Erstes volles Listing einer GUS-Firma erfolgt in London
pfi. Moskau, 28. September
Kasachstans wichtigstes Nicht-Erdölunternehmen, das gleichzeitig der Welt zehntgrösster Kupferproduzent ist, will als erste aus der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) stammende Firma ein volles Listing an der Londoner Börse erwirken. Gleichzeitig sollen Investoren rund 25% der Aktien in einem IPO angeboten werden. Der Kupferkonzern Kazakhmys produzierte 2004 laut Firmenangaben 428 000 t Kupfer; gut dreimal mehr als 1995. Er wird laut Angebotsprospekt derzeit zu 96,5% von drei führenden Managern kontrolliert und erzielte 2004 nach internationalen Buchhaltungsstandards Einnahmen von 1,3 Mrd. $ und einen Reingewinn von 441 Mio. $. Die Eigner bieten nun in einem IPO institutionellen Investoren 64 Mio. alte und 58,4 Mio. neue Aktien zu einem Preis zwischen £ 4.6 und £ 5.45 pro Titel an. Die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich bis zum 6. Oktober, der Preis soll am 7. Oktober bestimmt werden, und die Aktien sollen ab dem 12. Oktober an der Londoner Börse gehandelt werden können. Bei Überzeichnung behalten sich die bisherigen Eigner die Erhöhung des Angebots um weitere 15% vor (Greenshoe).Die Firma, welche nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1995 praktisch vor dem Bankrott stand, wurde auf Initiative des kasachischen Staatspräsidenten mit Hilfe des südkoreanischen Samsung-Konzerns nach allen Regeln der kapitalistischen Unternehmungsführung grundlegend modernisiert und auf Vordermann gebracht (vgl. NZZ vom 23. 5. 02). Der Konzern verfügt nun über relativ kostengünstig zu erschliessende Kupfervorräte, welche die Produktion (im Jahr 2004 zu Kosten von 665 $ pro t) für nachgewiesenermassen mindestens 20 Jahre und voraussichtlich weitere 30 Jahre sichern. Kazakhmys kontrolliert nicht nur die Produktion von Kupferkonzentrat, sondern auch dessen Weiterverarbeitung, Verkauf und die zum Konzernbetrieb notwendige Stromproduktion. Zudem ist Kasachstan ein Nachbarstaat des rohstoffhungrigen China, an das die Kazakhmys-Werke 2004 85% ihrer Produktion mit geringen Transportkosten verkaufen konnten.
Im Zuge seines Rückzugs aus dem Bergbau veräusserte Samsung 2003 seinen ursprünglich 60%igen Unternehmensanteil an die beiden führenden Direktoren des Konzerns, darunter der bisherige Samsung-Vertreter. Diese erwarben zusammen mit dem CFO vergleichsweise günstig auch den verbleibenden Staatsanteil. Trotzdem gilt das Unternehmen weiterhin als «staatsnah», was in Kasachstan existenzfördernd sein dürfte.(Zürcher Zeitung heute)
