Ein wenig Optimismus in dieser trüben Zeit halte ich für grundsätzlich begrüßenswert.
Allerdings hast du völlig recht, man darf es damit auch nicht übertreiben, denn dann könnte die nachfolgende Enttäuschung ziemlich heftig ausfallen.
Naja, was die aktuellen Fakten und die wahrscheinliche Entwicklung bei AVZ betrifft, kann man einiges in den Gesamtkontext stellen, was trotzdem nicht heisst, das es dann tatsächlich so eintrifft.
Wir haben diesbezüglich ja schon reichlich Erfahrungen sammeln dürfen.
Irgendwie bleibt es für mich trotzdem schwer vorstellbar, das es irgendeinen lauwarmen Deal, im Sinne von einer OT-Vereinbarung über eine bestimmte Menge des Roche Dure Potentials, geben könnte.
Der Li-Marktpreis hat sich seit Januar 2018 nahezu halbiert - was analog an den Kursen der Li-Produzenten und Li-Explorer ablesbar ist.
Wer also heute Lithium einkauft, kann sich um 50 % günstiger mit diesem strategischen Rohstoff versorgen als noch 2017.
Die verbreiteten Erwartungshaltungen derjeningen, die irgendwie mit diesem Thema befasst sind, tendieren hinsichtlich des mittelfristigen und langfristigen Bedarfes an diesem Rohstoff allerdings fast ausnahmslos dazu, zukünftig einen stark ansteigenden Bedarf anzunehmen.
Die Gründe dafür setze ich mal als allgemein bekannt voraus.
Starke Nachfrage erhöht proportional den Preis - das war schon immer so.
Was nützt es z. B. einem der großen Batteriehersteller - die meisten erweiteren schon seit einiger Zeit erheblich ihre Produktionsstätten - heute einen relativ kleinen Teil des Lithiums von Roche Dure zu einem aktuell um 50 % verringerten Marktpreis zu erwerben, damit gleichzeitig das Angebot auf dem Weltmarkt für alle zu verknappen und in ein paar Jahren - aufgrund der gestiegenen Nachfrage - für Nachkäufe wieder Preise zu bezahlen, die wahrscheinlich deutlich höher liegen als heute?
Macht irgendwie nicht wirklich Sinn, oder?
Wenn Daimler Benz, wie kürzlich geschehen, verkündet, man habe für 20 Milliarden Euro Batteriezellen eingekauft (die heute sicher noch gar nicht produziert sind), kann man auch vermuten, dass sich die andere Hauptprotagonisten der Elektromobiliät bereits ähnlich aufgestellt haben, bzw. das sehr zeitnah tun werden.
Die Konkurrenzsituation untereinander lässt ihnen diesbezüglich schlicht keine andere Wahl.
Den prognostizierten zukünftigen starken Bedarfsanstieg an Li-Rohstoffen kann man also bereits heute mit einem realen Hintergrund untermauern.
CATL, so wurde ebenfalls kürzlich berichtet, hat kurzfristig Großes vor und ist dafür Kreditvereinbarungen von insgesamt etwa 16 Milliarden US $ eingegangen.
Diese 16 Milliarden stehen CATL bereits ab dem 1. Januar 2019 zur Verfügung.
Ich halte es für schwer vorstellbar, dass CATL dieses Kapital erstmal einige Monate nutzlos rumliegen lässt.
Selbst wenn man von den 16 Milliarden ein paar Milliarden für den Bau oder die Erweiterung der Batteriezellenfertigung abzieht, bleibt noch viel zu viel übrig um es einfach rumliegen zu lassen.
Meine Vermutung ist daher weiterhin, und das war ja der Ausgangspunkt unserer Diskussion, es wird sich sehr bald etwas tun.