K O L U M N E / G. Thilenius

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K O L U M N E  / G. Thilenius proxicomi

K O L U M N E / G. Thilenius

 
#1
K O L U M N E  


Die Stimmung zum Jahreswechsel 2001  


Die Wirtschaft wächst langsamer. Anleger können sich dennoch auf das neue Jahr freuen. Die Rahmenbedingungen bleiben günstig, meint Georg Thilenius. Rings um die Welt ist die Stimmung an den Börsen und bei den Investoren schlecht. Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamt sich, die Verbraucher geben nicht mehr so viel Geld aus und Investitionen, besonders in Telekommunikation und Elektronik, scheinen nach den Exzessen der vergangenen Jahre erheblich zurück zu gehen.
Wenn man in die Welt hinaus sieht, scheint sich das Wachstum in den USA sogar sehr schnell zu verlangsamen, die Erholung in Europa ins Stocken zu kommen und Asien und Lateinamerika am Rande des Chaos zu stehen wie zuletzt in den Krisen der Jahre 1997 und 1998.

Es lohnt sich aber, die Gründe für den Pessimismus genau zu betrachten. Um den Umschwung im Vertrauen in die wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit der Weltwirtschaft zu verstehen, muss man nur ins Fernsehen schauen.

Man sieht dort täglich die heftigen Ausschläge des Ölpreises und des Nasdaq-Index der Technologieaktien. Sobald wieder Rationalität einsetzt, stellt man fest, dass ohne den Ölpreisschock und das Massaker bei den Technologieaktien wenig Grund bestände, eine Abschwächung der Wirtschaft für 2001 zu erwarten.

Wenn man einfach für einen Moment den verständlichen Schrecken vom Ölmarkt und dem Dotcom-Massaker beiseite legt, sind die anderen Einflüsse auf die Weltwirtschaft durchaus freundlich. Die beiden wichtigsten Bezugspunkte für das Wachstum im neuen Jahr sind das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr und die Politik von Regierungen und Notenbanken für Zinsen, Staatsausgaben und Steuern. Diese sind alle günstig.

Nach Berechnungen der OECD war das Wirtschaftswachstum in allen Regionen der Welt im ersten Halbjahr positiv. Im zweiten Halbjahr hat sich das Wachstum zwar abgeschwächt, setzt sich aber außer in Japan so schnell oder sogar noch schneller fort wie im letzten Jahrzehnt.

Beschäftigung und Realeinkommen steigen in jeder wirtschaftlich wichtigen Region. Um das Tempo ernsthaft abzubremsen wären gewaltige retardierende Kräfte wie etwa in der Ölkrise von 1973-1975 erforderlich. Die sind jedoch nicht in Sicht.

gruß
proxi


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