Ja, Diabetes ist höchst individuell und wird von vielen Faktoren beeinflusst, genau wie du schreibst.
Auch, dass die Insuline nicht für jeden Patienten gut sind.
Dies gilt natürlich auch für andere Produkte und natürlich auch für Afrezza.
Zu deiner Aussage:
"wenn aber ein „Durchschnittsmensch“ ohne größere Broteinheitenberechnung, sich in einen annehmbare „Glucose- Range“ bringen kann, und dies sehr schnell, überall und jederzeit, sehe ich als sehr gute Möglichkeit, seinem eigenem Körper Schutz zu bieten."
Korrekt, absolut. Nur wie man in der Praxis sieht, ist dies eben auch mit einer Tablette am Tag zu machen und das ist für den Patienten noch einfacher. Wenn dann noch solche Daten wie bei Jardiance hinzukommen, ist doch klar, dass es eingesetzt wird.
Du hast im vorletzten Posting geschrieben, dass die Daten zu Afrezza (HbA1c Senkung) nicht ganz optimal sind, weil der Zeitpunkt des Einsatzes der falsche war.
Ok, wäre möglich. Aber Fakt ist, Sanofi/Mkd können nur mit den Daten argumentieren die sie haben, der Rest ist eben Spekulation und bisher nicht bewiesen.
Warum habe ich das Beispiel Jardiance überhaupt ins Spiel gebracht?
In den letzten Wochen und Monaten wurde hier im Forum mehrfach behauptet, dass die Werbetrommel für Afrezza einfach noch nicht genügend gerührt wurde und die Ärzte die Vorteile nicht begriffen haben.
Zunächst einmal bezweifle ich weiterhin, dass die Diabetologen sich Afrezza nicht sehr genau angeschaut haben. Jede neue, interessante Substanz wird schon lange vor der Marktzulassung auf Kongressen (ADA, EASD) besprochen und diskutiert.
Das Beispiel Jardiance zeigt ganz klar, dass dies so ist und die Mediziner positive Ergebnisse registrieren und auch in Verordnungen umsetzen.
Die Daten, die es zu Afrezza gibt (HbA1c-Senkung) sind nicht der Knaller, warum auch immer (Zeitpunkt der Injektion), aber es sind die Daten, mit denen gearbeitet werden kann, weil belegt!
Wenn ich dann eine HbA1c-Senkung von 0,82 sehe (Grafik oben), muss man einfach akzeptieren, dass dieser Wert auch mit einem DPP-4-Hemmer oder SGLT-2-Hemmer (Jardiance, und Andere) zu erreichen ist und das mit einer Tablette am Tag! Also der nahezu einfachsten Therapie, die ich einem Patienten anbieten kann. Ist doch klar, dass dies dann auch umgesetzt wird.......und noch mehr mit den neuen Daten zur Senkung des Risikos, um mehr als 30%, an einem kardiovaskulären Ereignis zu versterben!
Ist doch völlig normal, dass so gehandelt wird.
Auch das Argument, Big-Pharma verhindert, dass zu viel Konkurrenz den Markt erobert. Es kommen immer mehr Firmen, besonders mit den bereits erwähnten DPP-4 und SGLT-2-Hemmern auf den Markt, was den Insulinherstellern definitiv nicht schmeckt, aber nicht verhindert werden kann. Auch viele Firme, die bisher im Diabetesmarkt nie in Erscheinung getreten waren, wie Astra, Boehringer, MSD sind nun als Mitbewerber zu berücksichtigen.
Also, wenn mit Afrezza und den Daten dazu wirklich Geld zu verdienen wäre, hätte Sanofi diese Kohle nicht einfach so liegen lassen. Ich halte nichts von diesen Verschwöhrungstheorien.