Info von N-TV (Quelle: www.n-tv.de/849156.html)
Donnerstag, 6. September 2007
EZB hält Füße still
Leitzins bleibt gleich
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten erwartungsgemäß nicht verändert. Der Schlüsselzins für die Kredite an Banken betrage weiterhin vier Prozent, teilte die EZB nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird die Entscheidung auf einer Pressekonferenz begründen. Die Bank of England hatte ihren Leitzins zuvor ebenfalls nicht verändert und bei 5,75 Prozent belassen.
Die Frankfurter Währungshüter sind damit von ihrem ursprünglichen Plan abgerückt, die Zinsen wegen anhaltender Gefahren für die Preisstabilität weiter zu anzuheben. Anfang August hatte Trichet noch eine Zinserhöhung signalisiert, indem er von "großer Wachsamkeit" wegen der Risiken sprach. Damit hatte die EZB bisher Zinsanhebungen für den nächsten Monat angekündigt. Vergangene Woche hatte Trichet aber ein Abrücken von dem ursprünglichen Plan angedeutet. "Was ich am 2. August gesagt habe, war vor den Marktturbulenzen", sagte er.
Seither hat sich die amerikanische Immobilienkrise zu einem weltweiten Problem ausgeweitet, das in Kurseinbrüchen an den Börsen und milliardenschweren Verlusten bei vielen Banken sichtbar wurde. Aus Misstrauen darüber, welche Verluste in den Geldhäusern aufgelaufen sein könnten, liehen sich die Banken untereinander kaum noch Geld. Die EZB und andere Zentralbanken mussten hunderte Milliarden zuschießen, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Die Marktzinsen stiegen so kräftig, als hätte die EZB den Schlüsselzins schon erneut angehoben. Die Zentralbank sah sich am Donnerstag genötigt, noch einmal 42 Mrd. Euro in den Geldmarkt zu pumpen. Am Mittwoch waren die Sätze für Tagesgeld auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen.
Mit Spannung wird an den Finanzmärkten erwartet, wie Trichet die Zinsentscheidung begründet und welche Geldpolitik die EZB in Zukunft fahren will. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Zentralbank den Zinsschritt zu einem späteren Zeitpunkt nachholen wird. Die EZB hatte den Leitzins seit Ende 2005 von zwei auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisauftrieb während des Aufschwungs in Schach zu halten. Die amerikanische Notenbank hatte wegen der gestiegenen Risiken für die Konjunktur eine Zinssenkung für September angedeutet.
LG, Harley
Donnerstag, 6. September 2007
EZB hält Füße still
Leitzins bleibt gleich
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten erwartungsgemäß nicht verändert. Der Schlüsselzins für die Kredite an Banken betrage weiterhin vier Prozent, teilte die EZB nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wird die Entscheidung auf einer Pressekonferenz begründen. Die Bank of England hatte ihren Leitzins zuvor ebenfalls nicht verändert und bei 5,75 Prozent belassen.
Die Frankfurter Währungshüter sind damit von ihrem ursprünglichen Plan abgerückt, die Zinsen wegen anhaltender Gefahren für die Preisstabilität weiter zu anzuheben. Anfang August hatte Trichet noch eine Zinserhöhung signalisiert, indem er von "großer Wachsamkeit" wegen der Risiken sprach. Damit hatte die EZB bisher Zinsanhebungen für den nächsten Monat angekündigt. Vergangene Woche hatte Trichet aber ein Abrücken von dem ursprünglichen Plan angedeutet. "Was ich am 2. August gesagt habe, war vor den Marktturbulenzen", sagte er.
Seither hat sich die amerikanische Immobilienkrise zu einem weltweiten Problem ausgeweitet, das in Kurseinbrüchen an den Börsen und milliardenschweren Verlusten bei vielen Banken sichtbar wurde. Aus Misstrauen darüber, welche Verluste in den Geldhäusern aufgelaufen sein könnten, liehen sich die Banken untereinander kaum noch Geld. Die EZB und andere Zentralbanken mussten hunderte Milliarden zuschießen, um Liquiditätsengpässe zu verhindern. Die Marktzinsen stiegen so kräftig, als hätte die EZB den Schlüsselzins schon erneut angehoben. Die Zentralbank sah sich am Donnerstag genötigt, noch einmal 42 Mrd. Euro in den Geldmarkt zu pumpen. Am Mittwoch waren die Sätze für Tagesgeld auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren gestiegen.
Mit Spannung wird an den Finanzmärkten erwartet, wie Trichet die Zinsentscheidung begründet und welche Geldpolitik die EZB in Zukunft fahren will. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Zentralbank den Zinsschritt zu einem späteren Zeitpunkt nachholen wird. Die EZB hatte den Leitzins seit Ende 2005 von zwei auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisauftrieb während des Aufschwungs in Schach zu halten. Die amerikanische Notenbank hatte wegen der gestiegenen Risiken für die Konjunktur eine Zinssenkung für September angedeutet.
LG, Harley