Der Typ-1-Diabetes kann sich sehr früh im Kindesalter entwickeln, aber auch sehr spät. Es gibt den sogenannten LADA, diese Variante des Typ-1 kann auch noch im hohen Alter eines Patienten auftreten.
Aber der größere Teil der Erkrankung manifestiert sich in jungen Jahren.
@Magnetfeld hat vor einer Weile mal ein Video eingestellt, mit einem Interview von Dr.Bob Gabbay, Joslin Diabetes Center.
Joslin Diabetes ist eine Institution im Bereich der Diabetesbehandlung.
Dr.Gabbay sieht den Einsatz bei Typ-1 eher limitiert, da die Feindosierung mit Afrezza deutlich schwieriger ist als mit Injektionen.
Wie ich ja auch schon in früheren Postings erwähnt habe, gibt es durchaus Typ-1er, die auf 1/2 Einheiten Insulin bereits deutlich reagieren.
Da kannst du dir vorstellen, wie sie auf Dosierungen mit 4 Einheiten reagieren, völlig unmöglich für solche Patienten.
Dazu kommt ja noch, dass die 4 Einheiten Afrezza eine Wirksamkeit von 1-3 Einheiten einer Injektion entsprechen können.
Wenn überhaupt, dann kommt es nur für sehr stabile Typ-1er infrage und das sind sehr wenige.
Zumindest nach heutiger Datenlage.
Hier nochmals der Link zum Video. Dies zitierte Aussage findest du ab 0:50min.
https://www.youtube.com/watch?v=FrsUpdXMGFAUnd noch ein schriftliches Statement von Joslin Diabetes Center.
http://blog.joslin.org/2014/10/...-inhalable-insulin-to-your-routine/Zu Frage 2:
Ich meine nicht, dass Typ-2er hauptsächlich mit Langzeitinsulin behandelt werden, es ist die gängige, weil einfacherer Therapie.
In einem früheren Posting habe ich das auch schon ausfühlich beschrieben, so dass ich es hier kurz mache.
Physiologisch wäre es besser, nur die fehlenden körpereigenen Insulinpeaks zur Mahlzeit zu ersetzen.
Wird aber in der Realität kaum gemacht, da deutlich aufwändiger.
Viele Typ-2er werden vom Hausarzt eingestellt und da muss es dem Praxisablauf entsprechend möglichst flott gehen und zu akzeptablen Ergebnissen führen.
Dazu kommt noch, dass viele Hausärzte auch aus Unsicherheit den Einsatz von Mahlzeiteninsulin scheuen.
Und das liegt nicht an der Injektion, sondern an mangelnder Routine im Umgang mit Kurzwirksamen Insulinen.
Also, deine Idee ist medizinisch gesehen korrekt, aber ich glaube nicht, dass es so laufen wird, eben weil die Hausärzte (in D zumindest) so ticken, wie oben beschrieben.
Das ist auch verständlich. Man muss nur mal daran denken, wie wenig Zeit pro Patient in der Praxis da ist.