Zahlenspielereien am Neuen Markt
Wohin gehst Du, Neuer Markt? Diese Frage stellen sich Anleger nach einem Kursverlust von ca. 80 % seit dem Allzeithoch. Antworten gibt es genug: Der Markt werde sich wieder auf Qualitätsaktien besinnen, schlechte Unternehmen würden vom Markt verschwinden, das Bewertungsniveau sei nun wieder "fair", allerdings nur wenn es nicht noch mehr schlechte Meldungen geben werde, behaupten Analysten.
Die Spanne der von Marktteilnehmern genannten Kursziele bis zum Jahresende reicht von 1000 bis 5000 Punkten für den Nemax. Solche Prognosen verwirren die Anleger mehr, als sie ihnen helfen. Hier scheint sich mal wieder der alte Spruch "Zwei Börsianer, drei Meinungen" zu bewahrheiten.
Eine Methode zur Bewertung von Aktienmärkten ist ein Vergleich des Zinsniveaus (im Regelfall die durchschnittliche Umlaufrendite) mit den Unternehmensgewinnen. Hierbei wird das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der an einem Markt notierten Aktien mit dem durchschnittlichen Renten-KGV verglichen. Das Renten-KGV wird errechnet, indem 100 durch die durchschnittliche Umlaufrendite des Rentenmarktes dividiert wird. Bei einer aktuellen Umlaufrendite von 4,7 % beträgt des Renten-KGV ca. 21. Eine faire Bewertung des Aktienmarkts soll vorliegen, wenn das Aktien-KGV dem Renten-KGV entspricht.
Die erwarteten kumulierten Gewinne der im Nemax 50 notierten Unternehmen betragen auf Basis von Analystenschätzungen für das kommende Geschäftsjahr ungefähr 700 Millionen Euro. Bei einer Marktkapitalisierung des Nemax 50 von ca. 40 Milliarden Euro liegt des KGV des Nemax bei etwa 57. Nach dieser Methode wäre der Neue Markt also noch deutlich überbewertet.
Allerdings werden bei den oben angegebenen Unternehmensgewinnen des Nemax-50 nur die Ergebnisse der Unternehmen eingerechnet, die auch voraussichtlich im nächsten Jahr Gewinne erwirtschaften werden. Zieht man von diesen Gewinnen aber die erwarteten Verluste der defizitären Unternehmen ab, wird Erstaunliches zu Tage gefördert. Danach werden die Unternehmen des Nemax-50 im nächsten Jahr nicht etwa Gewinne, sondern Verluste in Höhe von 700 Millionen Euro ausweisen. Auf Basis dieser Ergebnisse lässt also gar kein KGV mehr berechnen. Fundamental betrachtet liegt also noch eine große Unsicherheit über dem Neuen Markt.
17.04.2001 11:28
©boerse.de
Tja blöderweise sind gerade die großen Nemax-Werte noch über diesem Bewertungsniveau! Aber es notieren sicher 30% der Nemax-Werte unter diesem Bewertungsniveau!
Also welche Aktien sollten nach diesem Bewertungsansatz jetzt eingesammelt werden?
Wohin gehst Du, Neuer Markt? Diese Frage stellen sich Anleger nach einem Kursverlust von ca. 80 % seit dem Allzeithoch. Antworten gibt es genug: Der Markt werde sich wieder auf Qualitätsaktien besinnen, schlechte Unternehmen würden vom Markt verschwinden, das Bewertungsniveau sei nun wieder "fair", allerdings nur wenn es nicht noch mehr schlechte Meldungen geben werde, behaupten Analysten.
Die Spanne der von Marktteilnehmern genannten Kursziele bis zum Jahresende reicht von 1000 bis 5000 Punkten für den Nemax. Solche Prognosen verwirren die Anleger mehr, als sie ihnen helfen. Hier scheint sich mal wieder der alte Spruch "Zwei Börsianer, drei Meinungen" zu bewahrheiten.
Eine Methode zur Bewertung von Aktienmärkten ist ein Vergleich des Zinsniveaus (im Regelfall die durchschnittliche Umlaufrendite) mit den Unternehmensgewinnen. Hierbei wird das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der an einem Markt notierten Aktien mit dem durchschnittlichen Renten-KGV verglichen. Das Renten-KGV wird errechnet, indem 100 durch die durchschnittliche Umlaufrendite des Rentenmarktes dividiert wird. Bei einer aktuellen Umlaufrendite von 4,7 % beträgt des Renten-KGV ca. 21. Eine faire Bewertung des Aktienmarkts soll vorliegen, wenn das Aktien-KGV dem Renten-KGV entspricht.
Die erwarteten kumulierten Gewinne der im Nemax 50 notierten Unternehmen betragen auf Basis von Analystenschätzungen für das kommende Geschäftsjahr ungefähr 700 Millionen Euro. Bei einer Marktkapitalisierung des Nemax 50 von ca. 40 Milliarden Euro liegt des KGV des Nemax bei etwa 57. Nach dieser Methode wäre der Neue Markt also noch deutlich überbewertet.
Allerdings werden bei den oben angegebenen Unternehmensgewinnen des Nemax-50 nur die Ergebnisse der Unternehmen eingerechnet, die auch voraussichtlich im nächsten Jahr Gewinne erwirtschaften werden. Zieht man von diesen Gewinnen aber die erwarteten Verluste der defizitären Unternehmen ab, wird Erstaunliches zu Tage gefördert. Danach werden die Unternehmen des Nemax-50 im nächsten Jahr nicht etwa Gewinne, sondern Verluste in Höhe von 700 Millionen Euro ausweisen. Auf Basis dieser Ergebnisse lässt also gar kein KGV mehr berechnen. Fundamental betrachtet liegt also noch eine große Unsicherheit über dem Neuen Markt.
17.04.2001 11:28
©boerse.de
Tja blöderweise sind gerade die großen Nemax-Werte noch über diesem Bewertungsniveau! Aber es notieren sicher 30% der Nemax-Werte unter diesem Bewertungsniveau!
Also welche Aktien sollten nach diesem Bewertungsansatz jetzt eingesammelt werden?