In Deutschland ist kein Ende der Pleitewelle in Sicht. Der Rekord des letzten Jahres mit 32.300 Firmenzusammenbrüchen könnte in diesem Jahr übertroffen werden. Bittere Aussichten für Firmen und Wirtschaft. Doch die Hintergründe und Ursachen für den Zusammenbruch der Kolosse wie Dornier, Kirch und Holzmann liegen nicht nur beim Management, sondern auch bei Banken und Politik.
Am Dienstag traf es einen weiteren Giganten der deutschen Wirtschaft: Der Flugzeugbauer Fairchild Dornier setzte zur Notlandung an und beantragte Insolvenz.
Schwanengesang
Es sind nicht nur die kleinen Unternehmen, die sich im Zuge von Konkurrenzdruck und Rezession von der Wirtschaftsbildfläche verabschieden. Die Endlosliste der deutschen Pleiten führt auch große Namen: Kirch, Holzmann, Dornier, Schneider, Borgward, AEG, Herstatt-Bank. Durchweg Namen mit gutem Klang.
Aushängeschilder der deutschen Wirtschaft und des gepriesenen »Wirtschaftswunders« werden seit einiger Zeit auf den Müllhaufen der neuen Pleitewelle zusammengefegt und zerschreddert. Abfallprodukte wie kleine Konzerntöchter und Holding-Gesellschaften werden eingestampft - anschließend beginnt die lukrative Ausschlachtung der Giganten. Die Gläubiger-Banken dringen auf Zerschlagung - Beispiel für die neue »Shareholder-Value-Philosophie« in der deutschen Industrieszene.
Kungel, Kredite und Kosmetik
Wo liegt der Grund für diese Katastrophe auf hoher Ebene? Im Management? Wird die deutsche Wirtschaft tatsächlich regiert von einer Reihe »Nieten in Nadelstreifen«? Experten bezweifeln das. Vielmehr sind es die Banken und die Politik, die sich schnell von großen Namen trennen, wenn die Zahlen nicht mehr stimmen. Nach Ansicht des Kölner Soziologen Erwin Scheuch liegt hier ein fatales Zusammenwirken von Unternehmen, Banken und Politik vor.
Weder Banken noch Unternehmer, so Scheuch, hätten die sich frühzeitig ankündigende Krise erkannt. Man habe zu spät gehandelt und lokale Bedingungen des Standortes Deutschland nicht berücksichtigt. Ein weiterer Grund liegt in dem undurchschaubaren Firmengeflecht der Konzerne. Auch eine zu enge Bindung der Unternehmen an die Politik hat das ihrige getan. Die Verbindungen Leo Kirchs zu Helmut Kohl oder des Holzmann-Konzerns zu Gerhard Schröder haben keiner Seite geholfen.
Ein neuer Prozess
Das Wissen um die Strukturen hinter den Kulissen der Konzerne wird einen weiteren Zusammenbruch kaum vermeiden. Nach Ansicht von Detlev Claussen, Lehrstuhl für Sozialwissenschaft an der Universität Hannover, sind die alten Unternehmen nur noch Fassade. Hinter den Kulissen teilen sich international operierende Banken die Filetstücke der deutschen Wirtschaft auf. Der Niedergang der alten Konzerne findet also weniger auf nationaler, als vielmehr auf internationaler Ebene statt. Und in einer veränderten, global denkenden Gesellschaft, stören alte Traditionen.
Am Dienstag traf es einen weiteren Giganten der deutschen Wirtschaft: Der Flugzeugbauer Fairchild Dornier setzte zur Notlandung an und beantragte Insolvenz.
Schwanengesang
Es sind nicht nur die kleinen Unternehmen, die sich im Zuge von Konkurrenzdruck und Rezession von der Wirtschaftsbildfläche verabschieden. Die Endlosliste der deutschen Pleiten führt auch große Namen: Kirch, Holzmann, Dornier, Schneider, Borgward, AEG, Herstatt-Bank. Durchweg Namen mit gutem Klang.
Aushängeschilder der deutschen Wirtschaft und des gepriesenen »Wirtschaftswunders« werden seit einiger Zeit auf den Müllhaufen der neuen Pleitewelle zusammengefegt und zerschreddert. Abfallprodukte wie kleine Konzerntöchter und Holding-Gesellschaften werden eingestampft - anschließend beginnt die lukrative Ausschlachtung der Giganten. Die Gläubiger-Banken dringen auf Zerschlagung - Beispiel für die neue »Shareholder-Value-Philosophie« in der deutschen Industrieszene.
Kungel, Kredite und Kosmetik
Wo liegt der Grund für diese Katastrophe auf hoher Ebene? Im Management? Wird die deutsche Wirtschaft tatsächlich regiert von einer Reihe »Nieten in Nadelstreifen«? Experten bezweifeln das. Vielmehr sind es die Banken und die Politik, die sich schnell von großen Namen trennen, wenn die Zahlen nicht mehr stimmen. Nach Ansicht des Kölner Soziologen Erwin Scheuch liegt hier ein fatales Zusammenwirken von Unternehmen, Banken und Politik vor.
Weder Banken noch Unternehmer, so Scheuch, hätten die sich frühzeitig ankündigende Krise erkannt. Man habe zu spät gehandelt und lokale Bedingungen des Standortes Deutschland nicht berücksichtigt. Ein weiterer Grund liegt in dem undurchschaubaren Firmengeflecht der Konzerne. Auch eine zu enge Bindung der Unternehmen an die Politik hat das ihrige getan. Die Verbindungen Leo Kirchs zu Helmut Kohl oder des Holzmann-Konzerns zu Gerhard Schröder haben keiner Seite geholfen.
Ein neuer Prozess
Das Wissen um die Strukturen hinter den Kulissen der Konzerne wird einen weiteren Zusammenbruch kaum vermeiden. Nach Ansicht von Detlev Claussen, Lehrstuhl für Sozialwissenschaft an der Universität Hannover, sind die alten Unternehmen nur noch Fassade. Hinter den Kulissen teilen sich international operierende Banken die Filetstücke der deutschen Wirtschaft auf. Der Niedergang der alten Konzerne findet also weniger auf nationaler, als vielmehr auf internationaler Ebene statt. Und in einer veränderten, global denkenden Gesellschaft, stören alte Traditionen.
