Schöner und kritishcer Artikel in der Financial Times über den angekündigten Aktienrückkauf:
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Nicht nur Politiker und Zentralbanker glauben derzeit, sie könnten dem Markt ein Schnippchen schlagen und die Preise besser bestimmen als er. Das denkt auch Solarworld.
Die Signale des Marktes nicht verstehen, sich von seiner Kernkompetenz entfernen, klüger als der Markt sein und Preise selbst setzen wollen - warum sollte man das den Zentralbanken überlassen?
Wird sich Frank Asbeck, Gründer, Großaktionär und Vorstand von Solarworld am Dienstag gesagt haben, als der Markt die Quartalszahlen mit einem Minus von 7,3 Prozent quittierte. "Kauf ich die Aktien halt selbst", dachte er sich da, machte es tags darauf publik und fing direkt an, zu kaufen. Und siehe da, es ging um 6,1 Prozent hoch.
Die Geschichte von Solarworld ist eine äußerst erfolgreiche, und Deutschland kann stolz auf solche Firmen sein. Ob sie sich aber einen Gefallen tut, in diesem Umfeld eigene Aktien zu kaufen?
Ein kurzer Überblick: Im ersten Quartal ging die Betriebsmarge von 21,4 auf 11 und die Nettomarge von 13,5 auf 2,3 Prozent im Jahresvergleich runter. Der freie Cashflow ist negativ, der Investitionsbedarf bleibt hoch.
Die Rahmenbedingungen in Deutschland verschlechtern sich, die Chinesen nerven mit günstiger Ware. Das Gros der Analysten rät zum Verkauf, der Konsens für das 2010er-Ergebnis hat sich innerhalb eines Jahres gedrittelt.
Und die Bilanz? Finanzschulden von 1,3 Mrd. Euro steht Bares von 0,9 Mrd. Euro gegenüber - 400 Mio. Euro davon entstammen einer Anfang 2010 zu 6,15 Prozent begebenen Anleihe. Wozu begeben? Um jetzt mit eigenen Aktien 1,5 Prozent Dividendenrendite einzufahren? Teuer einkaufen, billig verkaufen?
Irgendwie muss man bei einer Nettoverschuldung von 400 Mio. Euro ja auf ein negatives Quartalsfinanzergebnis von 13 Mio. Euro kommen. Hoffentlich beherrscht Solarworld die Sonnenkraft besser.
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Der Link zum Artikel:
www.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/...ank/50114012.html