und Trendlinien lassen sich klarer herausarbeiten. Hier zum Beispiel an der Aktie der Singulus Technologie Stand 19. Dezember 1999 und 5. April 2000 zu erkennen.
Singulus Technologie (19.12.1999)

Singulus Technologie (05.04.2000)

3. Die Interpretation von Point- und Figure Charts
Point- und Figure Charts basieren auf der Annahme, dass sich Aktienkurse in Trends bewegen. Die einzelnen Säulen im Point- und Figure Chart stellen diese Trends dar. Eine einzelne Auf- oder Abwärtsbewegung im Point- und Figure Chart ist aber in der Regel zu kurz, um langfristige Trends darzustellen. Von einem mittel- oder langfristigen Aufwärtstrend kann dann ausgegangen werden, wenn die Tiefpunkte der O-Säulen und die Hochpunkte der X-Säulen kontinuierlich ansteigen.
Ein mittel- oder langfristiger Abwärtstrend ist durch kontinuierlich fallende Tiefpunkte der O-Säulen und Hochpunkte der X-Säulen gekennzeichnet. (Abb.)

Wie bei den Balken- oder den Candlestick- Charts gibt es auch bei den Point- und Figure Charts verschiedene Formationen, die wiederholt erscheinen und die einen Rückschluss auf die zukünftige Kursentwicklung zulassen. Einige der relevanten Point- und Figure Formationen sind nachfolgend zum Teil auch mit Beispielen dargestellt.
3.1 Einfache Kauf- und Verkaufsformationen
Ein einfaches Kaufsignal liegt vor, wenn eine Spitze höher liegt als die vorhergehende und wenn gleichzeitig der Tiefpunkt der letzten Abwärtsbewegung höher liegt als der Tiefpunkt der vorhergehenden Abwärtsbewegung.
Als Beispiel auch am Chart der RWE AG vom 28.03.00 zu sehen.

Ein einfaches Verkaufsignal liegt vor, wenn der Tiefpunkt einer Abwärtsbewegung tiefer als der Tiefpunkt der vorhergehenden Abwärtsbewegung und wenn gleichzeitig der Hochpunkt der vorangegangenen Aufwärtsbewegung tiefer liegt als der vorhergehende Hochpunkt.
Doppelspitzen - und Doppelbodenumkehrformation

Doppelspitzen - und Doppelbodenumkehrformationen (siehe Grafik oben) sind häufig auftretende Formationen nach einem langen Trend, wenn sich dem Ab- oder Aufwärtstrend ohne Konsolidierungsphase ein neuer Trend anschließt. Die Doppelbodenumkehrformation beim Aufwärtstrend ist dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze der letzten X-Säule über der vorangegangenen Aufwärtssäule liegt, die Böden der letzten beiden Abwärtsbewegungen sich aber auf demselben Kursniveau befinden. Die Doppelspitzenformation kommt häufig nach einem langen Aufwärtstrend vor. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass der Boden der letzten O-Säulen niedriger liegt als der Boden der vorangegangenen Abwärtssäule, während die Spitzen der letzten beiden X-Säulen aber auf demselben Kursniveau liegen. Ein Beispiel sind die Charts der Aktie IXOS Software und Intershop (nicht exakte Doppelspitze)!
IXOS Software

Intershop

Eine Variation der einfachen Kauf- und Verkaufsignale sind die Hausse- und Baissedreiecke. Sie unterscheiden sich dadurch, dass während der Phase der Konsolidierung noch eine zusätzliche Spalte entsteht.

Hausse- und Baisseumkehrformation
Die Hausse-Umkehrformation ist dadurch charakterisiert, dass sowohl die Spitzen der Aufwärtssäulen wie auch die Böden der Abwärtssäulen kontinuierlich abfallen und sich die Abwärtsbewegung in einem Abwärtstrendkanal vollzieht. Geht die Spitze der vierten X-Säule über die Spitze der vorangegangenen Aufwärtssäule, gilt der Abwärtstrend als umgekehrt. Bei der Baisse-Umkehrformation steigen sowohl die Spitzen der Aufwärtssäulen wie auch die Böden der Abwärtssäulen zunächst kontinuierlich an. Der starke Kursrückgang der vierten O-Säule gibt das Verkaufssignal. Hausse- und Baisse-Umkehrformationen sind sehr zuverlässige Point- und Figure Chartformationen.

3.2 Trendlinien
Trendlinien werden bei der Point- und Figure Chartanalyse als ein zusätzliches Instrument eingesetzt, das vor allem langfristige Kurstrends und sich daran anschließende Trendänderungen genau und sicher ausfiltert.
Aus der technischen Gestaltung der Charts ergibt sich als maßgebliche Trendlinie die 45°- Linie. Fast alle langfristigen Trends orientieren sich oft auch durch einen Trendkanal ausgebildet an diesen Linien. Kursbewegungen die außerhalb dieser Linien ablaufen, enden oft in länger andauernden querlaufenden richtungslosen Konsolidierungen. Aktien mit derartigen graphischen Verläufen sollten gegen dynamische Aktien ausgetauscht werden.
Bin auch noch am lernen (also kein Profi)
Gruß
Arbeiter
Grundlagen Point + Figure Chart-Technik
1. Was sind Point- und Figure Charts?
Welche Unterscheidung zu Linien- und Balkencharts existieren?
Die Kursänderungen werden in einem Point- und Figure Chart unabhängig von dem Zeitraum aufgezeichnet, in dem sie sich vollziehen. Solange die Kursbewegung in die gleiche Richtung geht, werden die Zeichen (x für Aufwärtsbewegungen, o für Abwärtsbewegungen) über- bzw. untereinander eingetragen. Am Beispiel von MB Software werden die fallenden Kurse (von 21,50 Euro auf 17,5 Euro) als Kreise aufgezeichnet.
MB Software

In der ganzen Zeit kam es zu keiner nennenswerten Kurserholung.
Die Kreise werden untereinander so lange fortgeführt, bis sich eine Kurserhöhung um einen
rechnerisch festgelegten Betrag ergibt. In unseren Charts handelt es sich dabei um 4 % oder auf das Beispiel MB-Software angesetzt, heißt das, ein Anstieg vom Tiefpunkt 17,5 auf 18,20 Euro muss erfolgen. Diese Bewegung wird dann durch Darstellung von Kreuzen in der nächsten Spalte dargestellt.
Die von die-boersenseiten.de dargestellten Charts sind sogenannte 2 Punkte Umkehrcharts, was bedeutet, dass bei 2 x 2 % Kursbewegung ausgehend vom Tiefstkurs oder Höchstkurs der aktuellen Kursbewegung eine neue Spalte mit mindestens 2 Zeichen begonnen wird. Als Bezugsgröße wird der jeweilige Tagesschlusskurs angesetzt. Dies ist trotz stärker werdenden Tagesausschlägen hinreichend genau und filtert kurzfristige Übertreibungen der Kurse in die ein oder andere Richtung aus. Da nur die prozentuellen Veränderungen für die Bewertung und Kursprognosen relevant sind, ist der Maßstab der Kursaufzeichnung logarithmisch gewählt.
Das Hauptunterscheidungsmerkmal zu Linien- und Balkencharts besteht darin, dass Point- und Figure Charts nicht zeitabhängig sind. Das heißt, bei gleichbleibenden oder wenig veränderten Kursen ergibt sich im Gegensatz zu Liniencharts keine graphisch dargestellte Bewegung. Point- und Figure Charts basieren rein auf den Kursbewegungen, also den Trends der Aktie.
2. Warum Point- und Figure Charts
1. Kursbewegungen über längere Zeiträume können auf weniger Platz dargestellt werden. Das resultiert daraus, dass für Zeiten, in denen keine Kursbewegungen stattfinden, keine Eintragungen erfolgen, und dass in Zeiten, in denen sich die Kurse nur in einer Richtung bewegen, nur eine Spalte benötigt wird.
2. Point- und Figure Charts haben den Vorteil, dass Perioden, in denen heftige Bewegungen stattfinden, ausführlich dargestellt werden, unter Umständen ausführlicher als in einer Grafik mit Zeitachse, bei der, wie in Langzeitcharts, die Darstellungseinheit der Zeitskala einen großen Zeitraum umfasst.
3. Trends werden deutlicher erkennbar. Kursziele sind leichter zu bestimmen. Widerstands- Unterstützungs- und Trendlinien lassen sich klarer herausarbeiten. Hier zum Beispiel an der Aktie der Singulus Technologie Stand 19. Dezember 1999 und 5. April 2000 zu erkennen.
Singulus Technologie (19.12.1999)

Singulus Technologie (05.04.2000)

3. Die Interpretation von Point- und Figure Charts
Point- und Figure Charts basieren auf der Annahme, dass sich Aktienkurse in Trends bewegen. Die einzelnen Säulen im Point- und Figure Chart stellen diese Trends dar. Eine einzelne Auf- oder Abwärtsbewegung im Point- und Figure Chart ist aber in der Regel zu kurz, um langfristige Trends darzustellen. Von einem mittel- oder langfristigen Aufwärtstrend kann dann ausgegangen werden, wenn die Tiefpunkte der O-Säulen und die Hochpunkte der X-Säulen kontinuierlich ansteigen.
Ein mittel- oder langfristiger Abwärtstrend ist durch kontinuierlich fallende Tiefpunkte der O-Säulen und Hochpunkte der X-Säulen gekennzeichnet. (Abb.)

Wie bei den Balken- oder den Candlestick- Charts gibt es auch bei den Point- und Figure Charts verschiedene Formationen, die wiederholt erscheinen und die einen Rückschluss auf die zukünftige Kursentwicklung zulassen. Einige der relevanten Point- und Figure Formationen sind nachfolgend zum Teil auch mit Beispielen dargestellt.
3.1 Einfache Kauf- und Verkaufsformationen
Ein einfaches Kaufsignal liegt vor, wenn eine Spitze höher liegt als die vorhergehende und wenn gleichzeitig der Tiefpunkt der letzten Abwärtsbewegung höher liegt als der Tiefpunkt der vorhergehenden Abwärtsbewegung.
Als Beispiel auch am Chart der RWE AG vom 28.03.00 zu sehen.

Ein einfaches Verkaufsignal liegt vor, wenn der Tiefpunkt einer Abwärtsbewegung tiefer als der Tiefpunkt der vorhergehenden Abwärtsbewegung und wenn gleichzeitig der Hochpunkt der vorangegangenen Aufwärtsbewegung tiefer liegt als der vorhergehende Hochpunkt.
Doppelspitzen - und Doppelbodenumkehrformation

Doppelspitzen - und Doppelbodenumkehrformationen (siehe Grafik oben) sind häufig auftretende Formationen nach einem langen Trend, wenn sich dem Ab- oder Aufwärtstrend ohne Konsolidierungsphase ein neuer Trend anschließt. Die Doppelbodenumkehrformation beim Aufwärtstrend ist dadurch gekennzeichnet, dass die Spitze der letzten X-Säule über der vorangegangenen Aufwärtssäule liegt, die Böden der letzten beiden Abwärtsbewegungen sich aber auf demselben Kursniveau befinden. Die Doppelspitzenformation kommt häufig nach einem langen Aufwärtstrend vor. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass der Boden der letzten O-Säulen niedriger liegt als der Boden der vorangegangenen Abwärtssäule, während die Spitzen der letzten beiden X-Säulen aber auf demselben Kursniveau liegen. Ein Beispiel sind die Charts der Aktie IXOS Software und Intershop (nicht exakte Doppelspitze)!
IXOS Software

Intershop

Eine Variation der einfachen Kauf- und Verkaufsignale sind die Hausse- und Baissedreiecke. Sie unterscheiden sich dadurch, dass während der Phase der Konsolidierung noch eine zusätzliche Spalte entsteht.

Hausse- und Baisseumkehrformation
Die Hausse-Umkehrformation ist dadurch charakterisiert, dass sowohl die Spitzen der Aufwärtssäulen wie auch die Böden der Abwärtssäulen kontinuierlich abfallen und sich die Abwärtsbewegung in einem Abwärtstrendkanal vollzieht. Geht die Spitze der vierten X-Säule über die Spitze der vorangegangenen Aufwärtssäule, gilt der Abwärtstrend als umgekehrt. Bei der Baisse-Umkehrformation steigen sowohl die Spitzen der Aufwärtssäulen wie auch die Böden der Abwärtssäulen zunächst kontinuierlich an. Der starke Kursrückgang der vierten O-Säule gibt das Verkaufssignal. Hausse- und Baisse-Umkehrformationen sind sehr zuverlässige Point- und Figure Chartformationen.

3.2 Trendlinien
Trendlinien werden bei der Point- und Figure Chartanalyse als ein zusätzliches Instrument eingesetzt, das vor allem langfristige Kurstrends und sich daran anschließende Trendänderungen genau und sicher ausfiltert.
Aus der technischen Gestaltung der Charts ergibt sich als maßgebliche Trendlinie die 45°- Linie. Fast alle langfristigen Trends orientieren sich oft auch durch einen Trendkanal ausgebildet an diesen Linien. Kursbewegungen die außerhalb dieser Linien ablaufen, enden oft in länger andauernden querlaufenden richtungslosen Konsolidierungen. Aktien mit derartigen graphischen Verläufen sollten gegen dynamische Aktien ausgetauscht werden.
Bin auch noch am lernen (also kein Profi)
Gruß
Arbeiter