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Lufthansa steht damit besser da als etwa Air France-KLM. Die zweitgrößte Luftverkehrsgesellschaft Europas flog im zweiten Quartal mit 185 Millionen Euro ein Fünftel weniger Betriebsgewinn ein und verschärfte ihr 1,8 Milliarden Euro schweres Sparprogramm. Ryanair steigerte dagegen den Betriebsgewinn im jüngsten Quartal um ein Viertel und erhöhte die Prognosen Zudem kündigten die Iren an, ihren Marktanteil in Deutschland von fünf Prozent auf 20 Prozent steigern zu wollen.
Um dem Angriff von Ryanair Paroli zu bieten, bringt die Lufthansa die neue eigenen Günstig-Airline Eurowings an die Start. Dagegen gehen jedoch die Beschäftigen - vor allem die streikfreudigen Piloten - auf die Barrikaden. Jüngst entspannte sich die Lage in dem Tarifkonflikt jedoch, da die Cockpitangestellten Streiks absagten und einen neuen Kompromissvorschlag vorlegten.
Dennoch bleibt die deutsche Luftverkehrsgesellschaft, die im vergangenen Jahr zwei Mal ihre Finanzziele senken musste, unter Druck. Auch das Frachtgeschäft leidet unter wachsendem Preisdruck.
Nichtsdestoweniger legte der Aktienkurs im frühen Geschäft um mehr als 3 Prozent zu, gab dann aber rasch nach und liegt nur noch mit 1,3 Prozent über dem Vortagesschlussstand, auch wenn das Analysehaus Davy Research die Resultaten ermutigend nannte.
Wohin fliegt die Lufthansa?
Betrachtet man die langfristige Entwicklung der betrieblichen Marge der Lufthansa, so muss man mehrere Dinge feststellen. Erstens: Sie liegt immer noch unter den Höchstständen vom Ende der Neunziger Jahre. Zweitens: Sie ist seitdem im Trend und zwischen 2007 und 2013 kontinuierlich gesunken.
Allerdings hat sie sich 2014 erholt und glaubt man den Prognosen, wird sie 2015 und 2016 wieder auf das Niveau ansteigen, auf dem sie vor zehn Jahren lag.
Insofern ist die Lufthansa-Story eine Turnaround-Story.
Bei einer Bewertung der Aktie mit geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 6,8 für das laufende und 6 für das kommende Jahr erscheint diese derzeit im Vergleich zu anderen Luftverkehrsgesellschaften recht günstig – wenn sich die Erwartungen manifestieren. Die Bewertung von Billigfliegeraktien liegt weit darüber.