Bevor er sein Amt niederlegte, verpflichtete sich der ehemalige japanische Premierminister Naoto Kan, die Einführung einer Einspeisevergütung zu überwachen. Und am 26.08.2011 stimmte das japanische Parlament dem Gesetz zu. Die Einspeisevergütung gilt ab Juli 2012. In den nächsten zehn Jahren sollen in Japan Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien mit 30 MW entwickelt werden.
Japan und seine Solarbranche müssen mit sehr hohen Kosten kämpfen. Doch als wichtiger Anbieter von Photovoltaik-Modulen und Batteriesystemen hat das Land ein wirtschaftliches Interesse am weltweiten Wachstum der Branche.
Für 2012 hat Japan die Vergütungssätze noch nicht festgesetzt. NPD Solarbuzz geht jedoch davon aus, dass der japanische PV-Markt 2011 auch ohne die Vergütung um 30 % gewachsen ist, auf rund 1,2 Gigawatt.
Malaysia gesellt sich zu den Ländern mit Einspeisevergütung
Angesichts der Interessen Chinas und Japans an der Unterstützung der heimischen Photovoltaik-Hersteller überrascht es nicht, dass im letzten Jahr auch andere Länder in Asien Einspeisevergütungen eingeführt haben, um ihre eigene PV-Produktion zu fördern. Am 01.12.2011 nahm Malaysia erste Bewerbungen für sein Förderprogramm entgegen. Bereits nach zwei Stunden war die Quote für gewerbliche Photovoltaik-Anlagen für 2012 bis 2014 erfüllt.
Aufgrund des kleinen Umfangs des Programms ist es unwahrscheinlich, dass Malaysia bald schon ein führender Photovoltaik-Weltmarkt wird. Das Programm beginnt mit der Förderung von Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 9 MW Nennleistung und steigert sich allmählich auf 165 MW im Jahr 2015.
Die malaysische Regierung zieht jedoch in Erwägung, den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zu erhöhen. Selbst wenn das geschehen sollte, trägt der Zubau in Malaysia aufgrund der Einspeisevergütung zum weiteren Wachstum der asiatischen PV-Märkte bei. Viel wichtiger ist jedoch, dass das Tarifsystem ein Zeichen dafür setzt, dass selbst Schwellen- und Entwicklungsländer die Einspeisevergütungen als politisches Werkzeug nutzen.
Entwicklungen 2011 bereiten den Weg für künftigen Erfolg
Die Solar-Industrie erlitt in den letzten Jahren eine Reihe von Rückschlägen. Das hat verschiedene Gründe: Kürzungen der Einspeisevergütungen in Europa, das Überangebot auf dem Photovoltaik-Markt, die weltweite Finanzkrise sowie bürokratische und rechtliche Hürden, zum Beispiel bei der Genehmigung solarthermischer Kraftwerke in Kalifornien.
Die Branche hat jedoch auf diese Herausforderungen reagiert - und wuchs weiter. Neue Regionen führen Einspeisevergütungen ein, sinkende Modulpreise führen zu einem Installations-Boom in den USA und China, und solarthermische Kraftwerke werden technisch ausgefeilter und umweltfreundlicher, während die Regierungen von Kalifornien und der USA die Gesetze für den Bau neuer Anlagen anpassen.
Die technischen und politischen Entwicklungen 2011 lassen weiteres Wachstum erwarten, jedoch nicht immer dort, wo es erwartet wird. Beispiele hierfür sind die Multi-Megawatt Solarparks in Ohotnikovo und Perovo in der Ukraine. Und welche Technologien das Wachstum vorantreiben, ist auch nicht endgültig ausgemacht.