Nach wie vor würden die Analysten davon ausgehen, dass der US-Dollar derzeit Hilfestellung durch verdeckte Interventionen erhalte. Ganz einfach deshalb, weil es unvorstellbar erscheine, dass im momentanen Umfeld gar nichts getan werde.
So wäre etwa die kostspielige Rettungsaktion für Fannie Mae und Freddie Mac vollkommen vergebens, wenn man den US-Dollar unterdessen einfach im Stich ließe. Übrigens: So positiv die jüngsten Konjunktursignale auch sein möchten - die Negativ-Auswirkungen der Kreditkrise könnten sie nicht überdecken. Gerade erst sei die Pleite zweier weiterer Regionalbanken verkündet worden.
Presseberichten zufolge wird eine staatliche Investmentagentur Singapurs, Temasek, bei der nächsten Kapitalerhöhung Merrill Lynchs erneut in Höhe mehrerer Milliarden US-Dollar zugreifen, so die Analysten von Cognitrend im "FX-Tagesausblick" der Deutschen Bank.
Es erwecke tatsächlich den Eindruck, als habe der Staatsfonds sein Commitment und seine Rückendeckung für die US-Bank kräftig erhöht. Doch was auf den ersten Blick tatsächlich eine gute Nachricht sei, könnte sich als Negativum entpuppen. Denn dem Staatsfonds würden sämtliche Verluste zurückerstattet, die er seit dem Anfangsinvestment bei Merrill Lynch erlitten habe, hätten Medien die ursprüngliche Vereinbarung zitiert. Damit stünde eine Kompensationszahlung von stolzen 2,5 Milliarden US-Dollar aus.
Interessant: Auf diese Weise liege das Engagement des Staatsfonds mit einem Schlag nicht mehr meilenweit unter Wasser, sondern notiere urplötzlich auf Einstandspreisniveau. Psychologisch betrachtet wäre es beim kleinsten Kursgewinn ein Leichtes, sich von diesem Investment zu trennen und die Unterstützung für den Bankenriesen aufzugeben.
Einmal mehr sollte man sich wundern, warum der Euro gegenüber dem US-Dollar nicht längst neue Rekordhöhen erreicht habe - doch nach wie vor werde er wohl durch Interventionen in Schach gehalten. Die Akteure hätten sich daran gewöhnt, dass jedwede Rally spätestens im 1,60er Bereich abgewürgt worden sei. Den aktuellen Kurs würden sie daher als völlig fair erachten; die Händlermeinungen seien dementsprechend breit gestreut
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