ich bin über einen bericht des spiegels gestolpert von der chicago board of trade während des grossen el nino ereignisses von 1997. zeigt gut die stimmung damals, von profitgier und zynismus. und macht nachdenklich...
www.spiegel.de/spiegel/print/d-8800259.html
"Keiner der Zukunftsdealer in ihren schäbigen Kunststoff-Sakkos - Farbe und Muster kennzeichnen die Firma - will die Ernte jemals haben, die hier gehandelt wird. Es geht nur darum, an den Preisschwankungen zu verdienen. "Buy low, sell high" - kaufe niedrig, verkaufe hoch, mit diesem Motto schlingern die Futures-Broker täglich zwischen Reichtum und Bankrott.
El Niño heizt die Stimmung seit Monaten an. "Wir wußten als erste von El Niño, seit Ende April beobachten wir ihn jeden Tag", sagt Alexander Roorda, einer der etwa 1000 Broker, die in Chicago mit Nahrung spekulieren. Würde El Niño die Ernten auf der Erde durch Trockenheit oder Überschwemmung verderben, "wären wir hier nicht unglücklich", gesteht Roorda grinsend.
Den Prognosen nach wird El Niño diesmal für leere Scheunen in Australien sorgen. Die Dürre hat den Weizen verdorben, statt 23,5 Millionen Tonnen werden australische Farmer diesmal wohl nur 16 Millionen Tonnen einfahren.
"Natürlich freut mich das", sagt Steven Bruce, 41, der seit 1974 mit Futures spekuliert. Als Makler für ED & F Man, einen der großen amerikanischen Händler, steht er jeden Tag im Börsensaal, der vom Stimmenlärm bebt. Die Broker brüllen und fuchteln mit den Armen, die Hände gespreizt. Jeder ausgestreckte Finger zählt 5000 Weizenbushel. "El Niño macht die Kunden nervös, das ist gut für mein Geschäft", sagt Bruce. "Ich rate jetzt den Müllern, die Weizen brauchen: Kauft, kauft, kauft - das Zeug wird knapp und immer teurer."
Bruce hofft, daß Südafrikas Mais vertrocknet und Argentiniens Winterweizen erfriert. "Es klingt zynisch, ich weiß. Aber so sind wir Menschen eben.""
www.spiegel.de/spiegel/print/d-8800259.html
"Keiner der Zukunftsdealer in ihren schäbigen Kunststoff-Sakkos - Farbe und Muster kennzeichnen die Firma - will die Ernte jemals haben, die hier gehandelt wird. Es geht nur darum, an den Preisschwankungen zu verdienen. "Buy low, sell high" - kaufe niedrig, verkaufe hoch, mit diesem Motto schlingern die Futures-Broker täglich zwischen Reichtum und Bankrott.
El Niño heizt die Stimmung seit Monaten an. "Wir wußten als erste von El Niño, seit Ende April beobachten wir ihn jeden Tag", sagt Alexander Roorda, einer der etwa 1000 Broker, die in Chicago mit Nahrung spekulieren. Würde El Niño die Ernten auf der Erde durch Trockenheit oder Überschwemmung verderben, "wären wir hier nicht unglücklich", gesteht Roorda grinsend.
Den Prognosen nach wird El Niño diesmal für leere Scheunen in Australien sorgen. Die Dürre hat den Weizen verdorben, statt 23,5 Millionen Tonnen werden australische Farmer diesmal wohl nur 16 Millionen Tonnen einfahren.
"Natürlich freut mich das", sagt Steven Bruce, 41, der seit 1974 mit Futures spekuliert. Als Makler für ED & F Man, einen der großen amerikanischen Händler, steht er jeden Tag im Börsensaal, der vom Stimmenlärm bebt. Die Broker brüllen und fuchteln mit den Armen, die Hände gespreizt. Jeder ausgestreckte Finger zählt 5000 Weizenbushel. "El Niño macht die Kunden nervös, das ist gut für mein Geschäft", sagt Bruce. "Ich rate jetzt den Müllern, die Weizen brauchen: Kauft, kauft, kauft - das Zeug wird knapp und immer teurer."
Bruce hofft, daß Südafrikas Mais vertrocknet und Argentiniens Winterweizen erfriert. "Es klingt zynisch, ich weiß. Aber so sind wir Menschen eben.""
