Chartex Antwort auf schnucksches Posting.
Damit die Mittagspause nicht zu lang wird.
Hallo schnucksche,
wie ich in meinem Posting von heute Nacht bereits eingeräumt habe, lag meine Schätzung der noch offenen Short-Positionen deutlich daneben. Heute Nacht hatte ich nun wirklich keine Lust mehr, das Szenario an die inzwischen bekannt gewordenen Fakten anzupassen. Dies will ich jetzt nachholen:
Meine Auffassung:
Für mich ist die Art des Kursanstieges ein deutlicher Hinweis auf Short-Eindeckungen. Allerdings habe ich wohl die Zahl der Eindeckungen überschätzt, die nötig waren, den Kurs so explosiv nach oben zu treiben. Die Short-Eindeckungen waren also weniger als ich vermutet hatte, dafür die Zahl der Aktien, die von Longies und Tradern gekauft wurden, entsprechend höher.
Dies ist eigentlich eine Folgerung, die mich sehr positiv stimmt. Mit anderen Worten: Es war der Anteil des reinen Kaufinteresses an der Kurssteigerung noch deutlich größer als ich vermutet hatte. Und dieses hohe Interesse weckt in mir die Erwartung, dass der Kursanstieg nicht so bald versiegen wird (kleine Zwischenkorrekturen sind dabei völlig normal).
Überzeugt bin ich davon, dass parallel zu den Short-Eindeckungen neue Shorts (vermutlich anderer Marktteilnehmer) dazugekommen sind.
Das wichtigste Fazit daraus, und ich glaube, dass wir zumindest in diesem Punkt uns einig sind: Ein hoher BESTAND an leerverkauften Aktien ist alles andere als besorgniserregend für die zukünftige Kursentwicklung.
Für mich persönlich bleibt jedoch immer noch ungeklärt, warum so hohe Short-Bestände im Markt sind. Die Shorts immer weiter in den Verlust laufen zu lassen, kann ich beim besten Willen nicht als sinnvoll erachten. Die Shorts als Absicherung des durch die Warrants erreichten Buchgewinnes zu verwenden (hedge) kann ich leider ebenfalls nicht nachvollziehen, jedenfalls nicht über die inzwischen verstrichenen Zeiträume von mehreren Monaten.
Es ist in meinen Augen einfach nicht sinnvoll, bei einer stark steigenden Aktie (bzw. Warrant) sich selbst freiwillig von jeder weiteren Gewinnsteigerung auszuschliessen.
Mal als reine Zahl (die so sicher nur begrenzt als Beispiel taugt):
Seit 28.2.2007 sind durchgängig immer mehr als 3 Mio Aktien short gewesen. Der Warrant hat in dieser Zeit von 3,90 CAD auf 14,99 CAD zugelegt.
Wenn man davon ausgeht, dass die bis dahin eingefahrenen Gewinne von 3 Mio Warrants durch Leerverkäufe abgesichert worden sind, dann entspricht dies einem entgangenen Gewinn von 11,09 CAD je Warrant und der stolzen Summe von 33,27 Mio CAD, die dadurch "vernichtet" worden sind. Dem steht gegenüber ein Maximalgewinn von 11,70 Mio CAD, welcher dadurch "gesichert" worden wäre (= Wert der Warrants zu Beginn des Leerverkaufes).
Dazu kommt erschwerend noch die Tatsache, dass als Sicherheitsleistung für Leerverkäufe meist etwa 20% des Aktienkurses zu hinterlegen sind. Bei 3 Mio Aktien entspricht dies heute 66,75 Mio CAD, die festliegen. Dass darauf und auf den Erlös der leerverkauften Aktien evtl. einige Prozent Guthabenzinsen pro Jahr gezahlt werden, ist dabei weniger als der berühmte Tropfen auf den heissen Stein.
Weiterhin wird durch Zeitwertverlust der Warrant ständig weniger wert. Überschlägig betrug der Zeitwert eines Warrant im Durchschnitt der letzten Tage etwa 2 CAD. Bei einer Restlaufzeit von etwa 50 Monaten verliert der Warrant also etwa 4 ct pro Monat durch Zeitablauf, was den Zinsvorteil mehr als kompensiert.
Sorry - aber der Sinn solch einer Geldvernichtungsmaschine will sich mir immer noch nicht erschließen.
Für mich persönlich buche ich also die derzeitige Situation als ungeklärt, was die tieferen Gründe angeht.
Viele Grüsse
chartex