Ölmärkte in explosiver Phase
Auf den internationalen Märkten herrscht im buchstäblichen Sinn des Wortes derzeit eine explosive Stimmung. Der frühere OPEC-Vizegeneralsekretär Shokri Ghanem stellt in seinem Abschiedsinterview mit dem KURIER eine verstärkte Ungewissheit über die nächste Entwicklung des Ölpreises fest.
Irritiert registriert er den zunehmenden Druck der USA auf die großen Ölländer Iran und Irak. Dazu komme, dass die eskalierenden Ereignisse in Israel die arabische Öffentlichkeit stetig beschäftige und die Regierungen in ihrem Spielraum einenge. Dem 60-jährigen libyschen promovierten Ölwissenschafter stößt es sauer auf, dass „die USA das Palästina-Problem immer mehr mit den Augen Israels“ sehen.
Und schließlich haben jüngste Unfälle in Kuwait, Nigeria und Saudi-Arabien zu schweren Schäden an Öleinrichtungen und in Kuwait auch zu vier Todesfällen geführt. Vor allem die Explosion eines Ölfelds im Norden Kuwaits Anfang Februar hat (auf Jahresbasis gerechnet) die Reduktion des kuwaitischen Öl-Outputs um 30 Mio. t zur Folge. Und gestern, Donnerstag, brach in der 15-Mio.-t-Raffinerie Ras Tanura in Saudi-Arabien ein Großbrand (keine Opfer) aus.
Die Ölhändler lassen sich derzeit von diesen Tagesmeldungen treiben. Vor allem der kuwaitische Großschaden bewirkte einen Anstieg des Ölpreises auf mehr als 20 Dollar pro Fass (159 l). Gestern, Donnerstag, notierte die Nordseemarke Brent freilich mit 19,53 Dollar wieder deutlich darunter.
„Russland fördert zu viel“, bemerkt Ghanem auch nach der Fördersenkung der OPEC seit Anfang dieses Jahres ein Überangebot. Überangebot in dem Sinne, als das OPEC-Ziel eines Ölpreises von 22 bis 28 Dollar nicht realisiert werden könne.
Tatsächlich hat Russland im Jänner dieses Jahres seine Ölförderung von 28,12 Mio. t (Jänner 2001) auf 30,59 Mio. t erhöht. Was die OPEC aber noch mehr schmerzt, ist der Anstieg der Exporte von 11,89 Mio. auf 12,93 Mio. t. Freilich, die Ölländer sind derzeit auch mit 20 Dollar pro Fass zufrieden, befürchten sie doch einen weiteren Preisrutsch im Falle einer anhaltenden weltweiten Konjunkturflaute.
Shokri Ghanem wird mit dem Ölgeschäft nicht mehr direkt zu tun haben. Doch es wird seine neue Tätigkeit zweifellos mitprägen. Am 28. Dezember des Vorjahres ist er nämlich zum neuen Handels- und Wirtschaftsminister Libyens ernannt worden. Und als solcher wird er mit dem Geld arbeiten, das sein Ölminister einnimmt.
Ghanems neuer Arbeitssitz ist seit dieser Woche die libysche Hauptstadt Tripolis. Wien bleibt aber „seine zweite Heimat“, umso mehr, als seine drei Töchter und sein Sohn in Wien studieren.
Auf den internationalen Märkten herrscht im buchstäblichen Sinn des Wortes derzeit eine explosive Stimmung. Der frühere OPEC-Vizegeneralsekretär Shokri Ghanem stellt in seinem Abschiedsinterview mit dem KURIER eine verstärkte Ungewissheit über die nächste Entwicklung des Ölpreises fest.
Irritiert registriert er den zunehmenden Druck der USA auf die großen Ölländer Iran und Irak. Dazu komme, dass die eskalierenden Ereignisse in Israel die arabische Öffentlichkeit stetig beschäftige und die Regierungen in ihrem Spielraum einenge. Dem 60-jährigen libyschen promovierten Ölwissenschafter stößt es sauer auf, dass „die USA das Palästina-Problem immer mehr mit den Augen Israels“ sehen.
Und schließlich haben jüngste Unfälle in Kuwait, Nigeria und Saudi-Arabien zu schweren Schäden an Öleinrichtungen und in Kuwait auch zu vier Todesfällen geführt. Vor allem die Explosion eines Ölfelds im Norden Kuwaits Anfang Februar hat (auf Jahresbasis gerechnet) die Reduktion des kuwaitischen Öl-Outputs um 30 Mio. t zur Folge. Und gestern, Donnerstag, brach in der 15-Mio.-t-Raffinerie Ras Tanura in Saudi-Arabien ein Großbrand (keine Opfer) aus.
Die Ölhändler lassen sich derzeit von diesen Tagesmeldungen treiben. Vor allem der kuwaitische Großschaden bewirkte einen Anstieg des Ölpreises auf mehr als 20 Dollar pro Fass (159 l). Gestern, Donnerstag, notierte die Nordseemarke Brent freilich mit 19,53 Dollar wieder deutlich darunter.
„Russland fördert zu viel“, bemerkt Ghanem auch nach der Fördersenkung der OPEC seit Anfang dieses Jahres ein Überangebot. Überangebot in dem Sinne, als das OPEC-Ziel eines Ölpreises von 22 bis 28 Dollar nicht realisiert werden könne.
Tatsächlich hat Russland im Jänner dieses Jahres seine Ölförderung von 28,12 Mio. t (Jänner 2001) auf 30,59 Mio. t erhöht. Was die OPEC aber noch mehr schmerzt, ist der Anstieg der Exporte von 11,89 Mio. auf 12,93 Mio. t. Freilich, die Ölländer sind derzeit auch mit 20 Dollar pro Fass zufrieden, befürchten sie doch einen weiteren Preisrutsch im Falle einer anhaltenden weltweiten Konjunkturflaute.
Shokri Ghanem wird mit dem Ölgeschäft nicht mehr direkt zu tun haben. Doch es wird seine neue Tätigkeit zweifellos mitprägen. Am 28. Dezember des Vorjahres ist er nämlich zum neuen Handels- und Wirtschaftsminister Libyens ernannt worden. Und als solcher wird er mit dem Geld arbeiten, das sein Ölminister einnimmt.
Ghanems neuer Arbeitssitz ist seit dieser Woche die libysche Hauptstadt Tripolis. Wien bleibt aber „seine zweite Heimat“, umso mehr, als seine drei Töchter und sein Sohn in Wien studieren.