18.01.2008 - Analysten: Basismetalle halten dem Krisendruck stand
SYDNEY (Dow Jones)--Die Basismetallmärkte werden dem Druck aus der globalen Wirtschaft standhalten, äußern sich Analysten überzeugt. Chinas Ökonomie sei ausreichend von der der USA abgekoppelt, um mittel- bis längerfristig für ein robustes Nachfragewachstum zu sorgen. Goldman Sachs etwa belässt denn auch die eigene Rohstoffprognose unverändert, trotz der Erwartung einer Rezession in den USA. Auch Tom Price von Merrill Lynch sieht wenig Einfluss auf die Zunahme des Metallbedarfs, die hauptsächlich von China bestimmt sei. Dieses Land konsumiert zwei- bis dreimal mehr Metall als die USA und steht bei vielen Commodities sogar für 75% bis 100% des Nachfrageanstiegs.
In der abgelaufenen Woche hatten sich die Basismetalle nicht ganz den Turbulenzen an den Finanzmärkten entziehen können. Der Leitkontrakt Kupfer büßte an der Londoner Metallbörse bis zu 6% ein und fiel unter die Marke von 7.000 USD/t. Kaufinteresse in Asien sorgte aber wieder für einen Anstieg bis auf rund 7.080 USD/t, als neue Fondsgelder in den Markt flossen. Dabei wurde die Gelegenheit niedrigerer Preise bei einer Asset-Klasse genutzt, die von den Kreditproblemen relativ abgelöst ist und die eine Portfolio-Diversifikation ermöglicht. Chinas Wirtschaft sei robust, meint Alan Heap von Citigroup. Und da Peking gegen eine Überhitzung der Konjunktur vorgehe, sehe er keinen Grund für sonderliche Besorgnis um die Metalle, denn China investiere weiter in sein Infrastrukturprogramm.
Abgesehen von Goldman Sachs sind außerdem viele Prognostiker überzeugt, dass die USA einer Rezession entgehen werden. Für den Metallverbrauch in den USA könnten die Nachrichten nach den Einbrüchen der Jahre 2006 und 2007 kaum schlimmer werden, heißt es. Es gibt allerdings auch abweichende Einschätzungen. Edward Meir von MF Global meint, China könne sich einer Abschwächung in den USA nicht entziehen. Immerhin sei die US-Wirtschaft siebenmal größer als die Chinas und generiere Verbraucherausgaben von 9,5 Bill USD gegenüber 1 Bill USD in dem fernöstlichen Land. Kupfer könne eine US-Schwäche noch eher ignorieren, demgegenüber werde der Aluminiumsektor jedoch zu kämpfen haben. Während die USA 12% der globalen Kupfernachfrage repräsentierten, seien es bei Aluminium 18%. Und von Chinas Produktion an Aluminiumhalbzeug sei ein beträchtlicher Teil für den Export bestimmt. Einer erwarteten Nachfragebelebung im zweiten Halbjahr, wenn die niedrigeren Zinssätze durchschlagen, werde das Angebot an Basismetallen aber nicht ausreichend entsprechen können, äußerte Meir. Das werde diesen Sektor auf den Weg der Erholung bringen, fügte er hinzu.
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