Der Chef des Bonner Photovoltaikkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, hat sich gegen eine Forschungsförderung, aber für Veränderungen bei den jüngsten Kürzungsschritten für die Solarförderung ausgesprochen.
\"Wir brauchen die Forschungsförderung nicht. Was wir brauchen sind klare Einspeisevergütungen für Anlagen mittlerer Größe von 10 bis 100 Kilowatt\", sagte der Vorstandschef am Donnerstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der Konzern hat im ersten Quartal von einer kleinen Sonderkonjunktur vor den jüngsten Kürzungsschritten im April profitieren können.
Über die Änderungen der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll an diesem Freitag im Bundesrat abgestimmt werden. Insbesondere einige Ostländer, bei denen viel Solarindustrie angesiedelt ist, haben ihren Widerstand angekündigt. Aus Berlin gibt es jedoch eher Signale, bei den geplanten Kürzungen zu bleiben, dafür aber die Forschung stärker zu fördern.
\"Was nützt es uns, wenn wir Zusagen im Bereich der Forschung haben, aber kein Unternehmen mehr in Deutschland produziert und die Forschungsergebnisse umsetzen kann. Wir müssen uns fragen, ob wir nur für die Chinesen forschen wollen\", sagte Asbeck.
\"Durch die holprige Politik zur Förderung der Solarenergie geben wir 30 Jahre Industriegeschichte für nichts und wieder nichts auf.\" Nach den Vorzieheffekten im ersten Quartal sei die Nachfrage nach Solarmodulen im April stark zurückgegangen. \"Viele Investoren sind verunsichert, zumal jetzt noch die Entscheidung des Bundesrates ansteht, wodurch sich wieder vieles ändern kann. Die Politik hat massiv zur Verwirrung der Kunden beigetragen\", sagte Asbeck. Eine Verstetigung der Lage auf dem deutschen Markt erwartet er erst wieder im zweiten Halbjahr. (Quelle: dpa)
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