Ist das logisch? Wäre es nicht plausibel, wenn Paulson von den Großbanken einen Tribut dafür verlangt? Wie könnte der aussehen? Eine Variante kam vergangene Woche beim US-Versicherer AIG zum Tragen: Dort gewährte die Notenbank Fed eine Übergangskredit über 85 Milliarden Dollar, rückzahlbar binnen zwei Jahren. Der Zinsaufschlag betrug 8,5 Prozent auf den Interbankenzins Libor. Wäre AIG ein Privatkunde, könnte er sich womöglich auf Wucher berufen. Die AIG wird ihr Fed-Darlehen nämlich nur zurückzahlen können, wenn sie wichtige Unternehmensteile verkauft. Die Fed setzte mit diesen Prohibitiv-Konditionen ein Signal: Wir retten Euch jetzt, aber nur um den Preis, dass ihr Euch selbst zerlegt. Mit dem AIG-Beispiel vor Augen sollten sich die Banken – und ihre Aktionäre – nicht zu sicher fühlen.
Paulson hat verschiedene Möglichkeiten, die Finanzbranche zur Kasse zu bitten. Da sind zum einen die Konditionen, zu denen seine staatliche Zweckgesellschaft die Darlehen ankaufen wird. Die Preise könnten so niedrig sein, dass die Banken zu weiteren, empfindlichen Abschreibungen gezwungen werden. Das aber wäre kontraproduktiv, denn schließlich soll der Notfallplan ja die Eigenkapitalbasis der Institute stärken. Möglich also, dass bei Übergang der Kredite noch keine Abschreibungen fällig werden, sondern erst dann, wenn die Papiere weiter verkauft wurden. Dann bliebe den Banken zunächst der Kapitalzufluss aus dem Verkauf. Die Belastungen kämen erst später, wenn sich Finanzmärkte und Ergebnisse stabilisiert haben. In diesem Szenario trüge die US-Regierung allein das Risiko, falls ihr Plan scheitert. Außerdem wären die Banken nicht gezwungen, ihr bisheriges Geschäftsmodell zu ändern. Die Gefahr, dass sie erneut ins Risiko gehen und neue schlecht abgesicherte Kredite vergeben, wäre groß.
Keine Kauf Empfehlung!!
In der Vielfalt der Möglichkeiten und Antworten liegt der Schlüssel und die Weisheit der Massen.