Investmentbanken erwarten Gewinnrückgang zum Quart


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Investmentbanken erwarten Gewinnrückgang zum Quart

 
04.06.01 10:43
Investmentbanken erwarten Gewinnrückgang zum Quartalsende

New York, 1. Juni (Bloomberg) - Schwächelt die Börse, kommen auch die großen Investmentbanken ins Schwitzen. So dürfte der Gewinnrückgang bei Goldman Sachs Group Inc., Morgan Stanley Dean Witter & Co., Lehman Brothers Holdings Inc. und Bear Stearns Cos. im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres größer ausfallen als erwartet. Das Aktienemissionsgeschäft fiel auf 51 Mrd. Dollar, nach 68 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Fusionen und Übernahmen verzeichneten ein Minus um 44 Prozent auf 488 Mrd. Dollar. Jetzt setzen die Banken den Rotstift an und über 10.000 Mitarbeiter auf die Straße.

Während die Benchmark-Indizes durch die Kursrallye von April und Mai stabil blieben, haben die Kursverluste der vergangenen zwölf Monate das Interesse an Finanzdienstleistungen deutlich gedämpft. "Emittenten und Investoren haben es im Moment sehr schwer", bestätigt Jon Anda, Global Head of Equity Capital Markets bei Morgan Stanley. Bei Goldman Sachs und Morgan Stanley, den beiden Top-Verdienern vom letzten Jahr, fiel der Quartalsgewinn schon zum dritten Mal in Folge, berichtet First Call Corp. Lehman verzeichnete den zweiten Quartalsrückgang und Bear Stearns schon den vierten in Folge.

Mit einem Aktienemissionsvolumen von 10 Mrd. Dollar kam Goldman von März bis Mai auf Platz Eins der Investmentbanken. Im ersten Quartal lag das Emissionsvolumen bei 10,7 Mrd. Dollar, im Vorjahreszeitraum bei 24,8 Mrd. Dollar. Zu den größten Transaktionen gehörten der 1,8 Mrd. Dollar schwere Börsengang von Reliant Resources Inc. und die Platzierung von Vodafone-Aktien im Volumen von 5 Mrd. Dollar, die Goldman Sachs gemeinsam mit anderen Investmentbanken betreute. Analysten rechnen mit einem Gewinnrückgang um 22 Prozent auf 1,11 Dollar je Aktie. In drei Wochen will Goldman Sachs das Quartalsergebnis vorlegen. Morgan Stanley kam im abgelaufenen Quartal auf ein Aktienemissionsvolumen von 7,7 Mrd. Dollar. Das ist ein Minus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Analysten zufolge dürfte der Gewinn um 37 Prozent auf 80 Cent je Aktie fallen.

Auch bei Fusionen und Übernahmen hatte Goldman Sachs im zweiten Quartal die Nase vorn. Im ersten Quartal rangierte die Investmentbank nur an fünfter Stelle. Das Transaktionsvolumen lag bei 170 Mrd. Dollar, davon entfielen allein 43 Mrd. Dollar auf American International Group Inc. und Dresdner Bank AG. Bei Morgan Stanley lief das Fusionsgeschäft nicht ganz so rosig an. Mit einem Transaktionsvolumen von nur 93,9 Mrd. Dollar rutschte die Investmentbank von Platz Zwei auf Platz Drei ab.

Wurden die Kassen in den letzten Jahren durch Aktienemissionen und Fusionen prall gefüllt, betreuen Investmentbanken in diesem Jahr vorrangig Anleihe- und Wandelanleiheemissionen. Ein Geschäftszweig, der nach den fünf Zinsschritten der US-Notenbank besonders floriert. Im zweiten Quartal wurden Wandelanleihen im Volumen von 39 Mrd. Dollar platziert, das ist ein Plus von 77 Prozent. "Wandelbare Schuldtitel liegen voll im Trend", bestätigt Anda. "Im zweiten Quartal drehte sich alles um Wandelanleihen." Mit einem Emissionsvolumen von 8,9 Mrd. Dollar ging Platz Eins wie gehabt an Merrill Lynch & Co. Goldman Sachs betreute die Emission von Wandelanleihen im Volumen von 7,3 Mrd. Dollar. Darin enthalten ist die 3 Mrd. Dollar schwere Emission von Verizon Communications Inc., die zweitgrößte dieser Art. Mit einem Emissionsvolumen von 3,6 Mrd. Dollar konnte sich Morgan Stanley von Platz Sieben auf Platz Fünf verbessern.

Ähnlich positiv die Bilanz bei Unternehmensanleihen. Ihr Emissionsvolumen kletterte im zweiten Quartal auf 620 Mrd. Dollar. Das ist ein Plus von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit steuert dieser Geschäftszweig auf einen Halbjahresrekord zu. Schon im ersten Quartal erhöhte sich die Unternehmensverschuldung um 17 Prozent. Der Anleiheboom "hat Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne", erklärt Rick Rieder, Managing Director Fixed Income bei Lehman. "Das Anleiheemissionsgeschäft floriert. Das gilt für Handelsvolumina, Neuemissionen und Kreditderivate."

Lehman betreute Anleiheemissionen im Volumen von 32 Mrd. Dollar, das ist ein Plus von 65 Prozent. Trotzdem dürfte der Gewinn im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 1,17 Dollar je Aktie fallen, sagen Analysten. Salomon Smith Barney Inc. konnte sich durch die Emission von Anleihen im Volumen von 11,9 Mrd. Dollar für WoldCom Inc. auf Platz Eins behaupten. Morgan Stanley kam mit einem Plus von 30 Prozent auf Platz Fünf, gefolgt von Goldman Sachs mit 39 Mrd. Dollar auf Platz Sechs. Bear Stearns, die Nummer 17 dieser Kategorie, betreute Anleiheemissionen im Volumen von 6,2 Mrd. Dollar. Analysten erwarten einen Gewinnrückgang um 19 Prozent auf 1,14 Dollar je Aktie.

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