Sehr schwierig zu sagen wie es mit denen bei Solarworld aussieht zertbull. Was halt auffällt ist, dass Solarworld schon seit vielen Quartalen einen sehr hohen Lagerbestand mit sich rum schleppt. In Q1 2011 lag der Lagerbestand bei 435 Mio. € und in Q1 2012 bei 393 Mio. €. Da die Preise in diesem Zeitraum entlang der kompletten solaren Wertschöpfungskette (von Polysilizium über Wafer, Zellen bis zum Modul) um rd. 40% nachgegeben haben, hat somit Solarworld preisbereinigt einen wesentlich höheren Lagerbestand wie noch vor 12 Monaten. Umgerechnet in MW sind das immerhin satte 50%.
Die Solarworld-Lagerbestand sah Ende Q1 2012 folgerndermaßen aus:
ca. 160 Mio. € Fertigprodukte
ca. 85 Mio. € Halbfertigprodukte
ca. 145 Mio. € Rohmaterial
Interessant dabei ist, dass der Bestand bei den Fertigprodukten recht volatil ist, aber die Rohmaterialbestände über die letzten 4 Quartalen sehr konstant geblieben sind. Deshalb ist Solarworld in Bezug auf die Lagerbestände gar nicht einzuschätzen. Zumal es ja von Solarworld selbst dazu keine Details gibt was sich hinter den Rohmaterialbständen denn wirklich verbirgt.
Q2 war ganz sicher für fast alle Solarunternehmen ein sehr gutes Quartal, denn die Nachfrage ist in allen wichtigen Solarmärkten (Deutschland, Italien, USA, China) sehr gut gewesen. Das hat man an den Q2-Zahlen der norwegischen REC gesehen mit einem Modulabsatz von 216 MW (REC arbeitet in ihrer 750 MW großen Singapurfabrik auf Volllast) und auch an den gestrigen Q2-Zahlen des amerikanischen Wechselrichterhersteller Power One. Die haben ihre Absatzzahlen in Q2 gegenüber Q1 um 88% bzw. 591 MW auf 1.263 MW steigern können. Mich wundert eh ein wenig, dass die deutschen, amerikanischen aber auch die chinesischen Solarwerte auf diese wirklich guten Zahlen vom Wechselrichterhersteller Power One heute nicht positiv reagieren.
Mit der guten Nachfrage in Q2 sollte jedenfalls der Lagerbestand von Solarworld schon mehr oder weniger deutlich abnehmen. Ich persönlich glaube aber nicht, dass Solarworld ohne größere Abschreibungen ihre Lagerbestände deutlich runter bringen wird. Vor allem der auf Eurobasis konstante Rohmateriallagerbestand in den letzten 4 Quartalen deutet darauf hin.