KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich

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KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich

 
16.04.02 19:44
#1
Bei den Verhandlungen über die Zukunft der angeschlagenen KirchGruppe scheint sich eine Wende um 180 Grad anzubahnen. Jetzt sei auch eine Rücknahme des Insolvenzantrags für das Kerngeschäft im Gespräch, hieß es am Dienstag in Finanzkreisen. „Da ist aber noch nichts spruchreif.“ Die Option sei vorstellbar, falls die Investoren um Rupert Murdoch eine Eigenkapitalerhöhung von mehreren hundert Millionen Euro garantieren würden. Die Bayerische Landesbank betonte, sie befürchte als größter Gläubiger der KirchGruppe nach dem Insolvenzantrag der KirchMedia keine finanzielle Schieflage.

Die KirchMedia hatte vor gut einer Woche Insolvenzantrag gestellt. Ursprünglich wurde als Folge auch der rasche Insolvenzantrag der KirchPayTV mit dem defizitären Bezahlsender Premiere erwartet. Allerdings gilt in Kirch-Kreisen auch auf Grund des Sparkurses bei dem Sender mittlerweile ein Insolvenzantrag in dieser Woche als unwahrscheinlich. Noch immer rechnen viele Beteiligte mit einer Übernahme der KirchPayTV durch Rupert Murdoch. Allerdings wurde in Branchenkreisen auch betont, dass Murdoch weiterhin auch an der Kontrolle bei der KirchMedia mit ihrem TV-Konzern ProSiebenSAT.1 interessiert sei. Dabei sei auch eine Gesamtlösung einschließlich Premiere denkbar.

Nach Darstellung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ wird bei einigen eine Rücknahme des Insolvenzantrags sogar noch an diesem Mittwoch für möglich gehalten. Bei einer Gläubigerbank wurde aber betont: „Die Verhandlungen sind nicht in einer heißen Phase.“ Rein rechtlich ist die Rücknahme des Insolvenzantrages nach Angaben des Amtsgerichts München bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich. In Kirch-Kreisen hieß es, derzeit gebe es bezüglich KirchPayTV eine Art Verhandlungspause. Premiere sei im Moment in der Lage, seine Rechnungen zu bezahlen.

Die Gesamtverschuldung der KirchGruppe beläuft sich laut Bayerischer Landesbank auf 13 Milliarden Euro. Diese Summe setzt sich demnach aus sieben Milliarden Euro Bankschulden und sechs Milliarden Euro übrigen Forderungen zusammen.  

Gruß    
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KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich Schnorrer
Schnorrer:

Aha, schon bei 13 Milliarden. Biete immer noch 20 o.T.

 
16.04.02 19:48
#2
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Happy End:

Abwarten, schnorrer, dahin kommen wir noch!

 
16.04.02 19:52
#3
Nimm doch nicht das Ende schon vorweg...
KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich Happy End
Happy End:

Kirch Media - ein verkannter Wonneproppen?

 
17.04.02 14:00
#4
Bei Kirch scheint sich das Blatt zu drehen. Nach neuesten Gerüchten könne der Insolvenzantrag von Kirch Media zurückgezogen werden. Die Gesellschaft sei im Grunde kerngesund, behauptet auch der Sanierer Hans-Joachim Ziems. Er sieht die Kirch Media als Opfer, das im Konzern als Finanzpool missbraucht wurde. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" vorab. Kirch Media habe die gesamte Kirchgruppe finanziert. Deswegen leide die Gesellschaft nun unter einem Liquiditätsproblem. Im schwer durchschaubaren Kirch-Unternehmensgeflecht galt die Gesellschaft bisher als profitabel. Auch Insolvenzverwalter Michael Jaffé erwartet einen positiven Ausgang des Kirch-Debakels. Dann könnten die Banken, vor allem die börsennotierten HypoVereinsbank und die Commerzbank, aufatmen und müssten keine umfangreichen Kreditausfälle mehr befürchten.    
KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich Schnorrer
Schnorrer:

... und er ward gesehen, wie er über Wasser ging

 
17.04.02 14:18
#5
wie Blinde sehend machte und wie aus Wasser Wein wurde. Nicht nur vom Brot allein lebt der Mensch auch von jeder Lüge .....


Frage: irgendwer hat aber die Kohle verbraten. Müssen jetzt demnächst sämtliche andere Kirchgesellschaften Involvenz beantragen?

Halbes Jahr gewonnen, oder die Frage des kleinen Mannes: Wieviel Monat ist am Ende des Gehalts übrig?
KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich Peet
Peet:

Kirch-Pleite: Pay-TV in Deutschland chancenlos

 
18.04.02 10:01
#6
Kirch-Pleite: Pay-TV in Deutschland chancenlos



Pay-TV ist out. Nachdem Leo Kirch seinen Pay-TV-Sender Premiere an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geführt hat, gibt es für Pay-TV in Deutschland keine Chance mehr. Die Zukunft heißt: interaktives Fernsehen (iTV). Bis 2005 werden bereits die Hälfte der 36 Millionen TV-Haushalte in Deutschland digitales Fernsehen nutzen und damit auch potenzielle Kunden für die neuem interaktiven Angebote sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Technologiekompass 2005 der Unternehmensberatung Mummert + Partner. Bis 2010 soll nach einem Beschluss der Bundesregierung der Übergang vom analogen zum digitalen Fernsehen endgültig vollzogen sein.

Kirchs Milliardenpleite zeigt: In Deutschland hat Pay-TV einen schweren Stand. Die interessanten Inhalte wie beispielsweise große Sportereignisse sind - nicht zuletzt dank einer starken politischen Lobby - im Free-TV zu sehen. Hinzu kommt, dass es im Rahmen des interaktiven Fernsehens zukünftig auch "Online-Videotheken" geben wird. Ihr Vorteil: Die Fernsehzuschauer können sich interessante Filme je nach Bedarf vom Sessel aus ins heimische Fernsehprogramm holen. Die Folge: Die Marktchancen fuer das Pay-TV mit vorgegebenem Programmmuster stehen schlecht. Das Bezahlfernsehen ist nie richtig in Schwung gekommen. Seit dem Einstieg von Leo Kirch 1996 stieg die Anzahl der Premiere-Abonnenten von 1,3 Millionen auf 2,4 Millionen im Jahr 2001. Um profitabel zu sein, waeren vier Millionen zahlende Zuschauer notwendig.

Verschlüsselungstechnik von Premiere leicht zu überwinden

Problematisch sind für Premiere auch der Kauf teurer Rechte für Hollywood-Filme und die extrem hohen Kosten für exklusive Sportereignisse wie Formel 1 oder die Champions League. Pro Saison muss die Kirch-Gruppe allein 410 Millionen Euro bezahlen, um exklusiv über alle Spiele der Bundesliga berichten zu dürfen. Die Lokomotivfunktion für andere Angebote des Senders konnte der Fußball aber nicht erfüllen. Allein im vergangenen Jahr betrug der Gesamtverlust von Premiere 1,9 Millionen Euro. Leicht ist es auch, die Verschlüsselungstechnik von Premiere zu überwinden: Schätzungen zufolge nutzen in ganz Europa eine Million Computerkenner Premiere kostenlos, indem sie die Kodierung entschlüsseln.

Bessere Voraussetzungen bringt iTV mit. Damit kann der Kunde nicht nur sein Programm zeitlich und inhaltlich selbst zusammen stellen, sondern auch E-Mails verschicken, sich an interaktiven Spielen erfreuen oder Bankgeschäfte erledigen. Das Medium verbindet die Emotionalität und die Übertragungsqualität des Fernsehens mit den Stärken des Internets wie Informationsvielfalt, Personalisierung und Interaktivität. In Großbritannien hat der Satellitensender BSkyB des australischen Medienmoguls Rupert Murdoch seit 1999 bereits mehr als zehn Millionen Teilnehmer gewonnen. Besonders beliebt ist im Koenigreich das interaktive Glücksspiel, das mit 49 Millionen Pfund im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des Umsatzes (93 Millionen Pfund) einbrachte. Mit dem iTV besteht für die Unternehmen die Chance, auch die Haushalte und Konsumenten anzusprechen, die das Internet über PC nicht nutzen können oder wollen. Der "Technologiekompass 2005" von Mummert + Partner prognostiziert bis 2005 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro für interaktive TV-Plattformen.

Konkurrenz fürs Internet?

Im Dezember 2001 einigten sich die Landesmedienanstalten und die TV-Sender auf einen einheitlichen Standard für interaktives und digitales Fernsehen: Die Multimedia Home Platform (MHP) hat zu einer Beschleunigung der technischen Entwicklung geführt und wird vielleicht künftig zu einer Alternative für den heimischen PC. Gut ein Drittel der Bundesbürger will nach der Umfrage eines Marktforschungsinstituts weniger Zeit am PC verbringen oder den Kauf von Videos einschränken, falls die interaktive Alternative vorhanden ist. Wenn die Kunden durch kürzere Onlinezeiten oder weniger Videoausleihungen Geld sparen können, dann relativieren sich auch die Kosten für das interaktive Fernsehen. (as)  
 
[ Donnerstag, 18.04.2002, 09:29  


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bye peet
KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich SchwarzerLord
SchwarzerLor.:

Glaube ich nicht.

 
18.04.02 12:01
#7
Es wird einen Neustart geben und wenn man mit niedrigen Preisen so wie ab 1.5. geplant mit einem Start-Kanal mit 5€ die Leute anlockt zur Bundeliga-Konferenz, dann geht das Konzept auf. Strategisch ist es wichtig, zunächst ganz schmale Preise für viel Leistung zu bieten über eine einfache Technik, nicht wie bei der Doof-Box. Denn wenn die Werberichtlinien weiter abgeschwächt werden, wird die Werbung in Zukunft noch seltener von programm unterbrochen, was jetzt schon viele nervt. Aktuellste Filme, Fußball und Sex sind die Mischung, die den Erfolg ausmachen.  
KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich avantgarde
avantgarde:

Citius, altius, fortius

 
18.04.02 12:19
#8
ich glaube auch das Premiere sehr wohl eine Chance am Markt haben könnte, auch in Zukunft. Die Vergangeneheit und gerade die ersten Jahre von Premiere (Analog) haben gezeigt, daß viele Zuschauer gerade auf die lästigen Werbeunterbrechungen gut verzichten können, und dafür gerne bereit sind, Geld zu bezahlen.

Ich für meinen Teil würde lieber Geld für Premiere zahlen als für die öffentlichen Rechtlichen, aber das haben sich die politiker ja schon vor langer Teit passend zurecht gelegt, damit ihnen da kein Schäfchen entkommt.

Das Problem von Premiere ist nicht der Fußball, sondern die Flut an Sendungen, die auf den einzelnen Einprasselt. Ein einfaches KOnzept mit übersichtlicher und klarer Programmstruktur könnte hier schon den gewünschten Erfolg bringen. Auch die neuen Einstiegspreise halte ich für sinnvoll.

Das größte Problem für Premiere ist jedoch, daß die Technik zu kompliziert für den einfachen Mann ist. Es kann einfach nicht sein, daß man einige Sender nur verzerrt empfangen kann, wenn man ein Siemens Telefon mit moderner Übertragungstechnik benutzt, und diese Wellen dann eben den Empfang von Pro Sieben, Kabel 1 oder auch Sat 1 ver- oder behindern.

Ebenso ist der nebenaufwand zu hoch. Ein extra digitales LNB (LNC) ist zum schauen notwendig, und selbst wenn das drann ist, muß noch die Empfangsstärke ausreichend sein, sonst nix Premiere.

Das sind einfach zu viele Störfaktoren, die potentielle Premiere Kunden abschrecken läßt.

Avantgarde
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KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich Peet

Kirch Media wird Investmentbank mit Investorensuch

 
#9
Kirch Media wird Investmentbank mit Investorensuche betrauen



Die US-Bank Goldman Sachs und das Schweizer Kreditinstitut UBS Warburg gelten als aussichtsreichste Kandidaten, als Investmentbank für die insolvente Kirch Media tätig zu werden. Nach Informationen der 'Financial Times Deutschland' (FTD) sollen am Freitag die Kandidaten nominiert werden, die für das Mandat, den Verkauf des Medienkonzerns zu begleiten, in Frage kommen.

Die neuen Geschäftsführer Wolfgang van Betteray und Hans-Joachim Ziems werden am Freitag bei einem Treffen mit den Gläubigerbanken und dem vorläufigen Insolvenzverwalter, Michael Jaffé, diese Frage diskutieren. Die Entscheidung soll dann sehr schnell fallen. Die Sanierer haben zwei Voraussetzungen für die Mandatserteilung hervorgehoben: 1. eine hohe Expertise in der Medienbranche, um insbesondere mit der sehr schwierigen Frage der Bewertung fertig zu werden, 2. keine Verstrickung in die bisherigen Geschäfte und Darlehen von Kirch.

Unter diesen Voraussetzungen kommen nur ganz wenige Investmentbanken als potenzielle Mandatsgewinner in Betracht. Die deutschen Häuser sind fast durchwegs mit Kreditengagements involviert. Einzige Ausnahme: Die WestLB. Sie hatte jedoch Mitte 1999 eine Anleihe für die Formel 1 aufgelegt und war zudem stark bei EM.TV engagiert. Aus demselben Grund gilt auch Credit Suisse First Boston (CSFB) als belastet.

Die US-Bank Morgan Stanley Dean Witter verfügt zwar über einen ausgesprochen guten Ruf für Klienten in der Medienbranche. Sie ist aber 1999 damit gescheitert, für Kirchs Bezahlfernsehen Premiere eine Risikoanleihe auf den internationalen Finanzmärkten zu platzieren.

Da Salomon Smith Barney bereits den Axel-Springer-Konzern in der Kirch-Krise berät, bleiben Goldman Sachs und UBS Warburg als Favoriten für die Mandatserteilung. Nach Informationen der FTD haben die neuen Geschäftsführer der Kirch Media bereits mehrfach Kontakt mit diesen beiden Banken aufgenommen. Dasselbe gilt für Morgan Stanley. (as)  
 
[ Donnerstag, 25.04.2002, 08:38 ]


KIRCH: Rücknahme der Insolvenz möglich 646218

bye peet


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