General Motors und Ford nur noch auf Junk-Bond-Niveau
Die Rating-Agentur Standard & Poors zweifelt daran, dass die US-Autohersteller General Motors und Ford ihre Kredite noch zuverlässig bedienen können. Die Experten senkten die Einstufung der Unternehmen auf das berüchtigte Niveau so genannter "Schrottanleihen" (Junk Bonds) ab.< script type=text/javascript><!--OAS_RICH('Middle2'); // -->< /script><!-- QC-Blocker auf ON18XX3482XX8BLOCKER@Middle2 -->
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Ford-Fabrik in Dearborn: Denkbar schlechte Nachricht |
Detroit - Ein Rating als Junk Bond ist neu in der Geschichte der Großkonzerne. Niemals zuvor waren Unternehmen dieser Größenordnung auf diesen Status abgerutscht. Für Ford und GM ist die Nachricht denkbar schlecht, denn es bedeutet, dass sie Anlegern höhere Renditen bieten müssen, um ihre Anleihen unterbringen zu können. Für die Konzerne, die ohnehin mit schweren Problemen zu kämpfen haben, wird damit die Aufnahme neuer Mittel deutlich teurer.
Seit 2001 hat S&P das Rating auf GM-Anleihen drei Mal abgestuft. GM hat ausstehende festverzinsliche Papiere im Volumen von 300 Milliarden Dollar, bei Ford sind es 160 Milliarden Dollar.
GM und Ford nannten die Entscheidung enttäuschend. Gleichzeitig versicherten Sprecher der Konzerne, es drohe keine Insolvenzgefahr. So betonte der GM-Sprecher, im Kerngeschäft und bei der Finanzsparte GMAC seien ausreichend Barmittel vorhanden. Früheren Angaben zufolge verfügen beide Bereiche über jeweils mehr als 20 Milliarden Dollar.
Die Anleger reagierten umgehend auf die Nachricht. Sie stießen ihre Papiere ab, die Aktienkurse rutschten tief ins Minus. Zumindest einige GM-Investoren kamen dabei noch glimpflich weg, denn erst einen Tag zuvor hatte der 87 Jahre alte Milliardär Kirk Kerkorian für ein Kursfeuerwerk bei der GM-Aktie gesorgt, als er bekannt gab, seinen Anteil am weltgrößten Autokonzern von rund fünf auf fast neun Prozent ausbauen zu wollen.
GM hatte im ersten Quartal einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar gemacht, Ford verdiente mit 1,2 Milliarden Dollar nur noch gut die Hälfte des Vorjahresgewinns. Die beiden amerikanischen Auto-Ikonen leiden unter einem sinkenden Absatz und vor allem unter milliardenschweren Kosten für Pensions- und Gesundheitsleistungen, die in den vergangenen Jahrzehnten zugesagt worden waren.
GM-Chef Rick Wagoner will einem japanischen Medienbericht zufolge in der kommenden Woche nach Japan reisen, um über ein Hilfsangebot des Konkurrenten Toyota zu sprechen. Dabei könne es unter anderem um technologische Zusammenarbeit gehen. Der Toyota-Konzern, der GM immer stärker auch auf dem US-Markt zu schaffen macht und bald auch die Branchenspitze erklimmen könnte, ist besorgt, dass zu schwere Rückschläge für die amerikanischen Konkurrenten für ihn das Geschäftsklima verderben könnten