Die gegenwärtige Ölknappheit ist durch Bush herbeigeführt worden
(Krieg gegen Irak, Zerstörung der Infrastruktur; Sanktionen und
Beschränkungen gegenüber dem Iran)
De Margerie zeigte sich verärgert über diese Politik: "Erst nimmt man zwei große Länder (Irak und Iran) aus dem System, dann erklärt man: Es gibt nicht ausreichend Öl und Gas.' Na was für eine Überraschung."
www.ftd.de/unternehmen/industrie/384256.html?p=2
Atomkonflikt
Total kehrt Iran den Rücken
von Carola Hoyos (London) und Daniel Dombey (Washington)
Der französische Ölkonzern bläst das geplante Engagement im Iran ab. Begründung: Es sei zu riskant, in dem Land noch zu investieren. Für die iranische Gasbranche ist das ein herber Rückschlag. Das freut vor allem die USA.
Damit verliert Teheran das letzte große Energieunternehmen aus den Industrieländern, das zu größeren Investitionen in die Erdgasreserven Irans bereit gewesen war. Für die US-Regierung stellt Totals Absage einen großen Erfolg bei den Bemühungen dar, Teheran wegen seines Atomprogramms zu isolieren.
Ursprünglich hatte Total erwogen, in naher Zukunft in ein Flüssigerdgasprojekt auf dem iranischen Südpars-Feld zu investieren. Das erscheint nach Äußerungen von Total-Chef Christophe de Margerie nun aber ausgesprochen unwahrscheinlich.
In den vergangenen Wochen hatten die Spannungen zwischen Iran und Israel zugenommen. Am Mittwoch hatte die iranische Armee Raketentests durchgeführt und gewarnt, sie werde auf Militärschläge mit massiven Vergeltungsmaßnahmen reagieren.
"Aktuell würden wir ein zu großes politisches Risiko eingehen, wenn wir in den Iran investierten, denn die Leute würden sagen: Total macht für Geld alles'", sagte de Margerie.
Gemeinsam mit dem malaysischen Unternehmen Petronas sollte Total ursprünglich die Phase elf des Südpars-Felds entwickeln und hatte bislang nicht angedeutet, dass man eine Absage erwägt. Im Mai hatten sich Royal Dutch Shell und Repsol aus der Phase 13 des Projekts zurückgezogen. Damit war Total das letzte verbliebene Unternehmen aus dem Westen.
Teil 2: Ein "Todesstoß" für Irans Ambitionen im Flüssigerdgasbereich >>
Für den Iran stellt die Absage einen herben Rückschlag dar, denn das Land wird nun aller Wahrscheinlichkeit nach frühestens im nächsten Jahrzehnt eine beträchtliche Steigerung seiner Erdgasausfuhren erreichen. Das sei der "Todesstoß" für Irans Ambitionen im Flüssigerdgasbereich, sagte der Energieanalyst Samuel Ciszuk von Global Insight. Selbst wenn sich Teheran mit Russland oder China zusammentäte, würde man nicht das Knowhow erlangen, das für derart komplexe Projekte notwendig sei.
Endgültig die Tür zuschlagen will jedoch keines der westlichen Erdölunternehmen, auch Total nicht, denn dafür sind die Erdöl- und Erdgasreserven des Iran zu interessant. Shell und Repsol teilten mit, man könne noch in späteren Entwicklungsphasen einsteigen.
Unterdessen bemüht sich die US-Regierung weiterhin darum, den Iran mit härteren Sanktionen zu belegen, weil dieser nach Angaben Washingtons an Atomwaffen forscht. Teheran verteidigt sein Programm als rein ziviler Natur.
Am Mittwoch kündigte Unterstaatssekretär William Burns aus dem Außenministerium vor einem Ausschuss des US-Kongress an, in einer gründlichen Prüfung feststellen zu lassen, ob Norwegens Statoil Hydro mit einer großen Investition im Iran gegen US-Gesetze verstoßen habe.
Das Engagement Totals hatte in Washington große Besorgnis ausgelöst. US-Beamte sagte, wenn man den Transfer von Investitionen und Wissen aus dem Westen in die iranische Energiebranche unterbinden könne, hätte dies viel schwerere Folgen als Finanzsanktionen. De Margerie zeigte sich verärgert über diese Politik: "Erst nimmt man zwei große Länder (Irak und Iran) aus dem System, dann erklärt man: Es gibt nicht ausreichend Öl und Gas.' Na was für eine Überraschung."
Quelle: The Financial Times
(Krieg gegen Irak, Zerstörung der Infrastruktur; Sanktionen und
Beschränkungen gegenüber dem Iran)
De Margerie zeigte sich verärgert über diese Politik: "Erst nimmt man zwei große Länder (Irak und Iran) aus dem System, dann erklärt man: Es gibt nicht ausreichend Öl und Gas.' Na was für eine Überraschung."
www.ftd.de/unternehmen/industrie/384256.html?p=2
Atomkonflikt
Total kehrt Iran den Rücken
von Carola Hoyos (London) und Daniel Dombey (Washington)
Der französische Ölkonzern bläst das geplante Engagement im Iran ab. Begründung: Es sei zu riskant, in dem Land noch zu investieren. Für die iranische Gasbranche ist das ein herber Rückschlag. Das freut vor allem die USA.
Damit verliert Teheran das letzte große Energieunternehmen aus den Industrieländern, das zu größeren Investitionen in die Erdgasreserven Irans bereit gewesen war. Für die US-Regierung stellt Totals Absage einen großen Erfolg bei den Bemühungen dar, Teheran wegen seines Atomprogramms zu isolieren.
Ursprünglich hatte Total erwogen, in naher Zukunft in ein Flüssigerdgasprojekt auf dem iranischen Südpars-Feld zu investieren. Das erscheint nach Äußerungen von Total-Chef Christophe de Margerie nun aber ausgesprochen unwahrscheinlich.
In den vergangenen Wochen hatten die Spannungen zwischen Iran und Israel zugenommen. Am Mittwoch hatte die iranische Armee Raketentests durchgeführt und gewarnt, sie werde auf Militärschläge mit massiven Vergeltungsmaßnahmen reagieren.
"Aktuell würden wir ein zu großes politisches Risiko eingehen, wenn wir in den Iran investierten, denn die Leute würden sagen: Total macht für Geld alles'", sagte de Margerie.
Gemeinsam mit dem malaysischen Unternehmen Petronas sollte Total ursprünglich die Phase elf des Südpars-Felds entwickeln und hatte bislang nicht angedeutet, dass man eine Absage erwägt. Im Mai hatten sich Royal Dutch Shell und Repsol aus der Phase 13 des Projekts zurückgezogen. Damit war Total das letzte verbliebene Unternehmen aus dem Westen.
Teil 2: Ein "Todesstoß" für Irans Ambitionen im Flüssigerdgasbereich >>
Für den Iran stellt die Absage einen herben Rückschlag dar, denn das Land wird nun aller Wahrscheinlichkeit nach frühestens im nächsten Jahrzehnt eine beträchtliche Steigerung seiner Erdgasausfuhren erreichen. Das sei der "Todesstoß" für Irans Ambitionen im Flüssigerdgasbereich, sagte der Energieanalyst Samuel Ciszuk von Global Insight. Selbst wenn sich Teheran mit Russland oder China zusammentäte, würde man nicht das Knowhow erlangen, das für derart komplexe Projekte notwendig sei.
Endgültig die Tür zuschlagen will jedoch keines der westlichen Erdölunternehmen, auch Total nicht, denn dafür sind die Erdöl- und Erdgasreserven des Iran zu interessant. Shell und Repsol teilten mit, man könne noch in späteren Entwicklungsphasen einsteigen.
Unterdessen bemüht sich die US-Regierung weiterhin darum, den Iran mit härteren Sanktionen zu belegen, weil dieser nach Angaben Washingtons an Atomwaffen forscht. Teheran verteidigt sein Programm als rein ziviler Natur.
Am Mittwoch kündigte Unterstaatssekretär William Burns aus dem Außenministerium vor einem Ausschuss des US-Kongress an, in einer gründlichen Prüfung feststellen zu lassen, ob Norwegens Statoil Hydro mit einer großen Investition im Iran gegen US-Gesetze verstoßen habe.
Das Engagement Totals hatte in Washington große Besorgnis ausgelöst. US-Beamte sagte, wenn man den Transfer von Investitionen und Wissen aus dem Westen in die iranische Energiebranche unterbinden könne, hätte dies viel schwerere Folgen als Finanzsanktionen. De Margerie zeigte sich verärgert über diese Politik: "Erst nimmt man zwei große Länder (Irak und Iran) aus dem System, dann erklärt man: Es gibt nicht ausreichend Öl und Gas.' Na was für eine Überraschung."
Quelle: The Financial Times