Kölnische Rück verdient mehr mit weniger Sachgeschäft
Die mehrheitlich zur US-amerikanischen General Re gehörende Kölnische Rückversicherungs-AG hat in den ersten drei Quartalen mehr verdient. Die Schadenlage war günstig: Von den Hurrikanen Katrina und Rita, dem Erdbeben in Pakistan und den Überschwemmungen in Österreich und in der Schweiz ist der Rückversicherer eigenem Bekunden nach kaum betroffen. Weiterhin wurde allerdings auch auf viel Geschäft verzichtet.
Die Kölnische Rück Gruppe buchte in den ersten neun Monaten 2005 brutto 2,3 (2,5) Milliarden Euro Prämie. Davon wurde jedoch viel in den eigenen Büchern gehalten, so dass die verdiente Nettoprämie auf 2,1 (2,0) Milliarden Euro stieg.
In der Schaden- und Unfallrückversicherung wurde die Nettoprämie um zehn Prozent auf 785,5 Millionen Euro vermindert. Im Aktionärsbrief wird der weitere Verlust des Geschäfts mit der risikoorientierten Zeichnungspolitik begründet.
Dagegen wuchs die verdiente Nettoprämie in der Lebens- und Krankenrückversicherung auf 1,3 Milliarden Euro, da das Geschäft in Nordamerika, Europa, Asien und Südafrika ausgebaut worden sei.
Versicherungstechnischer Gewinn
Die Versicherungstechnik kam mit 53,8 Millionen Euro wieder in die Gewinnzone. In der gleichen Vorjahreszeit betrug das Defizit 23,6 Millionen Euro. Die Schaden- und Unfallrückversicherung schloss mit 0,3 Millionen Euro ab – nach 51,4 Millionen Euro Verlust im Vorjahr. Die Lebens- und Krankenrückversicherung steigerte den Gewinn auf 53,5 (27,8) Millionen Euro.
Die kombinierte Schaden- und Kostenquote belief sich den Unternehmensangaben zufolge in der Schaden- und Unfallversicherung auf 100,0 (105,9) Prozent. Mit Ausnahme des Wintersturms Erwin, der rund 22 Millionen Euro kostet, und einem Großbrand bei einer deutschen Elektronikfirma in Deutschland blieben nennenswerte Großschäden aus.
Für die Lebens- und Krankenrückversicherung wird eine kombinierte Schaden- und Kostenquote von 96,0 (97,6) Prozent genannt. In Nordamerika habe man die Reserven für einige in Abwicklung befindliche Segmente weiter verstärkt.
Weniger Verkaufserlöse bei Wertpapieren
In den ersten neun Monaten fielen weniger Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren als im Vorjahr an, so dass die Kapitalanlagen von 7,1 (6,6) Milliarden Euro letztlich nur 206,1 Euro (227,1) Millionen Euro erwirtschaftet wurden.
Als Folge der besseren Versicherungstechnik erhöhte sich der zeitanteilige Jahresüberschuss vor Steuern auf 260,0 (203,6) Millionen Euro und nach Steuern auf 158,9 (128,0) Millionen Euro.
Umgerechnet auf das Gesamtjahr betrug die Eigenkapitalrendite 13,8 (13,3) Prozent. Das Eigenkapital stieg auf 1,7 (Dezember 2004: 1,4) Milliarden Euro, wird mitgeteilt.