Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit die Äußerungen zur Kenntnis genommen, die der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group AG, Carsten Spohr, gegenüber Vertretern der Aktionäre und auch in der Sendung "Offen gesagt" zur Tarifbindung des Unternehmens getätigt hat.
Der Lufthansa-Konzernchef Spohr, der als Sprecher des Vorstands die Gremienmeinung vertritt, hat den Nutzen von Sozialpartnerschaft in Unternehmen insgesamt in Frage gestellt und ließ verlauten, dass Tarifverträge eine "Kostenexplosion" verursachen und damit geeignet sind, Arbeitsplätze zu gefährden. Mit Blick auf Germanwings stellte er einen Zusammenhang zwischen der Auflösung des Unternehmens und der angeblich hohen Streikquote her. Dabei ist es offensichtlich, dass es sich um eine Managemententscheidung gegen die Germanwings und für die untarifierte Eurowings Discover gehandelt hat, so die VC.
In der langen und traditionsreichen Geschichte der Lufthansa stellen derartige Äußerungen eine Zäsur dar. Dass der höchste Repräsentant der Konzerns die Grundordnung des Arbeits- und Wirtschaftslebens in Deutschland in Frage stellt, ist ein Affront gegenüber allen Beschäftigten der Lufthansa-Group. Derartige Äußerungen sind für eine der größten Airlines der Welt, die zum wirtschaftspolitischen Kernbestand der Bundesrepublik Deutschland zählt, nicht hinnehmbar.
VC fordert vom Vorstand der Lufthansa AG umgehend ein klares Bekenntnis zur Tarifierung des Unternehmens und fordert ihn auf, zur Sachlichkeit und zu einem Modus der Sozialpartnerschaft zurückzukehren. Wenn derart die kulturellen Grundfesten des Unternehmens in Frage gestellt werden, ist die Befassung des Aufsichtsgremiums gefragt. Der Bund als Großaktionär ist gehalten, die Achtung der grundgesetzlich vorgesehen Rechte der Arbeitnehmer und des Tarifvertragsgesetzes sicherzustellen, insbesondere angesichts der Verantwortung als Miteigentümerin des Unternehmens.
www.dmm.travel/nc/...engewerkschaft-sauer-auf-lufthansa-chef/
Zur Erhaltung der letzten deutschen Fluglinie wurden 9 Milliarden EUR wegen der COVID-Krise investiert. Eine riesige Investition in ein "altes" Unternehmen. Das Ergebnis ist nun: 9 Mrd. EUR wurden investiert, kein wirklicher gesellschaftlicher & ökonomischer Nutzen erzielt und jetzt werden auch noch neben den zehntausenden Kurzarbeitern 10.000 Angestellte dauerhaft entlassen.
Angenommen wir hätten damit 100.000 #StartUps mit jeweils 90.000 EUR unterstützt. Was wäre daraus wohl entstanden? Auch wenn nur 1 von 100 Unternehmen wirklich erfolgreich geworden wäre, wären 10.000 hochprofitable Unternehmen mit ökonomischen und gesellschaftlichen Mehrwert entstanden, die eher 250.000 Stellen geschaffen als 10.000 abgeschafft hätten.
Was muss passieren, dass wir nach Philipp Holzmann, Lufthansa, uvm. endlich lernen, dass die Politik Steuergelder wie jedes Wirtschaftsunternehmen effizient, nachhaltig und klug einsetzt?