Sehr sehr interessant und zielführend ist es den Mechanismus der DRAM-Preisfindung im Jahreszyklus zu verstehen.
Es gibt zwei Ebenen, auf denen die Preise für DRAM gebildet werden:
1. Volumenverträge
2. DRAM-Börse
Zu Jahresbeginn werden zumeist neue Volumenverträge für das laufende Geschäftsjahr ausgehandelt.
Dadurch steigen die Preise für die DRAM-Volumenverträge derzeit, während die Preise für DRAM an der Börse sogar leicht fallen.
Stellt sich gegen Jahresende heraus, dass die DRAM-Verbraucher zu Jahresbeginn zu knappe Volumina geordert haben, so müssen diese an der Börse die Defizite verstärkt ausgleichen, so dass die DRAM-Preise an der Börse teilweise dramatisch ansteigen, während die Preise der Volumenverträge nur langsamer weiter ansteigen, meist aber bis Silvester/Januar wieder mit den Börsenpreisen gleichgezogen haben.
Bisher war es jedes Jahr so, dass die abgeschlossenen Volumenverträge nicht ausgereicht hatten und die DRAM-Verbraucher zwangweise zu den hohen Börsenpreisen in der zweiten Jahreshälfte nachkaufen müssten.
Für die Bewertung des aktuellen DRAM-Preisniveaus reicht es also keineswegs aus, nur die Börsenpreise zu betrachten, was aber sehr viele Analysten -und Privatanleger erst recht- tun.
Aufgrund dieser nur teilweisen Betrachtung (sinkende Börsenpreise für DRAM) kommt es auch immer wieder zu Jahresbeginn zu einem grundlos großen Pessimismus und Abstufungen.
Andersherum kann ich mir gut vorstellen, dass die jetzt schon absehbare Hausse der tagesgehandelten DRAM-Preise an der DRAM-Börse wieder viele Analysten in Euphorie versetzen wird im kommenden Herbst und somit auch den Halbleiterherstellern ganz allgemein einen ordentlichen Schub verpassen sollte.
Micron kann bis Jahresende sogar ziemlich deutlich über 100 USD notieren...
Strong long!